Kabul: Sicherheitskräfte wehren Taliban-Angriff auf Parlament ab

Kabul: Sicherheitskräfte wehren Taliban-Angriff auf Parlament ab

, aktualisiert 22. Juni 2015, 14:13 Uhr
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Afghanische Sicherheitskräfte sind an einem Krater in Kabul zu sehen, nachdem dort am Montag eine Bombe explodierte.

In der afghanischen Hauptstadt Kabul haben Taliban-Kämpfer am Montag eine Bombe gezündet. Ihr Ziel: Sie wollten das Parlament stürmen. Die Sicherheitskräfte töteten alle acht Angreifer.

Beim Sturm eines Taliban-Kommandos auf das afghanische Parlament sind alle acht Angreifer und zwei Zivilisten getötet worden. Zunächst sprengte sich am Montag nach Polizeiangaben ein Selbstmordattentäter in einem Auto am Westtor des Parlamentsgeländes in die Luft, um seinen Mitkämpfern Zugang zu verschaffen. Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, sagte: „Sieben Angreifer, die versuchten, das Parlamentsgebäude zu stürmen, wurden alle durch Sicherheitskräfte getötet.“ Abgeordnete seien nicht zu Schaden gekommen.

Ein Polizeisprecher sagte, ein Kind und eine Frau seien bei der Detonation der Autobombe getötet worden. Nach Krankenhausangaben wurden mehr als 30 Zivilisten verletzt.

Kabuls Polizeichef Abdul Rahman Rahimi sagte, die Angreifer seien beim Eindringen in das Gelände von Polizisten in Kämpfe verwickelt worden und in ein nahe gelegenes Gebäude geflohen. Von dort aus hätten sie sich Gefechte mit den Sicherheitskräften geliefert. Die Taliban bekannten sich zu der Tat. „Das Parlamentsgebäude ist unter schwerem Angriff der Mudschaheddin und ist umstellt worden“, teilte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid über Twitter mit.

Einsatzbereitschaft der Waffensysteme der Bundeswehr

  • Die Mängelliste der Bundeswehr

    Ein nicht unerheblicher Teil des Materials der Bundeswehr ist momentan nicht einsatzfähig. Es fehlt auch an Ersatzteilen. Besonders beim Fluggerät sind die Ausfälle gravierend. Das geht aus einem Bericht der Bundeswehr hervor.

    Quellen: Bundeswehr/dpa

  • Hubschrauber "Tiger"

    Bestand: 31

    Nicht einsatzbereit: 21

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 10

  • Hubschrauber NH90

    Bestand: 33

    Nicht einsatzbereit: 25

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 8

  • Hubschrauber "Sea King"

    Bestand: 21

    Nicht einsatzbereit: 6

    In Wartung / Instandsetzung: 12

    Einsatzbereit: 3

  • Hubschrauber "Sea Lynx"

    Bestand: 22

    Nicht einsatzbereit: 4

    In Wartung / Instandsetzung: 14

    Einsatzbereit: 4

  • Hubschrauber CH53

    Bestand: 83

    Nicht einsatzbereit: 40

    In Wartung / Instandsetzung: 27

    Einsatzbereit: 16

  • Kampfjet "Eurofighter"

    Bestand: 109

    Nicht einsatzbereit: 35

    In Wartung / Instandsetzung: 32

    Einsatzbereit: 42

  • Kampfjet "Tornado"

    Bestand: 89

    Nicht einsatzbereit: 23

    In Wartung / Instandsetzung: 28

    Einsatzbereit: 38

  • Korvette K130

    Bestand: 5

    Nicht einsatzbereit: 3

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 2

  • Fregatten

    Bestand: 11

    Nicht einsatzbereit: 3

    In Wartung / Instandsetzung: 1

    Einsatzbereit: 7

  • U-Boot U212

    Bestand: 4

    Nicht einsatzbereit: 3

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 1

  • Panzer "Marder"

    Bestand: 406

    Nicht einsatzbereit: 126

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 280

  • Truppentransporter "Boxer"

    Bestand: 180

    Nicht einsatzbereit: 110

    In Wartung / Instandsetzung: 0

    Einsatzbereit: 70


Im Parlament wollte sich am Montag der designierte Verteidigungsminister Masum Staniksai vorstellen. Zudem hätte am Montag die neue Legislaturperiode des Parlaments begonnen. Da es bislang keine Wahlen gab, verlängerte Präsident Aschraf Ghani die derzeitige Sitzungsperiode in einem umstrittenen Schritt auf unbestimmte Zeit. Der Außenpolitik-Experte der Grünen im Bundestag, Omid Nouripour, warnte mit Blick auf den Angriff und auf die verschobene Wahl: „Es droht ein politisches Vakuum in Afghanistan.“

In einem Fernseh-Mitschnitt aus der Parlamentssitzung war eine laute Detonation zu hören. Anschließend schrien Menschen, Staub wirbelte auf. In der Nähe des Parlaments waren Explosionen und Schüsse zu hören. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Abgeordnete aus dem Gebäude flohen. Die Darulaman-Straße, die zum Parlament führt, wurde von Sicherheitskräften abgeriegelt.

Am früheren Bundeswehr-Standort Kundus setzten die Taliban ihren Vormarsch unterdessen fort. In der Provinz eroberten die Aufständischen am Montag weitgehend den Bezirk Dascht-e-Archie, wie Distriktgouverneur Nasruddin Sayedi sagte. „Die Gefechte zwischen Extremisten und Sicherheitskräfte dauerten die Nacht über an, bis er am frühen Morgen an die Taliban fiel.“ Die Regierung habe die erbetene Verstärkung nicht geschickt.

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Damit ist der zweite von sieben Distrikten in der Provinz unter Kontrolle der Taliban. Am Wochenende war es ihnen gelungen, Char Darah einzunehmen, wo mehrere deutsche Soldaten gefallen waren. Die Bundeswehr war im Oktober 2013 aus Kundus abgezogen.

Die Taliban haben im April ihre Frühjahrsoffensive begonnen. Die afghanischen Sicherheitskräfte sind weitgehend auf sich selber gestellt, seit der Nato-Kampfeinsatz Ende vergangenen Jahres auslief.

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