Jemen: Saudi-Arabien sperrt Flughäfen

Jemen: Saudi-Arabien sperrt Flughäfen

, aktualisiert 26. März 2015, 10:29 Uhr
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Der saudische Verteidigungsminister Mohammad bin Salman (rechts) und der Innenminister Mohammed bin Nayef informieren sich über die Militäroperation im Jemen.

Auf mehreren Flughäfen im Süden des Jemen wurden die Flüge ausgesetzt. Auch einen Bodeneinsatz schließt Saudi-Arabien mittlerweile nicht mehr aus.

Saudi-Arabien hat am Donnerstag infolge des Jemen-Konflikts internationale und Inlandsflüge auf sieben Flughäfen im Süden des Landes ausgesetzt. Betroffen seien unter anderem die Airports Dschisan, Abha und Wadi al-Dawaser, teilte die Luftfahrtbehörde mit. Sie gab keinen Grund für die Schließung an. Im Jemen wurden alle großen Seehäfen wegen des Konflikts geschlossen. Das verlautete am Donnerstag aus Schifffahrtskreisen.

Im Kampf gegen die schiitische Huthi-Miliz schließt Saudi-Arabien mittlerweile einen Einsatz von Bodentruppen nicht mehr aus. Es sei möglich, dass eine Bodenoffensive nötig sei, um in dem Nachbarland die Ordnung wiederherzustellen, sagte ein mit Verteidigungsfragen vertrauter saudi-arabischer Insider am Donnerstag. "Wir können unser Ziel, die legitime Regierung wieder in Kraft zu setzen, nicht erreichen, indem wir den Himmel über dem Jemen kontrollieren", sagte er.

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Die Akteure des Konflikts im Jemen

  • Die Huthis

    Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

  • Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi

    Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Sein neuer Aufenthaltsort war zunächst unklar.

  • Saudi-Arabien

    Saudi-Arabien hat als reichster Golfstaat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Huthi-Stellungen.

  • Der Iran

    Der Iran versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und forderte einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

  • Ex-Präsident Ali Abdullah Salih

    Ex-Präsident Ali Abdullah Salih schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben und einen Weg zurück an die Macht zu suchen. Der Langzeitherrscher war nach Protesten gegen ihn Anfang 2012 zum Rücktritt gezwungen worden.

  • Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel

    Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

Kurz nach dem Beginn von saudischen Luftangriffen im Jemen meldeten die Einheiten von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi erste Erfolge. Hadi-treue Kräfte hätten am Donnerstag die Kontrolle über den Flughafen Aden im Süden des Landes zurückgewonnen, meldeten der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabija und jemenitische Medien. Einheiten, die mit den schiitischen Huthi-Rebellen verbündet sind, hatten den Flughafen zuvor nach Kämpfen eingenommen.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten hatten in der Nacht zum Donnerstag mit Luftangriffen auf Stellungen der Huthis im Jemen begonnen. Nach einer Reihe von Luftschlägen habe die saudi-arabische Luftwaffe die Lufthoheit über den Jemen, berichtete Al-Arabija. Nach unbestätigten Berichten sollen bei Luftschlägen auch ein Stützpunkt nördlich der Hauptstadt Sanaa sowie die politische Zentrale der Rebellen in der Hauptstadt getroffen worden sein.

Jemen Saudi-Arabien bombardiert Huthi-Rebellen

Der Konflikt im Jemen spitzt sich zu. Inzwischen bombardieren die Saudis auf Bitten des Präsidenten die Huthi-Rebellen.

Der saudische Botschafter in Washington, Adel al-Dschabir Quelle: AP

Mit dem Militäreinsatz unterstützen Saudi-Arabien und seine Verbündeten Präsident Hadi, der vor den Rebellen nach Aden geflohen war. Die Huthis hatten in den vergangenen Monaten große Teile des Landes eingenommen, darunter die Hauptstadt.

Sie gelten als Verbündete des ebenfalls schiitischen Irans, der ein angespanntes Verhältnis zu Saudi-Arabien hat. Das saudische Königreich will einen größeren Einfluss Teherans auf die Region verhindern. Die Huthis sind zudem mit dem früheren jemenitischen Präsident Ali Abdullah Salih verbündet, der Anfang 2012 nach Protesten gegen ihn zurücktreten musste.

Laut Al-Arabija beteiligen sich die Vereinigten Arabischen Emirate mit 30 Flugzeugen, Kuwait und Bahrain mit jeweils 15 und Katar mit zehn Maschinen. Jordanien, Marokko und der Sudan hätten jeweils sechs Kampfjets entsandt, hieß es weiter. Die ägyptische Nachrichtenseite Al-Ahram meldete, auch Kairo stelle militärische Hilfe zur Verfügung. Die USA gewähren logistische und geheimdienstliche Unterstützung.

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