Transparency International: Korruption fördert den Populismus

Jahresbericht von Transparency International: Korruption fördert den Populismus

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Grassierende Korruption in vielen Ländern wird durch populistische Anführer nach Einschätzung von Transparency International nur noch schlimmer.

Viel Korruption schafft viel Politikverdrossenheit - und davon profitieren die Populisten, warnt die Antikorruptions-Organisation Transparency International in ihrem jüngsten Jahresbericht.

Die ausufernde Korruption in vielen Ländern der Welt gibt nach Einschätzung von Transparency International Populisten Aufwind. „Die Menschen sind die zu vielen leeren Versprechungen der Politiker, etwas gegen die Korruption zu tun, leid und wenden sich populistischen Politikern zu, die einen Systemwandel versprechen“, heißt es im jüngsten Jahresbericht der Antikorruptions-Organisation. Damit verschlechtere sich die Lage aber meistens nur.

„Statt den Vetternwirtschafts-Kapitalismus anzugehen, errichten diese Führer oft noch schlimmere Formen korrupter Systeme“, sagte der Vorsitzende der in Berlin ansässigen Organisation, José Ugaz. Nur dort, wo es Meinungsfreiheit, Transparenz und starke demokratische Institutionen gebe, könne Korruption erfolgreich bekämpft werden.

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In Ländern wie der Türkei oder Ungarn, wo autokratische Anführer an Macht gewonnen hätten, habe sich die Einstufung in den vergangenen Jahren verschlechtert. Dagegen beginne sich die Lage in Argentinien, wo eine populistische Regierung 2015 abgewählt wurde, zu verbessern.

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Insgesamt hat die Korruption nach Einschätzung von Transparency im vergangenen Jahr weltweit zugenommen. Es gebe mehr Länder, in denen sich die Lage 2016 verschlechtert habe, als solche, die besser als 2015 dastünden. In 69 Prozent der insgesamt 176 untersuchten Länder sei die Korruption sehr hoch.

Im Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) 2016 behauptet Dänemark den Spitzenplatz als das Land mit der niedrigsten festgestellten Korruption. Neuseeland liegt gleichauf, es folgt Finnland. Deutschland steht unverändert auf Platz 10. Am untersten Ende der Skala rangiert im zehnten Jahr hintereinander Somalia. Den vorletzten Platz belegt der Südsudan knapp unter Nordkorea.

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Der Index basiert auf Einschätzungen zur Korruption im öffentlichen Sektor, die von Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen abgegeben werden. Die Skala reicht von 0 Punkten - als sehr korrupt wahrgenommen - bis zu 100 Punkten für völlige Korruptionsfreiheit.

Am stärksten verschlechtert hat sich im Jahresvergleich Katar, das 10 Punkte einbüßte. „Die Fifa-Skandale, die Ermittlungen zur Vergabe der Weltmeisterschaft 2022 in Katar und Berichte über Menschenrechtsverletzungen bei Arbeitsmigranten haben die Wahrnehmung des Landes klar beeinträchtigt“, sagte Ugaz. Verbessert habe sich die Situation unter anderem in Weißrussland, Myanmar und Afghanistan.

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