Israelischer Luftangriff: Drei Hamas-Führer in Gaza getötet

Israelischer Luftangriff: Drei Hamas-Führer in Gaza getötet

, aktualisiert 21. August 2014, 10:55 Uhr

Israel hat am Donnerstagmorgen einen Luftangriff auf Gaza gestartet. Dabei wurden drei ranghohe Militärführer der Hamas getötet. Dutzende Menschen sollen unter Trümmern eingeschlossen sein.

Israel hat drei Top-Kommandeure der im Gazastreifen herrschenden Hamas mit einem Luftangriff auf ein Haus in Rafah gezielt getötet. Die Hamas bestätigte am Donnerstag den Tod von Mohammed Abu Schimala, Raed al-Attar und Mohammed Barhum, die als zentrale Führer des militärischen Arms der Hamas im Süden des Palästinensergebiets galten. Ob Hamas-Militärchef Mohammed Deif nach einem gezielten Angriff Israels am Dienstagabend noch am Leben ist, war weiter unklar.

Die israelische Armee bestätigte den neuen Einsatz gegen die Top-Kommandeure. „Ja, es war ein gezielter Angriff“, sagte Militärsprecher Arye Shalicar. Der israelische Armeesprecher Peter Lerner teilte über Twitter mit, vor allem Al-Attar und Schimala seien für mehrere Anschläge und den Tod von Israelis verantwortlich.

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Nach Angaben des israelischen Rundfunks handelte es sich um die bislang ranghöchsten Hamas-Kämpfer, deren Tod seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als sechs Wochen bestätigt wurde. Sie seien nach israelischen Informationen an der Entführung des Soldaten Gilad Schalit im Jahre 2006 beteiligt gewesen. Es wurde mit harten Reaktionen der Hamas gerechnet.

Die israelische Luftwaffe flog in der Nacht zum Donnerstag massive Angriffe im Gazastreifen. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv sagte, es seien 20 Ziele an verschiedenen Orten in dem Palästinensergebiet bombardiert worden. Die militanten Palästinenser feuerten hingegen in der Nacht nur eine Rakete auf Israel. Das Geschoss sei über der Stadt Ofakim von der israelischen Raketenabwehr abgefangen worden, sagte die Sprecherin. Am Mittwoch seien insgesamt 175 Raketen auf Israel abgefeuert worden. Nach Medienberichten war dies die höchste Zahl an einem Tag seit Beginn des Gaza-Kriegs am 8. Juli.

Sicherheitsrat "tief besorgt"

Der UN-Sicherheitsrat in New York rief die Konfliktparteien im Nahen Osten „dringend“ dazu auf, Verhandlungen über eine erneute und „langanhaltende“ Waffenruhe aufzunehmen. Israel und die Palästinenser sollten eine Eskalation des Konflikts verhindern und stattdessen eine sofortige Feuerpause vereinbaren, sagte der Vorsitzende des Rats, der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant, am Mittwoch in New York. Der Sicherheitsrat sei angesichts der am Dienstag wieder aufgeflammten Kämpfe in Gaza „tief besorgt“.

Israel bestätigte am Mittwoch den Versuch einer gezielten Tötung des einflussreichen Militärchefs der im Gazastreifen herrschenden Hamas, Mohammed Deif. Ob er tatsächlich getroffen wurde, war zunächst unklar. Deifs 27 Jahre alte Frau, sein sieben Monate altes Kind und weitere Menschen kamen bei dem Luftangriff ums Leben.

Hamas-Funktionär nennt Angriff ein "Verbrechen"

Der US-Nachrichtensender Fox News berichtete unter Berufung auf israelische Geheimdienstquellen, auch Deif sei wohl getötet worden. Hingegen betonten eine von Deifs Schwestern und seine Schwiegermutter in Gaza, er sei am Leben. Auch die Hamas dementierte, dass der 1962 geborene Deif getötet worden sei. Das Gesundheitsministerium in Gaza bezeichnete eine im Internet kursierende Todesurkunde mit dem Namen Deifs vom Schifa-Krankenhaus als Fälschung, berichtete die Zeitung „Jerusalem Post“ am frühen Donnerstagmorgen. Der Hamas-Funktionär Mussa Abu Marsuk nannte den Angriff ein „Verbrechen“.

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Deif gilt in Gaza als einer der wichtigsten Drahtzieher, er hat mehrere versuchte Tötungen durch Israel überlebt. Israel wirft ihm vor, er dirigiere den Gaza-Krieg aus dem Untergrund.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete die Führer der militanten Palästinenserorganisationen im Gazastreifen als „legitimes Ziel“. Er wollte sich jedoch nicht dazu äußern, ob Deif getötet wurde. Gleichzeitig deutete Netanjahu die Möglichkeit einer langfristigen Friedensregelung in der Region an. „Wer sagt, dass wir den Frieden aufgegeben haben?“ Er kündigte einen „neuen diplomatischen Horizont“ an und äußerte die Hoffnung auf neue Friedensgespräche mit den Palästinensern.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor gut sechs Wochen sind nach palästinensischen Angaben etwa 2050 Menschen im Gazastreifen getötet und mehr als 10.000 verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben, Hunderte wurden verletzt.

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