Kampf gegen Terroristen: USA schicken Spezialeinheiten nach Syrien

Kampf gegen Terroristen: USA schicken Spezialeinheiten nach Syrien

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Die USA ändern ihren bisherigen Kurs im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Syrien liegt in Trümmern, der Kampf gegen Extremisten verläuft schleppend. Nun drückt US-Präsident Obama aufs Tempo: Ein paar Dutzend US-Soldaten sollen Kämpfer vor Ort unterstützen, auch mehr Luftangriffe sollen folgen.

Die USA ändern ihren bisherigen Kurs im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Eine kleine Zahl bewaffneter Spezialeinheiten werde in den kommenden Tagen in den Norden Syriens verlegt, sagte ein hochrangiger US-Regierungsvertreter der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Dabei gehe es um weniger als 50 Soldaten. Sie sollten in dem Bürgerkriegsland Angriffe syrischer und kurdischer Kämpfer gegen den IS koordinieren.

Präsident Barack Obama ordnete demnach außerdem eine Verlegung einer nicht genannten Zahl von Kampfflugzeugen des Typs A-10 und F-15 an den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik an. In Abstimmung mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haidar al-Abadi solle zudem ein Einsatzkommando gebildet werden, um Angriffe auf Anführer der Sunnitenmiliz und ihr Netzwerk zu koordinieren. Auch die Unterstützung für Jordanien und den Libanon in deren Kampf gegen den IS soll verstärkt werden.

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Die einflussreichsten Rebellengruppen in Syrien

  • Islamische Front

    Sie ist ein Zusammenschluss aus sechs großen islamistischen Gruppen. Die Islamische Front ist vermutlich die größte Rebellenallianz in Syrien und verfügt über 40.000 bis 50.000 Kämpfer. Ihre Mitglieder sind sunnitische Extremisten, die einen islamischen Staat in Syrien errichten wollen. Die Haltung der Islamischen Front gegenüber den Extremisten von IS ist ambivalent. Teile der Gruppe unterstützen aber den Kampf gegen sie.

  • Nusra-Front

    In der einflussreichen Rebellengruppe sind sowohl syrische als auch ausländische Extremisten aktiv. Sie ist von Al-Kaida offiziell als Ableger in Syrien anerkannt. Die Nusra-Front hat als erste Gruppierung in Syrien Selbstmord- und Autobombenanschläge in Stadtgebieten verübt. Sie kämpft für einen islamischen Staat, hat zwischen 7000 und 8000 Anhänger und arbeitete bislang eng mit der Islamischen Front zusammen.

  • Islamischer Staat

    Die Gruppe wurde von abtrünnigen Mitgliedern der Nusra-Front gebildet und vereinigte sich mit dem Al-Kaida-Ableger im Irak. Früher nannte sie sich Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil). Angeführt wird IS von Abu Bakr al-Baghdadi, der die Forderung der Al-Kaida ignorierte, den Schwerpunkt der Aktivitäten auf den Irak zu legen. Anfang des Jahres kappte Al-Kaida die Verbindungen zur IS, die als die militanteste Extremistengruppen in Syrien gilt.

    Zunächst hatte die Gruppierung unter anderem wegen ihrer strikten Haltung gegen Plünderungen einen Großteil der syrischen Bevölkerung auf ihrer Seite. Dies änderte sich, als sie begann, Kritiker zu entführen und zu töten.

    Derzeit kämpft IS an mehreren Fronten - gegen rivalisierende Rebellen in Syrien und gegen die Kurden im Nordirak. Die Gruppe soll über 6000 bis 7000 Kämpfer verfügen. Im Irak wird sie durch Zehntausende Kämpfer sunnitischer Stämme unterstützt, die von der Zentralregierung in Bagdad enttäuscht sind.

  • Syrische revolutionäre Front

    Die Allianz aus weitgehend nicht ideologisch geprägten Rebellen-Einheiten formierte sich im Dezember. Das Rückgrat der Gruppe bildet die Syrische Märtyrer-Brigade, eine einst einflussreiche Gruppe aus der nördlichen Provinz Idlib unter Führung von Dschamal Maruf. Ihm war von rivalisierenden Rebellengruppen vorgeworfen worden, für den Aufstand bestimmtes Geld in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Die Anhänger der revolutionären Front sind weitgehend moderate Islamisten. Finanziell unterstützt wird die Gruppe vermutlich von Golfstaaten wie Saudi-Arabien.


  • Mudschaheddin-Armee

    Sie bildete sich zu Jahresbeginn aus acht syrischen Gruppen und startete eine Offensive gegen die Extremisten von IS. Die Allianz ist moderat islamistisch und hat nach eigenen Angaben rund 5000 Mitglieder.


  • Höchstes Militärkommando

    Es handelt sich um eine moderate, nicht ideologische Gruppe. Sie wird von westlichen Ländern wie den USA unterstützt. Auch die Türkei und die arabischen Golfstaaten stehen auf ihrer Seite. Sie hat niemals den Eindruck ausräumen können, dass ihre Führung aus dem Ausland kommt.

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte in den vergangenen Tagen bereits einen Kurswechsel angedeutet. Mit verstärkten Luftangriffen wollen die USA eine Militäroffensive syrischer Rebellen und kurdischer Gruppen gegen die IS-Hochburg Al-Rakka unterstützen. Auch eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Ramadi in der irakischen Provinz Al-Anbar ist geplant. Die Errichtung einer Flugverbotszone oder einer Pufferzone zum Schutz von Zivilisten scheint dagegen weiterhin ausgeschlossen. Für diese hatte sich etwa Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ausgesprochen.

Am Ziel, den IS letztlich zu zerstören, habe sich nichts geändert, sagte der hochrangige US-Regierungsvertreter am Freitag. „Wir haben immer klargestellt, dass dies ein Kampf über mehrere Jahre sein wird, und das ist weiterhin der Fall.“ Die Extremisten könnten nicht allein militärisch besiegt werden. Gemeinsam mit 65 Partnerländern müsse weiterhin daran gearbeitet werden, den Strom ausländischer IS-Kämpfer nach Syrien zu stoppen, die Geldquellen des IS auszutrocknen, von den Extremisten befreite Gemeinden zu stabilisieren und die Kommunikationswege der Terrormiliz offenzulegen.

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Schon die Befreiungsaktion einer US-Spezialeinheit im Nordirak hatte vergangene Woche Fragen aufgeworfen, ob Washington auch US-Soldaten einer zunehmenden Gefahr aussetze. Bei dem Einsatz zur Befreiung von rund 70 kurdischen Geiseln war der 39-jährige Stabsfeldwebel Joshua Wheeler in einem Feuergefecht verletzt worden und anschließend gestorben. Er ist der erste durch eine direkte Kampfhandlung getötete US-Soldat im vor rund 14 Monaten begonnenen Krieg gegen IS im Irak und in Syrien.

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