IWF-Frühjahrstagung: Deutschland gegen den Rest der Welt

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IWF-Frühjahrstagung: Deutschland gegen den Rest der Welt

von Christian Ramthun

Bundesfinanzminister Schäuble steht mit seiner Politik der finanzpolitischen Konsolidierung allein und hofft auf die Wende 2014.

Wie bekommt die Staatengemeinschaft die lahmende Konjunktur wieder flott? Diese Frage dominiert das Frühjahrstreffen der Finanzminister und Notenbankpräsidenten beim Internationalen Währungsfonds, das bis zum Wochenende in Washington stattfindet. Viele setzen nach wie vor auf eine Politik des billigen Geldes. Insbesondere Japan flutet seit einigen Wochen den Finanzmarkt, um die sieche Konjunktur auf die Beine zu zwingen. Vor allem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble warnt jedoch vor der Bildung einer Liquiditätsblase. Statt dessen fordert er zu nachhaltiger Solidität als Voraussetzung für stabiles Wirtschaftswachstum auf.

Freytags-Frage Was ist das Problem des IWF?

Der Internationale Währungsfonds wirkt verunsichert, darüber können auch die markigen Worte von IWF-Chefin Christine Lagarde nicht hinwegtäuschen. Die Institution braucht eine neue Denke.

Will der IWF an Schlagkraft hinzugewinnen und den strukturellen Wandlungen der Weltwirtschaft gerecht werden, sollte bald damit begonnen werden, einige, teils grundlegende Veränderungen umzusetzen. Quelle: AP

Allerdings ist Schäuble in der Rolle des einsamen Rufers. Die meisten Regierungen setzen auf das alte Rezept, mit billigem Geld und zusätzlichen Staatsschulden schnelle konjunkturelle Erfolge erreichen zu wollen. Immerhin wird Schäuble nicht mehr massiv unter Druck gesetzt, auch in Deutschland eine Politik des leichten Geldes zu betreiben. Man entdeckt auch die Vorzüge einer solchen Politik. Bundesbankpräsident Jens Weidmann sagte dazu in Washington: "Deutschland wir seiner Rolle als Stabilitätsanker im Euroraum gerecht."

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In dieser Funktion als Mister Stabilität warnt Schäuble nun im Interview mit der WirtschaftsWoche vor erneuten Anstrengungen: "Es ist viel Geld im Markt, meiner Meinung nach zu viel Geld." Speziell die Europäische Zentralbank (EZB) spricht der Minister an: "Wenn die EZB versucht, Spielräume auszunutzen, um die große Liquidität ein wenig zu verringern, kann ich das nur begrüßen." Schon an der konjunktivischen Sprachwahl erkennt der Beobachter, dass die Finanzdiplomatie so etwas wie ein Wettlauf mit rohen Eiern durch unwegsames Gelände ist.

Auch in Washington zeigt sich, wie unendlich mühsam Fortschritte in der internationalen Finanzgemeinschaft sind. Und wie schnell das Grauen der Finanzkrise verblasst. Eine der wichtigsten Aufgaben bei dieser IWF-Tagung sieht der alte Antreiber Schäuble deshalb darin, dass die Staatengemeinschaft nicht bei ihrer finanzpolitischen Konsolidierung und der Regulierung der Finanzmärkte nachlässt. Und den von Konjunkturkrise und hoher Arbeitslosigkeit gebeutelten Euro-Ländern versucht er Mut zu machen: "2014 werden wir in Europa den Turnerbund schaffen - wenn wir mit den Reformen weitermachen." Das IWF-Treffen bekommt den Charakter eines Coachings.

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