Ivanka Trump in Berlin: Die Feministin in der Familie

Ivanka Trump in Berlin: Die Feministin in der Familie

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Die Tochter von US-Präsident Donald Trump, Ivanka, zu Besuch auf dem W20-Summit in Berlin.

von Gregor Peter Schmitz

Donald Trump macht Witze über Frauen und Politik gegen sie. Doch seine Tochter sieht ihn als Frauenförderer und sich als Feministin – das zeigt ein Auftritt in Berlin mit Kanzlerin Merkel.

Es sind die Fragen, die jedem im Raum auf der Zunge liegen. Im Festsaal des Intercontinental Hotels in Berlin sitzen am Dienstagnachmittag Frauen auf einer Bühne, die man getrost als Powerfrauen bezeichnen darf, IWF-Chefin Christine Lagarde etwa, die kanadische Außenministern Chrystia Freeland oder Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Und Ivanka Trump. Wieso sie? Was macht sie eigentlich in Berlin?

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So lauten diese Fragen – und Miriam Meckel, Herausgeberin der WirtschaftsWoche und Moderatorin dieser Runde, spricht sie auch aus: Kommen Sie als Vertreterin ihres Vaters, fragt sie die First Daughter der USA. Als Repräsentantin des amerikanischen Volkes? Oder, schließlich betreibt Ivanka Trump eine Schmuck-und Kosmetiklinie, als Chefin ihres eigenen Unternehmens, die neue Märkte erkunden will?

Also, letztes ganz sicher nicht“, antwortet Trump vorsichtig. Doch in der Tat sei ihre Rolle unklar, sie finde sich noch hinein. Weniger als 100 Tage sei ihr Vater bislang im Amt, gibt sie zu bedenken.

Es ist eine diplomatische Eröffnung. Eine, die Trump fortzusetzen versucht, als sie die progressive Einstellung ihres Vaters zu Frauenrechten hervorhebt.

Da zischt es im Festsaal vernehmlich und Moderatorin Meckel merkt an, so manche seiner Aussagen hätten das ja nicht nahegelegt. Aber Ivanka Trump weicht wieder geschickt aus. Sie könne nur für sich selbst sprechen und für die Tausenden Frauen, die ihr Vater gefördert habe.

Es ist einer der kniffligeren Momente bei diesem W20 Summit, der Teil der deutschen G20-Präsidentschaft ist. Aber es sind Fragen, die auf die Agenda gehören – schließlich soll es, so der Wille von Gastgeberin Merkel, um die Klärung gehen, wieso Frauen in Führungspositionen oft noch unterrepräsentiert sind – so sehr, dass die Lage „frustrierend“ und „deprimierend“ sei, wie es IWF-Chefin Lagarde nennt.

„Gelinde gesagt, gibt es noch Luft nach oben“, sagt die Französin zur wirtschaftlichen Beteiligung von Frauen, sie meint das sarkastisch, natürlich. Schließlich hätte gerade in weniger entwickelten Staaten ein lächerlich geringer Anteil von Frauen Zugang zu Kapital.

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