Islamischer Staat: Russland bombardiert weiter Ziele in Syrien

Islamischer Staat: Russland bombardiert weiter Ziele in Syrien

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Russische Kampflugzeuge vom Typ Sukhoi Su-27.

Die russischen Luftangriffe in Syrien lösen scharfe internationale Kritik aus. Moskau betont, der Kampfeinsatz gelte ausschließlich „Terroristen“. Die USA bezweifeln das.

Russland hat seine umstrittenen Luftangriffe in Syrien fortgesetzt und Kritik aus dem Ausland zurückgewiesen. Kampfjets hätten mehrere Stellungen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) bombardiert, sagte Igor Konaschenkow vom Verteidigungsministerium in Moskau.

Westliche Kritik an der Intervention wies Russlands Außenminister Sergej Lawrow entschieden zurück. Ins Visier genommen würden nur Stellungen von „Terroristen“, sagte er nach einem Treffen mit US-Chefdiplomat John Kerry in New York. Er wies Vorwürfe von sich, die Attacken hätten auch gemäßigten Rebellen gegolten, und es habe zivile Opfer gegeben.

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Chronik der IS-Krise

  • 6. Januar 2014

    IS-Rebellen besetzen Falludscha in der irakischen Provinz Anbar. Hunderttausende fliehen.

  • 10. Juni 2014

    IS-Kämpfer nehmen die Millionenstadt Mossul ein und überrennen anschließend weitere Teile des Iraks.

  • 13. Juni 2014

    US-Präsident Barack Obama deutet erstmals ein Eingreifen an, allerdings nicht mit Bodentruppen.

  • 30. Juni 1914

    IS ruft ein grenzübergreifendes Kalifat aus.

  • 3. August 2014

    Der IS-Vormarsch nahe Mossul treibt Hunderttausende in die Flucht, vor allem Jesiden.

  • 8. August 2014

    Die USA fliegen erste Angriffe und werfen Nahrung für die Flüchtlinge ab.

  • 15. August 2014

    Deutschland bringt erstmals Hilfsgüter ins Krisengebiet.

  • 20. August 2014

    Die Enthauptung eines US-Journalisten schockt die Welt.

  • 5. September 2014

    Zehn Länder schließen Anti-IS-Koalition.

  • 25. September 2014

    Deutschland liefert erste Waffen an kurdische Kämpfer.

  • 3. Dezember 2014

    Ministertreffen der rund 60 Länder der Anti-IS-Koalition in Brüssel.

US-Verteidigungsminister Ash Carter hatte im Pentagon gesagt: „Es scheint, dass sie in Gegenden waren, wo vermutlich keine IS-Kräfte waren.“ Russlands erklärter Kampf gegen den IS und die gleichzeitige Unterstützung Assads drohe die Lage eskalieren zu lassen. Russland „gießt Öl ins Feuer“, sagte Carter. Scharfe Kritik an den Luftangriffen äußerte auch die syrische Opposition. Russland spalte das Land, teilte der Syrische Nationalrat mit.

Präsident Wladimir Putin hatte auf Bitten der syrischen Führung die Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland befohlen. Laut russischem Verteidigungsministerium hat Russland mehr als 50 Flugzeuge und Militärhubschrauber in Syrien stationiert und bereits zwölf Stellungen des IS bombardiert.

Syrische Regimegegner berichteten von russischen Luftangriffen im Norden des Landes. Sie hätten Ziele in der Provinz Idlib attackiert, meldeten die Lokalen Koordinierungskomitees und das Portal Smart News. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Diese IS-Führer sucht die USA

  • Abd al-Rahman Mustafa al-Qaduli

    Sieben Millionen Dollar Kopfgeld setzen die USA auf al-Qaduli aus. Er sei ein Stellvertreter von Abu Musab az-Zarqawi gewesen, dem Kopf des IS-Vorgängers „Al-Qaida im Irak“.

  • Abu Mohammed al-Adnani

    Der Syrer, der gebürtig Taha Sobhi Falaha heißt, ist den USA eine Belohnung von fünf Millionen Dollar wert. Er soll einer der IS-Sprecher sein und habe wiederholt zu Angriffen auf die USA und den Westen aufgerufen.

  • Tarkhan Tayumurazovich Batirashvili

    Für Informationen über den Georgier Tarkhan Batirashvili zahlen die USA ebenfalls fünf Millionen Dollar. Er soll der Leiter eines Gefängnisses nahe Raka sein, in dem mehrere westliche Geiseln inhaftiert seien.

  • Tariq Bin-al-Tahar Bin al Falih al-‘Awni al-Harzi

    Drei Millionen Dollar zahlen die USA für den Tunesier al-Harzi. Er gilt als eines der frühen Mitglieder des IS und Anführer einer Armee von Selbstmordattentätern.

Die genannten Gebiete stehen unter Kontrolle eines Bündnisses verschiedener Rebellengruppen. Dazu gehört neben moderateren Kräften auch die Nusra-Front, syrischer Ableger der Terrorgruppe Al-Kaida.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Russland habe eine Liste mit extremistischen Organisationen, die bombardiert werden sollten. Er bekräftigte, dass Russland seine Aktionen mit der syrischen Armee koordiniere. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte Satellitenbilder. Darauf sei zu sehen, dass in Syrien unter anderem Munitionsdepots und Treibstofflager sowie Kommandostellen des IS getroffen worden seien, hieß es.

Der Iran begrüßte Russlands Einsatz und sagte Unterstützung zu. „Das ist ein erster praktischer Schritt im Kampf gegen den IS, um eine Lösung zu ermöglichen“, sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham in Teheran. Wie Russland steht auch der Iran auf der Seite des syrischen Machthabers Baschar Al-Assad. Die USA fordern Assads Rücktritt und lehnen eine Zusammenarbeit mit dem Regime in Damaskus ab.

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Lawrow kündigte Gespräche mit den USA über das weitere Vorgehen an. Die Verhandlungen könnten noch am Donnerstag beginnen, sagte er. Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, sagte im ZDF-„Morgenmagazin“, es müsse verhindert werden, dass sich Moskau und Washington in Syrien in die Quere kämen.

Nach Informationen der russischen Tageszeitung „Kommersant“ hat Moskau nahe der syrischen Stadt Latakia eine massive Militärpräsenz aufgebaut. Unter anderem seien dort Suchoi-Kampfjets sowie Mehrzweck- Hubschrauber und Bomber stationiert. Das Blatt hatte auch berichtet, dass sich auf dem russischen Marinestützpunkt in der syrischen Hafenstadt Tartus etwa 1700 russische Soldaten befinden sollen.

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