Islamischer Staat: IS-Bombe steckte wohl hinter Sinai-Absturz

Islamischer Staat: IS-Bombe steckte wohl hinter Sinai-Absturz

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Trauer am Flughafen.

Warum stürzte der russische Ferienflieger am Samstag über dem Sinai ab? Washington und London melden sich nun mit einem klaren Verdacht zu Wort: Eine IS-Bombe soll den Airbus zum Absturz gebracht haben.

Die US-Regierung vermutet auf Grundlage vorläufiger Erkenntnisse einen Bombenanschlag des regionalen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat hinter dem Flugzeugabsturz auf dem Sinai am Wochenende. Dies sei unter anderem aus abgehörten Informationen zu schließen, erfuhr die Nachrichtenagentur AP am Mittwoch in Washington aus Regierungskreisen. Ähnliche Vermutungen gab es auch in London.

Beim Absturz der russischen Verkehrsmaschine über der ägyptischen Sinai-Halbinsel waren am Samstag alle 224 Insassen ums Leben gekommen. Der auf dem Sinai aktive Ableger des IS hatte schon kurz nach der Katastrophe behauptet, er habe den Ferienflieger vom Himmel geholt. Offiziell gibt es von den russischen und ägyptischen Ermittlern noch keine Erkenntnisse zur Absturzursache. Von Anfang an hatte es widersprüchliche Informationen und Vermutungen dazu gegeben.

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Auch aus Washington hieß es, es gebe noch keine offizielle Einschätzung der CIA oder anderer Geheimdienste. Die Beweismittel von der Unfallstelle würden noch ausgewertet, darunter auch die Datenrekorder des Flugzeugs.

Flugzeugunglücke der vergangenen Jahre

  • März 2015

    Eine Germanwings-Maschine zerschellt auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen. Alle 150 Menschen an Bord kommen dabei ums Leben. Der Copilot hatte den Ermittlern zufolge den Autopiloten so manipuliert, dass das Flugzeug vom Typ Airbus A320 abstürzte.

  • Dezember 2014

    Ein Airbus A320 der AirAsia stürzt auf dem Weg von Indonesien nach Singapur in die Javasee vor Borneo. Alle 162 Menschen an Bord kommen ums Leben.

  • Juli 2014

    Beim Absturz einer Passagiermaschine der Malaysia Airlines über der Ostukraine kommen alle 298 Insassen ums Leben. Eine niederländische Untersuchungskommission kommt zu dem Schluss, dass die Boeing 777 von einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde.

  • Juli 2014

    Beim Absturz eines Passagierflugzeugs in Mali sterben alle 116 Menschen an Bord, darunter vier Deutsche. Das Flugzeug vom Typ MD83 war von Ouagadougou (Burkina Faso) nach Algerien unterwegs.

  • März 2014

    Eine Boeing der Fluggesellschaft Malaysia Airlines auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Menschen an Bord verschwindet kurz nach dem Start vom Radar, MH370 wird zu einem der größten Rätsel der Luftfahrtgeschichte. Bisher wurde nur ein Wrackteil gefunden.

Abgefangene Nachrichten spielten bei der Vermutung eine Rolle, dass der IS-Ableger auf dem Sinai einen Sprengsatz in das Flugzeug gebracht habe, verlautete aus Washington. Geheimdienstexperten glaubten jedoch nicht, dass die Operation von der IS-Führung im syrischen Rakka angeordnet worden sei. Aus US-Regierungskreisen hieß es allerdings auch, dass abgefangene Nachrichten manchmal irreführend sein könnten.

Auch die britische Regierung hatte am Mittwoch die Vermutung geäußert, dass es sich um einen Bombenanschlag handeln könnte. Zwar könne man die Ursache des Absturzes nicht eindeutig benennen, doch nährten immer mehr Informationen die Sorge, dass ein Sprengsatz dahinter stecken könnte, hieß es in einer Erklärung von Premierminister David Cameron.

Außenminister Philip Hammond sagte, es gebe eindeutig die Möglichkeit, dass eine Bombe den Absturz ausgelöst habe. Er riet den Menschen in seinem Land davon ab, nach Scharm el Scheich zu reisen. Die Regierung in London setzte als Sicherheitsmaßnahme alle Flüge zur und von der ägyptischen Halbinsel aus. Dies traf in Ägypten auf Kritik. Irland folgte dem britischen Beispiel und stoppte den Flugverkehr nach Scharm el Scheich bis auf weiteres.

weitere Artikel

Der Airbus A321-200 der russischen Gesellschaft Metrojet war am Samstag kurz nach dem Start im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich über einer Unruheregion im Norden des Sinai in einer Flughöhe von 31 000 Fuß (knapp 9,5 Kilometer) auseinandergebrochen und abgestürzt. An Bord waren fast ausschließlich russische Urlauber aus dem Großraum St. Petersburg.

Der Chef des Flughafens von Scharm el Scheich wurde am Mittwoch ausgetauscht: Auf den bisherigen Leiter Abdel-Wahab Ali folge der Pilot Emad al-Balasi, sagte der Vorsitzende des ägyptischen Staatskonzerns, der für die ägyptischen Zivilflughäfen zuständig ist, Adel Mahgub. Der Schritt habe nichts mit der medialen Skepsis rund um die Flughafensicherheit zu tun.

Die russischen Ermittler wollten mit Verweis auf die laufende Untersuchung nach wie vor keine Erklärungen über die Ursache des Absturzes abgeben. Ein auf Satellitenbildern festgehaltener Hitzeblitz rund um das Flugzeug könnte Experten zufolge aber auf eine Explosion an Bord hindeuten, sei es durch eine technischen Defekt oder eine Bombe. Einen Raketenangriff schlossen Experten aus.

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