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Kassensturz: Hillary Clinton ist fast pleite

von Von Georg Watzlawek Quelle: Handelsblatt Online

Die Vorwahl am morgigen Dienstag in Pennsylvania wird Hillary Clinton fast sicher gewinnen. Verloren hat sie allerdings die Gunst der Spender. Während Barack Obama im Geld schwimmt, ist die Ex-First-Lady schon wieder in die roten Zahlen gerutscht.

Das Geld wird wieder knapp, die Kampagne läuft schleppend. Hillary Clinton bleibt nur noch wenig Zeit, Wähler und Partei zu überzeugen. Quelle: ap
Das Geld wird wieder knapp, die Kampagne läuft schleppend. Hillary Clinton bleibt nur noch wenig Zeit, Wähler und Partei zu überzeugen. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Mehr als 41 Millionen Dollar hat Barack Obama allein im März eingenommen. Das war zwar nicht ganz soviel wie die 55 Millionen im Februar, aber dennoch eine gigantische Summe. Hillary Clinton kam auf 20 Millionen Dollar, der Kandidat der Republikaner John McCain auf knapp 16 Millionen. Diese Zahlen meldeten die Kandidaten jetzt offiziell an die Wahlkomission, berichtet Bloomberg.

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Richtig dramatisch wird das Bild jedoch nach einem Kassensturz. Obama verfügte zum Stichtag 1. April über 42,5 Millionen Dollar, die er allein für die Vorwahlen einsetzen kann. Seine Schulden betrugen 662 000 Dollar. Clinton hatte acht Millionen Dollar an flüssigen Mitteln für die Vorwahlen, dafür aber Schulden über 10,3 Millionen Dollar. Dank eines Kredites aus der eigenen Tasche ist sie zwar noch zahlungsfähig, aber in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Das zeigte sich jetzt bei der Vorwahl in Pennsylvania, wo Obama rund doppelt soviel Geld in Werbung und Organisation stecken konnte wie Clinton.

Obama verdankt seinen Vorsprung zu einem guten Teil seiner großen, im Internet aktiven Anhängerschaft. Seine Spender geben typischerweise zwischen 25 und 50 Dollar aus - und können immer wieder angesprochen werden, ohne die Höchstgrenze von 2300 Dollar pro Person zu verletzen. Dagegen hat Clinton vor allem solvente Spender, die ihre Höchstgrenze längst ausgeschöpft haben. Sie können zwar bereits jetzt weitere 2300 Dollar spenden, die sind dann aber zweckgebunden für die eigentliche Präsidentschaftswahl im November. Daher weist Clintons Konto bei der Wahlkommission zwar liquide Mittel in Höhe von 33 Millionen Dollar aus, aber davon kann sie im Vorwahlkampf nur acht Millionen einsetzen.

Damit stellt sich die Frage, wie lange Clinton den nervenaufreibenden wie kostspieligen Zweikampf mit Obama noch durchhält. Auftrieb erhofft sich Clinton durch einen Sieg bei der nächsten wichtigen Vorwahl am morgigen Dienstag in Pennsylvania. Dabei geht es um 158 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag der Demokraten vom 25. bis 28. August in Denver. Nach den jüngsten Umfragen kann Clinton in diesem Staat gewinnen. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass dieser so hoch ausfallen wird, dass die New Yorker Senatorin Obama noch einholen kann.

Clinton führt gegenüber der demokratischen Parteispitze an, sie habe die besseren Aussichten, den Kampf ums Weiße Haus gegen die Republikaner zu gewinnen. Es gibt jedoch bisher praktisch keine Hinweise darauf, dass die Parteielite diesem Argument folgt.

Obama hat auch sein bisher folgenschwerster Patzer nicht schaden können. Obwohl Obama Arbeiter aus Kleinstädten als frustriert bezeichnete, gewann er sechs der sogenannten Superdelegierten dazu. Clinton überzeugte dagegen nur zwei dieser Delegierten, die auf dem Parteitag frei über ihren Favoriten für die Präsidentschaftskandidatur entscheiden können.

"So oder so ist das ein sehr knappes Rennen", sagt Meinungsforscher John Zogby. "Obama und Clinton schaden sich gegenseitig immer mehr, je länger sich das Rennen hinzieht, und McCain kommt unbeschadet davon."

Tatsächlich könnte es für den Republikaner in den vergangenen Wochen gereicht haben, die Demokraten sich selbst zu überlassen. Clinton sprach von einem Bosnien-Besuch 1996, bei dem sie angeblich nur durch einen Sprint den Scharfschützen am Flughafen entkam. Auf Fernsehbildern war davon nichts zu sehen, und bei einer Debatte am Mittwoch entschuldigte sich die Senatorin aus New York.

Obama erging es nicht besser. Eine Internet-Zeitung veröffentlichte einen Kommentar von ihm, in dem er zu unterstellen schien, dass sich viele Amerikaner wegen ihrer wachsenden finanziellen Probleme an Waffen oder Religion klammerten. Der schwarze Senator aus Illinois bedauerte später die Wortwahl, lehnte eine Entschuldigung aber ab.

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