Italien: Prominenter Banker zieht in Montis Kabinett ein

Italien: Prominenter Banker zieht in Montis Kabinett ein

, aktualisiert 16. November 2011, 16:29 Uhr
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Junge Italiener feiern vor dem Präsidentenpalast den Machtwechsel in Italien.

Quelle:Handelsblatt Online

Der designierte Ministerpräsident Mario Monti übernimmt zusätzlich das Amt des Wirtschafts- und Finanzministers. Ein weiteres Superministerium des deutlich verkleinerten Kabinetts geht an einen prominenten Bankchef.

RomDer künftige italienische Ministerpräsident Mario Monti hat im Eiltempo eine neue Regierung für das hoch verschuldete Euro-Land gebildet. Er selber werde zusätzlich das Ressort des Wirtschafts- und Finanzministers übernehmen, erklärte Monti am Mittwoch im Anschluss an Gespräche mit Staatsoberhaupt Giorgio Napolitano.

Der Chef der Bank Intesa Sanpaolo, Corrado Passera, soll neuer Minister für Infrastruktur, Industrie und Transport werden. Damit soll "die Koordinierung der Wachstumsförderung in den Mittelpunkt rücken", sagte Monti.Monti erklärte, es sei ihm wichtig, "dass Schlüsselressorts mit Frauen besetzt werden, die sehr gut qualifiziert sind: für Inneres, Justiz und Arbeit."

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Monti stellte sechzehn Minister vor, davon sind vier ohne Ressort. Sein am Samstag zurückgetretener Vorgänger Berlusconi war 2008 mit 21 Ministern angetreten. Politiker sind entgegen früheren Überlegungen im Kabinett nicht vertreten. „Während der Konsultationen bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Abwesenheit von Politikern der Regierung die Arbeit erleichtert, da sie einen Grund für Befangenheit beseitigt“, erklärte Monti. Er setzte sich zudem mit seiner Forderung durch, dass seine Amtszeit nicht von vorne herein begrenzt wird. Damit kann er bis zum nächsten regulären Wahltermin 2013 amtieren.

Das neue Kabinett soll das Land aus der schweren Krise führen, die es an den Rand des wirtschaftlichen Zusammenbruchs geführt hat und die gesamte Eurozone gefährdet. Am Vormittag hatte Monti die letzten Hindernisse auf dem Weg zu einer neuen Führung des Landes nach dem Rücktritt von Berlusconi ausgeräumt.

Die Regierung muss dann noch vom Parlament bestätigt werden. Es gilt als sicher, dass die 63. italienische Nachkriegsregierung spätestens am Freitag eine breite Zustimmung des Parlaments in Rom erhält. Monti soll das Land aus der tiefen Schulden- und Wachstumskrise der Berlusconi-Ära führen.

Am Dienstag hatten die beiden größten Parteien des Landes - die PdL-Partei des zurückgetretenen Berlusconi und die linke PD (Demokratische Partei) des Pierluigi Bersani - ihre Unterstützung für eine Regierung unter Monti zugesagt. Auch die Sozialpartner befürworten eine Regierung unter dem angesehenen und parteilosen Wirtschaftsfachmann Monti.

Quelle:  Handelsblatt Online
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