Island: Hoffnung für Kaupthing-Kunden: Neue Regierung will Lage stabilisieren

Island: Hoffnung für Kaupthing-Kunden: Neue Regierung will Lage stabilisieren

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Kaupthing-Pleite stürzt Regierung von Island

Möglicher EU-Beitritt, steigende Arbeitslosigkeit, hohe Inflationsrate: Islands neue Regierungschefin Johanna Sigurdardottir sucht den Weg aus der Krise. Bekommen auch deutsche Anleger jetzt ihr Geld zurück?

Island stellt die Weichen für eine politische Wende. Nach der Bildung einer Übergangsregierung aus Sozialdemokraten und Links-Grünen wird die Inselrepublik erstmals von einer Frau regiert. Die Sozialdemokratin Johanna Sigurdardottir kündigte an, bis zu den geplanten Neuwahlen Ende April vor allem Unternehmen und Familien unterstützen zu wollen.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise trifft Island hart. Die Inflationsrate ist auf 18 Prozent angestiegen, die Leitzinsen liegen bei 18,6 Prozent. Hohe Lebenshaltungskosten und ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit trieben die Isländer auf die Straßen. Die größten Proteste seit 1949 zwangen die bisherige Regierung unter Ministerpräsident Geir Haarde zum Rücktritt. Ein Staatsbankrott konnte nur durch internationale Kredithilfen vermieden werden. Die neue Ministerpräsidentin Sigurdardottir plant, den Vorstand der isländischen Zentralbank auszutauschen und ein Wirtschaftsprogramm aufzulegen.

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Eine Wende versprechen sich auch die vielen Sparer, die ihr Geld bei isländischen Banken angelegt haben. Aufgrund massiver Zahlungsschwierigkeiten wurden die drei Banken Landsbanki, Glitnir und Kaupthing im Oktober 2008 verstaatlicht, die Konten vorerst eingefroren. Allein in Deutschland warten rund 30 000 Anleger auf ihr Geld.

Konten bald wieder frei?

Am 5. Februar findet eine Gläubigerveranstaltung der Kaupthing Bank in Reykjavik statt. Anleger hoffen jetzt auf Informationen, wie es mit der angeschlagenen Bank weitergeht. Die deutsche Bundesregierung hatte Island ein Darlehen in Höhe von rund 300 Millionen Euro angeboten, um die deutschen Anleger auszuzahlen. Doch bislang sei dieser Betrag noch nicht abgerufen worden, heißt es aus dem Bundesfinanzministerium.

Anlegeranwalt Heinz Steinhübel sieht hier noch politischen Zündstoff. "Es ist bekannt, dass der Inselstaat auch mittelfristig nicht in der Lage sein wird, einen solchen Kredit zurückzuzahlen." Angesichts der schweren Wirtschaftskrise im Land sei es zudem schwierig dem isländischen Steuerzahler zu vermitteln, dass er für die Einlagen ausländischer Sparer aufkommen soll.

Unterdessen sendet auch Brüssel Hilfsangebote über den Atlantik. Island könnte im Eilverfahren bereits 2011 in die EU aufgenommen werden, ein Beitrittsgesuch der Isländer gibt es aber noch nicht. Die Sozialdemokraten unter Ministerpräsidentin Sigurdardottir befürworten eine Mitgliedschaft, die Grünen sind jedoch dagegen. Eine Volksabstimmung könnte den Weg in die EU ebnen: Die Mehrheit der 320 000 Einwohner hält die EU-Mitgliedschaft für den einzigen Weg aus der Krise.

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