IWF: Ringen um Milliardenkredit

ThemaKonjunktur

IWF: Ringen um Milliardenkredit

Seit Beginn der politischen Umwälzungen im arabischen Frühling 2011 beklagen viele Ägypter eine deutliche Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Lage. Geld wird dringend gebraucht. Der Internationale Währungsfonds bietet eine Milliardenhilfe, stellt aber für Ägypten schmerzhafte Bedingungen.

Ägyptens Regierung setzt in der Wirtschaftskrise auf eine rasche Milliardenhilfe des Internationalen Währungsfonds. Doch IWF-Vertreter fordern noch weitere Reformen in dem nordafrikanischen Land. Eine Delegation aus IWF-Experten traf am Mittwoch in der Hauptstadt Kairo ein, um über die Voraussetzungen für einen Kredit in Höhe von 4,8 Milliarden US-Dollar (3,65 Mrd. Euro) zu beraten.

Eine Bedingung für die mit einer Laufzeit von 22 Monaten vorgesehene Finanzspritze sind schmerzliche Einschnitte bei den Subventionen. Denn zusammen mit den Gehältern im öffentlichen Dienst machen sie etwa die Hälfte aller öffentlichen Ausgaben aus. Die Regierung plant Kürzungen vor allem bei den Energiesubventionen. Gas ist in Ägypten bereits teurer geworden, doch bei den Kosten für Treibstoff zögert die Regierung die Umsetzung noch heraus. Sie fürchtet massive Proteste. Schon jetzt gibt es Demonstrationen der Fahrer von Taxis und Minibussen. Außerdem sind Steuererhöhungen vorgesehen. Wie die staatliche Zeitung „Al-Ahram“ berichtete, sollen aber weder Gehälter noch soziale Ausgaben gekürzt werden.

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Wirtschaftskrise Ägyptens Währung auf Talfahrt

Bis zu den Wahlen soll ein Rezept gegen den drohenden Staatsbankrott gefunden werden.

Lange Schlange vor einem Bankautomaten in Kairo. (Archivbild vom Februar 2011). Quelle: Reuters

Millionen Ägypter beklagen seit den politischen Umwälzungen des arabischen Frühlings 2011 erhebliche Einbußen: Die Devisenreserven des Landes reichen gerade noch aus, um die Importe für drei Monate zu finanzieren. Auch die Direktinvestitionen aus dem Ausland sind deutlich zurückgegangen. Wegen der politischen Unruhen ziehen sich die Verhandlungen mit dem IWF in die Länge. Ägyptens Regierung braucht allerdings möglichst bald einen Beschluss. Denn viele andere potenzielle Geldgeber wollen das nordafrikanische Land nur dann weiter unterstützen, wenn ein IWF-Deal abgeschlossen ist.

Eine deutliche Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Lage sehen viele Ägypter - es gibt Zahlen, die das belegen, aber es sieht nicht in allen Bereichen düster aus. Die offiziellen Angaben zum Wachstum sind durchaus positiv: So stieg die Wirtschaftsleistung 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent. 2012 gab es einen prognostizierten Zuwachs von zwei Prozent. Die Prognose für 2013 beläuft sich auf 3,0 Prozent. Insgesamt dürfte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr nach Schätzungen auf knapp 215 Milliarden Euro summieren.

Allerdings nimmt die Staatsverschuldung zu: 2011 lag sie bei 64,3 Prozent des BIP. Ein Jahr später waren es bereits 68,9, im laufenden Jahr wird mit 71,7 Prozent gerechnet. Die Arbeitslosenquote wird in diesem Jahr Schätzungen zufolge 13,5 Prozent erreichen. Während die Inflationsrate im Jahr der politischen Umwälzungen 11,1 Prozent betrug, wird sie sich 2013 nach Schätzungen auf 10,7 Prozent belaufen.

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Seit Jahren hat Ägypten ein dramatisches Handelsdefizit. Von 2009 bis 2011 war der Wert der eingeführten Waren doppelt so hoch wie der Wert der Exporte. Aktuellere Zahlen lagen nicht vor. Importiert wurden in erster Linie Nahrungsmittel und chemische Erzeugnisse. Beim Export in andere Staaten lagen chemische Erzeugnisse und Erdöl vorn.

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