Kanzlerin auf Chinareise: Merkel genießt neue Offenheit von Wen Jiabao

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Kanzlerin auf Chinareise: Merkel genießt neue Offenheit von Wen Jiabao

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsident der Volksrepublik China, Wen Jiabao, fahren in Peking im Hochgeschwindigkeitszug von Peking nach Tianjin in China. Mit einem Besuch der Verbotenen Stadt beendete Merkel ihre China-Reise.

von Henning Krumrey

Klare Worte von beiden Seiten – so offen haben die deutsche Wirtschaft und die chinesischen Machthaber noch nie miteinander gesprochen. Jetzt steht der Praxistest der Versprechen an.

Der Gastgeber kam direkt zur Sache. Ein, zwei kurze Sätze zur Begrüßung der Besucher, wie immer ein nettes Wort für Angela Merkel, dann machte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao auch schon Schluss: „Heute sollen Sie zu Wort kommen, deshalb beende ich meine Rede,“ wandte er sich an die mitgereisten deutschen Unternehmer. Kürzer hat noch kein Wirtschaftsforum bei einer Delegationsreise begonnen. Denn egal in welchem Land, normalerweise ergehen sich beide Seiten in blumigen Höflichkeitsfloskeln und diplomatischen Artigkeiten – so lange, dass für die eigentlichen Probleme dann manchmal leider, leider gar keine Zeit mehr bleibt.

Schon mit seinen ersten Worten machte Wen klar: Diesmal soll es anders laufen. Als Peter Löscher, der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG und Sprecher des Asien-Pazifik-Ausschusses (APA) noch recht verhalten und etwas gewunden allgemeine Schwierigkeiten benennt – freier Handel, fairer Wettbewerb gerade bei öffentlichen Ausschreibungen, Schutz geistigen Eigentums -, weist Wen das fast schon als altes Denken zurück: „Herr Löscher, Sie sind sehr höflich, wenn sie die Probleme nicht so direkt ansprechen.“ Wen will es genauer.

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Das ist das Stichwort für Angela Merkel. „Wir hatten doch gestern in der Delegationsbesprechung diese Ausschreibungssache im Regionalverkehr, wer war das nochmal?“ Lorenz Zwingmann, Sprecher des Vorstands von Knorr Bremse, meldet sich. „Erzählen Sie mal“, ermuntert die Bundeskanzlerin.

„Bei Ausschreibungen in den Regionen haben wir die Sorge, dass Joint Ventures nicht berücksichtigt werden,“ berichtet Zwingmann. Jahrelang hätte sich sein Unternehmen auch mit Investitionen im Reich der Mitte am wirtschaftlichen Aufbau des Landes beteiligt. Nun wolle man aus dem Engagement „auch die benefits ziehen“. Doch in den einzelnen Regionen kämen nur die heimischen Firmen zum Zuge, Joint Ventures mit ausländischen Partnern dürften teilweise nicht einmal Angebote
abgeben. Wen antwortet direkt: „Wenn wir Mängel haben und Fehler begangen haben, dann können Sie mir schreiben, dann werden wir die beheben.“

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