IWF: Russische Wirtschaft dürfte 2016 wieder leicht wachsen

IWF: Russische Wirtschaft dürfte 2016 wieder leicht wachsen

Die wirtschaftliche Erholung Russlands steht auf einem wackligen Fundament. Vor allem neue Spannungen im Ukraine-Konflikt könnten Moskau einen Strich durch die Rechnung machen.

Die russische Wirtschaftsleistung wird dieses Jahr um 3,4 Prozent schrumpfen, wie der IWF in einem am Montag veröffentlichten Länderbericht voraussagt. Im kommenden Jahr dürfte es aber zu einem Mini-Wachstum von 0,2 Prozent reichen. Hauptgründe für die Rezession seien der Rückgang des Ölpreises und die Sanktionen des Westens, eine Reaktion auf die russische Politik im Ukraine-Konflikt. "Eine Zunahme der geopolitischen Risiken stellt das größte Risiko für den Ausblick dar", warnte der Fonds. Auf mittlere Sicht hält er wieder ein Wachstum von 1,5 Prozent im Jahr für machbar. Dringend nötig seien aber Reformen.

Die Auswirkungen der Russland-Sanktionen auf deutsche Branchen

  • Maschinenbau

    Der wichtige Industriezweig leidet besonders stark unter dem Einbruch des Russland-Geschäfts - denn die Branche ist für mehr als ein Fünftel (2014: 22 Prozent) aller deutschen Ausfuhren in das Riesenreich verantwortlich. 2014 brachen sie um 17 Prozent ein. Damit ging Geschäft im Volumen von 1,3 Milliarden Euro verloren. Russland fiel damit in der Rangliste der wichtigsten Abnehmerländer auf Rang zehn zurück. 2013 war das Land noch der viertgrößte Absatzmarkt für den deutschen Maschinenbau. In diesem Jahr setzt sich der Trend fort: Allein bis Mai gingen die Exporte um 30 Prozent zurück.

  • Elektroindustrie

    Die deutsche Elektroindustrie hat 2014 soviel Waren ins Ausland geliefert wie nie. Insgesamt kletterten die Exporte um 4,9 Prozent auf den Rekordwert von 165,5 Milliarden Euro. Und das, obwohl das Russland-Geschäft um 1,2 Milliarden Euro geringer ausfiel als 2013 - und damit die mit Abstand größte Belastung des Exportwachstums der Branche war.

  • Automobilbranche

    Der russische Automarkt brach im vergangenen Jahr um zehn Prozent ein. Das trifft nicht alle deutschen Hersteller gleichermaßen. Für Daimler ist Russland nur ein vergleichsweise kleiner Markt. Europas größter Autobauer Volkswagen muss dagegen spürbare finanzielle Einschnitte in Kauf nehmen. Der Autobauer Opel stellt wegen der Absatzkrise sein Geschäft auf dem einstigen Hoffnungsmarkt bis zum Jahresende komplett ein.

  • Textilien

    Gelitten hat auch die deutsche Textilindustrie. Der Gesamtverband Textil und Mode spricht von einem Exportminus von zwölf Prozent. Für den Hemdenhersteller Olymp ist Russland inzwischen nur noch der zweitgrößte Markt. Dem Hemdenhersteller macht unter anderem der schwache Rubel zu schaffen, der seine Produkte vergleichsweise teurer macht.

  • Nahrungsmittel

    Russland galt lange als wichtigster Absatzmarkt für deutsche Agrar- und Lebensmittelexporteure außerhalb der EU. Schon vor den Sanktionen erschwerten nach Angaben des Verbandes BVE aufwendige Einfuhrvorschriften sowie Handelshemmnisse und Betriebssperrungen das Exportgeschäft. 2013 seien die Agrarausfuhren um 14,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken, Lebensmittelexporte um 16 Prozent. 2014 habe sich der Rückgang wegen des russischen Importverbotes verschärft. Die Agrarexporte brachen 2014 um 28 Prozent ein, die Lebensmittelexporte um 32 Prozent.

Die IWF-Prognose basiert auf der Annahme, dass es zu keinen weiteren externen Schocks für die russische Wirtschaft kommt. Die westlichen Sanktionen und die von Moskau verhängten Gegenmaßnahmen dürften kurzfristig die russische Wirtschaftsleistung um ein bis 1,5 Prozentpunkte drücken. Dauern sie länger an, könnte die Konjunktur auf mittlere Sicht sogar um neun Prozent geringer ausfallen als ohne diesen Effekt.

Russland als großer Rohstoff-Exporteur muss sich aus IWF-Sicht auf einen niedrigeren Ölpreis einstellen. Zudem seien Strukturreformen nötig, um mehr Wettbewerb auf den heimischen Märkten zu ermöglichen sowie für mehr Transparenz und Effizienz bei Investitionsvorhaben des Staates zu sorgen.

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Die Russland-Schwäche und die Folgen der Sanktionen treffen auch die hiesigen Unternehmen. In den ersten fünf Monaten sackten die Ausfuhren nach Russland nach Angaben des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft um gut ein Drittel ab. Dennoch gibt immer noch deutsche Firmen in dem Land, die trotz der schwierigen Bedingungen Umsatzzuwächse erzielen.

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