Islamischer Staat in Mossul: Stadt wieder unter Kontrolle

Islamischer Staat in Mossul: Stadt wieder unter irakischer Kontrolle

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Islamischer Staat in Mossul: Stadt wieder unter irakischer Kontrolle

Nach einem erbitterten Kampf um Mossul stehen die irakischen Truppen siegreich da. Doch die Altstadt ist zu großen Teilen zerstört, Leichen unter den Trümmern sind noch nicht geborgen. Der Wiederaufbau dürfte Jahre dauern.

Nach der Rückeroberung der irakischen Stadt Mossul von der Terrormiliz Islamischer Staat ist die Krise vor Ort trotzdem nicht besiegt. Mehr als 897 000 Menschen seien im Zuge des neun Monate andauernden Kampfes aus dem Stadtgebiet und den umliegenden Dörfern vertrieben worden, teilten die Vereinten Nationen mit. Luftangriffe, Geschützgranaten und Bombenanschläge hätten Tausende Gebäude und die wichtigste Infrastruktur Mossuls zertrümmert. Der irakische Regierungschef Haidar al-Abadi gab sich am Montag dennoch stolz, als er die endgültige Übernahme der Kontrolle verkündete.

„Wir geben den völligen Sieg für den Irak und alle Iraker bekannt“, sagte Al-Abadi am Montagabend auf einer kleinen Militärbasis am Rande der bis zuletzt umkämpften Altstadt von Mossul. Der Ministerpräsident sprach von einem „großen Festtag“, der die Siege der Kämpfer und der Iraker in den vergangenen drei Jahren kröne. Der Triumph sei durch „das Blut unserer Märtyrer“ erreicht worden. US-Präsident Donald Trump sagte, der Sieg in Mossul signalisiere, dass sich die Tage der Terrormiliz im Irak und in Syrien dem Ende neigten. Auch die US-geführte Militärkoalition beglückwünschte Al-Abadi. Es handele sich um einen Sieg gegen „einen brutalen und bösen Feind“.

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Dennoch warnte das Bündnis, der Kampf gegen die Extremisten gehe weiter. Zudem müssten Gebiete in Mossuls Altstadt von Sprengsätzen und möglichen versteckten IS-Kämpfern geräumt werden. Auch der irakische Kommandeur Haidar Fadhil betonte, die Truppen müssten weiterhin untergetauchte IS-Mitglieder - sogenannte Schläfer - bekämpfen und Sprengfallen entschärfen.

IS-Hochburg Irak erobert Mossul vom IS zurück

Mehr als drei Jahre kontrollierte die Terrormilz IS die frühere Millionenstadt Mossul. Ihr Verlust bedeutet für die Extremisten einen herben Schlag. Sie dürften künftig auf eine Guerillataktik setzen.

Irakische Soldaten feiern in der Altstadt von Mossul. Quelle: dpa

Zudem sind die Zerstörungen in der Stadt immens. Den Vereinten Nationen zufolge können Tausende Einwohner deshalb auch nach Ende der Kämpfe vorerst nicht zurückkehren. Zivile Rettungsteams etwa meldeten, dass rund 65 Prozent der Gebäude in der Altstadt stark beschädigt oder zerstört worden seien, in anderen westlichen Teilen sei von noch mehr Zerstörung auszugehen. Laut dem Gouverneur von Mossul soll es 50 Milliarden Dollar (43,86 Milliarden Euro) kosten, jeglichen Sprengstoff in der Stadt zu entfernen und Mossul innerhalb von fünf Jahren wieder aufzubauen.

Als der IS in den Irak gekommen sei, sei es das Ziel der Terrormiliz gewesen, alles kaputt zu machen, sagte Polizist Hisham Hatem. „Dies war mal eine schöne Stadt, Touristen kamen hierher“, beklagte Hauptmann Marwan Hadi mit Blick auf die zerstörte Altstadt. Entlang der Frontlinien seien noch immer viele Familien verschüttet. „Ich habe zwei Kinder und ihre Mutter gerettet, aber eine Tochter konnten wir nicht erreichen.“ Mossul war 2014 innerhalb von wenigen Tagen unter IS-Kontrolle geraten. Damals fielen die Extremisten über einen Großteil des Nordwestens des Landes her und riefen anschließend ein Kalifat auf dem Gebiet aus, das von den Extremisten im Irak und in Syrien gehalten wurde.

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