Jemen: UN-Sondergesandter legt Amt nieder

Jemen: UN-Sondergesandter legt Amt nieder

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Eine Friedenslösung für den Jemen ist nach wie vor nicht in Sicht.

Vier Jahre lang versuchte der Spitzendiplomat Dschamal Benomar den Jemen auf den Pfad des Friedens zu führen - das gelang nicht. Nun wirft der UN-Sondergesandte hin.

Inmitten des blutigen Machtkampfs um den Jemen legt der zuständige UN-Sondergesandte Dschamal Benomar sein Amt nieder. Das teilten die Vereinten Nationen am Mittwoch mit. Benomar habe nach vier Jahren Interesse an einer neuen Aufgabe bekundet. Sein Nachfolger werde bald bekanntgegeben. Wegen ausbleibender Fortschritte bei den Bemühungen um eine Friedenslösung für den umkämpften Jemen war zuletzt Kritik an Benomar laut geworden, vor allem aus Saudi-Arabien, Jemens nördlichem Nachbarn.

Das Königreich führt derzeit eine Militärkoalition gegen die im Jemen aktiven Huthi-Rebellen an. Mit Luftangriffen soll der Vormarsch der schiitischen Aufständischen gestoppt werden, die den international anerkannten jemenitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi in die Flucht getrieben haben.

Die Akteure des Konflikts im Jemen

  • Die Huthis

    Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

  • Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi

    Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Sein neuer Aufenthaltsort war zunächst unklar.

  • Saudi-Arabien

    Saudi-Arabien hat als reichster Golfstaat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Huthi-Stellungen.

  • Der Iran

    Der Iran versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und forderte einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

  • Ex-Präsident Ali Abdullah Salih

    Ex-Präsident Ali Abdullah Salih schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben und einen Weg zurück an die Macht zu suchen. Der Langzeitherrscher war nach Protesten gegen ihn Anfang 2012 zum Rücktritt gezwungen worden.

  • Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel

    Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

Die UN würden nichts unversucht lassen, den Friedensprozess wieder in Gang zu bringen, hieß es in der Mitteilung zu Benomars Rücktritt weiter. Doch ist diese Aufgabe schwieriger denn je geworden, da sich der Kampf um den bitterarmen Jemen zu einem Stellvertreterkonflikt zwischen Saudi-Arabien und dessen sunnitischen Verbündeten einerseits sowie dem überwiegend schiitischen Iran andererseits entwickelt hat, der die Huthi-Rebellen unterstützt. Mehr als 700 Menschen sind seit Beginn der Luftangriffe getötet worden.

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Mit dem jüngsten Erstarken der Huthi-Aufständischen wuchs auch der Druck auf Benomar. Erst vergangene Woche hatte der saudi-arabische UN-Botschafter Abdallah Al-Muallimi den Abgang des marokkanischen Spitzendiplomaten angedeutet. „Wir unterstützen die Mission des Sondergesandten des UN-Generalsekretärs weiter, wen auch immer er zum Sondergesandten ernennt, und ja, fürs erste ist das Dschamal Benomar“, sagte Al-Muallimi vor Reportern. Im Jahr 2011 war Benomar mit der Aufgabe betraut worden, den Jemen aus dem Chaos nach dem Arabischen Frühling in eine friedliche Phase des Übergangs zu begleiten. Zeitweise wurde das Land sogar als politisches Musterbeispiel gelobt. Doch räumten die UN nun in der Stellungnahme ein, dass „dieser Prozess leider durch die dramatische Gewalteskalation unterbrochen“ worden sei.

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