Jemen: Huthi-Rebellen ziehen sich aus Aden zurück

Jemen: Huthi-Rebellen ziehen sich aus Aden zurück

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In der jemenitischen Hafenstadt Aden herrscht Ausnahmezustand.

Der Konflikt im Jemen wird immer brutaler. In den Straßen von Aden liegen ungeborgene Leichen herum. Die Zivilbevölkerung wird im Stellvertreter-Krieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran zum Bauernopfer.

Nach schweren saudischen Luftangriffen haben sich die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Zentrum der südjemenitischen Hafenmetropole Aden zurückgezogen. „Wir kontrollieren jetzt den Großteil der Stadt, und die Luftschläge der (saudisch geführten) Koalition haben uns enorm geholfen“, sagte ein Kämpfer einer regierungstreuen Miliz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur.

Die Huthis waren am Vortag mit Panzern und Artillerieunterstützung in Aden eingerückt. Kurzzeitig hatten sie das Zentrum und einen Präsidentenpalast unter ihre Kontrolle gebracht. Die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos warnte vor einer drohenden humanitären Katastrophe. Allein in den letzten zwei Wochen seien bei den Kämpfen im Jemen 519 Zivilisten getötet worden, teilte sie mit.

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In Aden forderten die Straßenkämpfe und Bombardierungen zahlreiche Opfer unter der Zivilbevölkerung. „Von Angst getriebene Bewohner flüchteten von Nachbarschaft zu Nachbarschaft“, berichtete ein Lokaljournalist im arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira. „Immer noch liegen viele Leichen in den Straßen herum, und es ist immer noch nicht sicher genug, um sie zu bergen.“

Die Aufständischen aus dem Norden hatten im vergangenen September die Hauptstadt Sanaa erobert. Letzte Woche rückten sie bis an den Rand von Aden vor. Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi, der seinen Amtssitz von Sanaa nach Aden verlegt hatte, floh daraufhin aus dem Land. Die Huthis werden von Armee-Einheiten unterstützt, die zu dem 2012 abgetretenen Ex-Präsidenten Ali Abdullah Salih loyal geblieben sind. Außerdem sollen sie Hilfe vom Iran erhalten.

Südjemen Al Qaida befreit 300 Häftlinge

Die islamistische Organisation Al Qaida hat in der jemenitischen Hafenstadt Aden ein Gefängnis gestürmt. Zudem sollen schiitische Huthi-Rebellen auch noch den Präsidentenpalast erobert haben, heißt es.

Saudi-Arabien und neun weitere Länder der Region, die Hadi unterstützen, bombardieren seit neun Tagen Stellungen, Panzerkolonnen und Militärkonvois der Huthis. Für die Teilnehmer der sunnitischen Militärkoalition sind die Huthis „Klienten“ Teherans, das auf diese Weise die Kontrolle über den Hinterhof Riads gewinnen wolle.

Auch die Türkei ist bereit, die Militärallianz mit logistischer Hilfe und Geheimdienstinformationen zu unterstützen. Ankara sei aber für politische Lösungen, betonte Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Freitag bei einem Besuch in der litauischen Hauptstadt Vilnius.

Die bislang auf Luftschläge und Schiffsartillerie beschränkte Militärintervention war auch eine Reaktion auf die sich abzeichnende Einigung der Weltmächte mit dem Iran über dessen Atomprogramm. Die vorläufige Vereinbarung, die am Donnerstag erzielt wurde, bedeutet in der Sicht Saudi-Arabiens und seiner arabischen Partner, dass sich das Kräftegleichgewicht in der Region zugunsten des Iran verschieben wird.

UN-Koordinatorin Amos gab indes bekannt, dass im Jemen allein in den zwei letzten Wochen 519 Zivilisten getötet und 1700 weitere verletzt wurden. Über die Zahl der getöteten Kämpfer - bei den Huthi-Rebellen wie bei den regierungstreuen Milizen - lagen keine Angaben vor. „Zehntausende Menschen flohen aus ihren Häusern. Einige überquerten das Meer, um Djibouti und Somalia zu erreichen. Es mangelt an Strom, Wasser und elementarem medizinischen Bedarf“, hielt Amos in ihrer Pressemitteilung fest, die am Donnerstag (Ortszeit) in New York veröffentlicht wurde.

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