Kampf gegen IS: USA schicken 400 weitere Soldaten in den Irak

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Kampf gegen IS: USA schicken 400 weitere Soldaten in den Irak

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Die Tötung eines US-Journalisten durch die Terrormiliz IS setzt Präsident Barack Obama unter Zugzwang. Er sandte weitere Soldaten zum Schutz der US-Botschaft in die irakische Hauptstadt.

Die Terrormiliz Islamischer Staat fordert die USA erneut heraus. Washington schickt weitere Soldaten in den Irak. Auf dem Nato-Gipfel in Wales will Präsident Obama eine Allianz gegen die Terroristen schmieden.

Die USA schicken weitere 400 Soldaten in den Irak. Davon sollten 350 den Schutz der US-Botschaft in Bagdad verstärken, teilte John Kirby, Sprecher des Verteidigungsministeriums, am Dienstagabend mit. Insgesamt seien damit 820 Mann für den Schutz der Botschaftsgebäude abgestellt. Rund 50 Soldaten, die derzeit in Bagdad seien, würden in anderen Ländern der Region stationiert, sagte Kirby. Dazu nannte Kirby keine Einzelheiten. Bereits vor Wochen hatte Präsident Barack Obama angesichts des Vormarsches der Milizen Islamischer Staat (IS) mehrere Hundert Soldaten in den Irak geschickt. Die Regierung in Washington betont, es kämen keine Kampftruppen in den Irak.

Obama werde beim Nato-Gipfel in Wales in dieser Woche mit den Nato-Alliierten über zusätzliche Maßnahmen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beraten, teilte das Weiße Haus mit. Ziel sei eine internationale Koalition auf breiter Basis mit einer umfassenden Strategie und der Unterstützung der Partner im Kampf gegen die IS-Miliz. Die USA setzten ihre Luftangriffe gegen die IS im Irak auch am Montag fort. Bisher wurden nach Angaben des Zentralkommandos in Tampa (US-Bundesstaat Florida) insgesamt 124 Luftangriffe gegen die Terroristen im Irak geflogen.

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US-Journalist enthauptet

Die mutmaßliche Enthauptung eines weiteren amerikanischen Journalisten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) löst weltweites Entsetzen aus. Der britische Premier David Cameron sprach von einem „verachtenswerten und barbarischen Mord“. Der französische Präsident François Hollande meinte, die Tat beweise den „schändlichen Charakter der Dschihadisten-Organisation, die die Freiheit infrage stellt und nur den Terror kennt.“ Allerdings wiesen beide ausdrücklich darauf hin, dass es noch keine abschließende Bestätigung für den Tod des Reportes gebe.

Druck auf Obama wächst Weiterer US-Journalist im Irak enthauptet

Die Terrormiliz IS macht ihre grausige Ankündigung wahr. Nach dem Reporter James Foley enthauptet sie offenbar einen zweiten Amerikaner. Jetzt ist ein Brite in Todesgefahr.

Der vor einem Jahr entführte Reporter Sotloff soll vor laufender Kamera getötet worden sein. Quelle: AP

Der vor einem Jahr in Syrien entführte Steven Sotloff (31) soll aus Rache für die US-Luftangriffe im Irak vor laufender Kamera getötet worden sein, wie das US-Forschungsinstitut Site berichtet. Es beruft sich dabei auf ein Internet-Video, das die IS ins Netz gestellt habe. Das Institut verfolgt weltweit die Aktivitäten von Terrororganisationen. Die IS-Miliz droht demnach, als nächstes eine britische Geisel umzubringen. Erst vor knapp zwei Wochen hatten die Extremisten, die weite Landstriche in Syrien und im Irak beherrschen, bereits den US-Journalisten James Foley enthauptet.

Die internationale Journalistenorganisation Committee to Protect Journalists (CPJ) forderte eine Bestrafung der Täter. Die Ermordungen Foleys und Sotloff „waren Kriegsverbrechen, und diejenigen, die sie begangen haben, müssen zur Rechenschaft gezogen werden“, teilte sie mit. Sie betonte, Sotloff und Foley „waren Zivilisten, keine Repräsentanten irgendeiner Regierung“.

Keine Stellungnahme der Regierung

Unklar war zunächst, wie die USA und die internationale Gemeinschaft auf das mutmaßliche Verbrechen reagieren. Vom Obama gab es zunächst keine Stellungnahme. Er flog kurz nach der Nachricht zu einem Besuch ins Baltikum. Cameron kündigte für diesen Mittwoch Beratungen mit seinen Sicherheitsexperten an.

Das Institut Site veröffentlichte eine Mitschrift des Videos. Demnach richtete der mutmaßliche Täter mit gezücktem Messer eine Warnung direkt an Obama, die Militärangriffe im Irak gegen den IS zu unterlassen: „Ich bin zurück, Obama. Und ich bin zurück wegen Deiner arroganten Außenpolitik gegenüber dem Islamischen Staat“, sagt er demnach. „So wie Deine Raketen weiterhin unsere Leute treffen, wird unser Messer weiter die Nacken Deiner Bürger treffen.“ Der IS-Kämpfer warnt sämtliche Regierungen, sich nicht auf eine „böse Allianz“ mit Amerika einzulassen.

Zudem ist ein Mann zu sehen, der sich als Steven Sotloff vorstellt. „Ich bin mir sicher, ihr wisst wer ich bin“, sagt er. „Und ihr wisst, warum ich hier zu sehen bin.“ Das knapp dreiminütige Video trägt den Titel „Eine zweite Nachricht an Amerika“. Nach Angaben des Instituts ist derselbe schwarz vermummte IS-Kämpfer auf dem Video zu sehen, der auch bei Foleys Tod dabei war. Zugleich drohten die Milizen mit dem Tod einer britischen Geisel, die ebenfalls gezeigt wurde.

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Sotloff, der seit Jahren für diverse US-Medien an Krisenplätzen in Nahost arbeitete, wird seit August 2013 in Syrien vermisst. Er war auch kurz auf dem Video der Enthauptung Foleys zu sehen, das weltweit Entsetzen ausgelöst hatte. Damals hatte die Miliz bereits mit seinem Tod gedroht.

Das Weiße Haus wollte am Dienstag die Berichte über Sotloffs Tod zunächst nicht bestätigen. Obamas Sprecher Josh Earnest sagte, die USA hätten viel Zeit und Ressourcen aufgewendet, um Sotloff aus der Geiselhaft zu befreien. Eine Kommandoaktion in Syrien war aber gescheitert.

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