„Islamischer Staat“: USA setzen Millionen-Kopfgeld auf IS-Führer aus

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„Islamischer Staat“: USA setzen Millionen-Kopfgeld auf IS-Führer aus

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US-Luftschläge auf Kobani.

Insgesamt 20 Millionen US-Dollar setzen die USA auf vier ranghohe Mitglieder des IS aus. Das Ziel: Informationen, die zu ihren Tod führen. Ob jedoch der Tod einzelner Mitglieder den IS nachhaltig schadet, ist fraglich.

Die USA haben ein Kopfgeld von insgesamt 20 Millionen Dollar auf vier mutmaßliche ranghohe Mitglieder des „Islamischen Staats“ (IS) ausgesetzt. Für Informationen, die zur Festnahme oder zum Tod der IS-Köpfe führen, zahlt das State Department in Washington umgerechnet 17,9 Millionen Euro.

Das Programm heißt „Rewards for Justice“ (Belohnungen für Gerechtigkeit). Das Kalkül der USA: Frustrierte IS-Mitglieder, die aussteigen wollen, könnten sich für ihre Zukunft finanziell absichern, indem sie ihre Führer verraten.

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Diese IS-Führer sucht die USA

  • Abd al-Rahman Mustafa al-Qaduli

    Sieben Millionen Dollar Kopfgeld setzen die USA auf al-Qaduli aus. Er sei ein Stellvertreter von Abu Musab az-Zarqawi gewesen, dem Kopf des IS-Vorgängers „Al-Qaida im Irak“.

  • Abu Mohammed al-Adnani

    Der Syrer, der gebürtig Taha Sobhi Falaha heißt, ist den USA eine Belohnung von fünf Millionen Dollar wert. Er soll einer der IS-Sprecher sein und habe wiederholt zu Angriffen auf die USA und den Westen aufgerufen.

  • Tarkhan Tayumurazovich Batirashvili

    Für Informationen über den Georgier Tarkhan Batirashvili zahlen die USA ebenfalls fünf Millionen Dollar. Er soll der Leiter eines Gefängnisses nahe Raka sein, in dem mehrere westliche Geiseln inhaftiert seien.

  • Tariq Bin-al-Tahar Bin al Falih al-‘Awni al-Harzi

    Drei Millionen Dollar zahlen die USA für den Tunesier al-Harzi. Er gilt als eines der frühen Mitglieder des IS und Anführer einer Armee von Selbstmordattentätern.

Die USA hoffen auf Informationen über die genauen Aufenthaltsorte der Gesuchten, um sie mit Drohnen aus der Luft zu töten. So wurde 2012 etwa der al-Qaida-Vize Jahja al-Libi bei einem US-Drohnenangriff auf ein Haus, in dem er Verletzungen auskurierte, getötet.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die USA ein Kopfgeld in Höhe von zehn Millionen Dollar auf den selbsternannten Kalifen des IS Abu Bakr al-Baghdadi ausgesetzt.    

„Ein Verlust al-Baghdadis oder anderer IS-Führungskader würde den IS sicherlich kurzfristig verunsichern und ihm schaden“, erfuhr die WirtschaftsWoche damals aus Kreisen von Sicherheitsbehörden. „Andererseits hatte die Organisation jahrelang Zeit sich auf dessen Verlust vorzubereiten und al-Baghdadi wäre auch nicht der erste Führer des IS, der ausgeschaltet würde.“

Die Führer des IS

  • Abu Musab az-Zarqawi († 2006)

    az-Zarqawi wurde 1966 geboren und 2006 getötet. Auf seinem Kopf hatten die USA ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt – das entspricht dem Kopfgeld, das auf Saddam Hussein ausgesetzt war. Er galt als Experte für chemische und biologische Kampfstoffe.

    Während des Irak-Kriegs gründete er al-Qaida im Irak – der Organisation aus der heute der Islamische Staat (IS) hervorgegangen ist. Er ist für mehrere Terroranschläge und die Enthauptung des Amerikaners Nicholas Berg verantwortlich.

    Am 7. Juni 2006 töteten ihn US-Spezialkräfte nördlich von Bagdad. Nachdem zu einem Gefecht zwischen US-Militärs und Anhängern az-Zarqawis kam, forderten die US-Soldaten einen gezielten Luftschlag auf sein Lager an. Infolge dieses Luftschlags soll az-Zarqawi gestorben sein.

  • Abu Abdullah ar-Raschid al-Baghdadi (Abu Umar al-Baghdadi) († 2010)

    Die Person hinter dem Pseudonym Abu Umar al-Baghdadi ist immer schattenhaft geblieben. Nach irakischen Angaben war er ein ehemaliger irakischer Armeeoffizier. 1985 soll er in dem Widerstand gegen Saddam Hussein beigetreten sein.
    1987 floh er nach Afghanistan, um erst 1991 zurück in den Irak zu kommen. Seine Festnahme wie sein Tod wurden mehrfach gemeldet. Beobachter äußerten immer wieder die Vermutung, hinter dem Kampfnamen existiere keine reale Person – oder er wäre nacheinander von unterschiedlichen Kämpfern verkörpert worden.
    Seit 2010 sind keine Ankündigungen von ihm mehr in die Öffentlichkeit gelangt, weshalb man ihn für tot hält.

  • Abu Bakr al-Baghdadi

    Al-Baghdadi wurde 1971 im Irak geboren. Seit 2010 ist er der Anführer des IS. Seitdem er Mitte 2014 in Teilen Syriens und des Iraks das Kalifat ausgerufen hat, nennt er sich Kalif Ibrahim.
    In Bagdad soll er ab seinem 19. Lebensjahr zehn Jahre lang in einem privaten Moscheegebäude gelebt und Religion studiert haben. Sein Studium soll er zu Beginn der 2000er Jahre mit einer Promotion in Islamischen Recht beendet haben.
    Als die USA 2003 im Irak einmarschierten, gründete al-Baghdadi eine militante Islamistengruppe. 2004 soll er von US-Streitkräften im Irak interniert worden sein.
    Seitdem er 2014 das Kalifat auf syrischem und irakischem Boden ausgerufen hat, ist er nach Ansicht seiner Anhänger oberster Führer der Muslime.

So wurde etwa der Gründer des IS, Abu Musab az-Zarqawi, 2006 durch einen US-Luftschlag auf sein Versteck getötet. Auf ihn war damals ein Kopfgeld von 25 Millionen US-Dollar ausgesetzt gewesen.

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Auch sein Nachfolger Abu Abdullah ar-Raschid al-Baghdadi, ein ehemaliger irakischer Armeeoffizier, ist vermutlich 2010 getötet worden. An seiner Ausbreitung konnten die Tode der Anführer den IS jedoch nicht hindern.

Seit 1984 hat das State Department nach eigener Aussage 125 Millionen Dollar investiert, um Informationen über Terroristen oder mögliche Terror-Anschläge von mehr als 80 Informanten zu erhalten.

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