Kapitalflucht: Griechen bringen ihr Geld ins Ausland

Kapitalflucht: Griechen bringen ihr Geld ins Ausland

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Griechenlands Kapitalflucht

Die Griechen haben Angst um ihr Erspartes. Sie schaffen ihr Geld ins Ausland. Sowohl Privatleute als auch Unternehmen bringen ihre Einlagen außer Landes. Finanzminister Papakonstantinou warnt vor der Zahlungsunfähigkeit des Landes

Die Euro-Krise verdonnert die Griechen zum knallharten Sparen. Nicht allen schmeckt das. Wer Geld hat, bringt es ins Ausland. Das gilt sowohl für Unternehmen, als auch für Privatleute. Auch Investoren kehren dem Land den Rücken. Dieses Verhalten ist nicht neu:

Schon 2010 begann aus Angst vor höheren Steuern der Exodus des Geldes. Finanzminister Giorgos Papakonstantinou forderte höhere Steuern, niedrigere Löhne und Rentenkürzungen. Die einfachen Angestellten gingen auf die Straße, die Wohlhabenden nach Zypern und London. Getrieben von 40 Prozent Spitzensteuersatz ab einem Jahreseinkommen von 60.000 Euro. Zum Vergleich: In Deutschland werden ab 52.882 Euro 42 Prozent fällig.  

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31 Milliarden Euro in Sicherheit gebracht

Jetzt teilte die Bank von Griechenland mit, dass sich die Situation stetig verschlimmere: Die privaten Geldeinlagen sind zwischen Januar letzten Jahres und April diesen Jahres um mehr als 31 Milliarden Euro geschmolzen. In griechischen Banken lagern also nur noch 165,5 Milliarden. Ein Ähnliches Bild bieten die Unternehmenseinlagen: 2010 vertrauten die noch 40,6 Milliarden Euro den Banken an, 2011 waren es nur noch 33,6 Milliarden. Ausländische Investoren aus den benachbarten Balkanländern vertrauten Griechenland 7,9 Milliarden weniger an als im Vorjahr. Bevorzugt fließt das Geld der Griechen nun in Immobilien im Ausland, oft in Luxusimmobilien. Makler aus London bestätigen: Bei Gebäuden mit einem zweistelligen Millionenwert kommt fast die Hälfte der Investoren aus Griechenland, Spanien und Italien.

Aufgeschreckt von der Kapitalflucht warnt Finanzminister Papakonstantinou vor der Zahlungsunfähigkeit des Landes, wenn Griechenland nicht bald Rettungsgelder von der EU bekommt. 12 Milliarden Euro soll der Internationale Währungsfonds (IWF) überweisen – und das, so der Finanzminister, bis Ende Juli.

Menschen horten Geld

Das dringend benötigte Geld bekommt Griechenland jedoch nur, wenn die EU- und IWF-Experten mit den aktuellen Sparmaßnahmen Griechenlands zufrieden sind. Noch in diesem Jahr sollen sechs Milliarden Euro eingespart werden. Privatisierungen sollen Geld in die Kasse spülen.

Je mehr die griechische Regierung spart und kürzt und verknappt, desto schlimmer ist die Kapitalflucht. Der griechische Bankenverband hat zwar versichert, dass Einlagen bis zu 100.000 Euro sicher seien, die Menschen scheinen darauf jedoch nicht zu vertrauen. Bei Stichproben an Flughäfen haben Zöllner vermehrt große Summen Geld im Gepäck der Reisenden gefunden. Das Geld geht ins Ausland. Außerdem geht das Finanzministerium Griechenlands davon aus, dass die Menschen ihr Bargeld zuhause horten oder schlicht ausgeben.

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