Katastrophe in Japan: Neue Erdstöße und Explosion in Fukushima

Katastrophe in Japan: Neue Erdstöße und Explosion in Fukushima

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Atomkraftwerk Fukushima Daiichi: Weitere Explosion

Nach Einschätzung der japanischen Regierung handelt es sich um die schwerste Krise des Landes seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei dem Erdbeben und dem anschließenden Tsunami kamen vermutlich mehr als 10.000 Menschen ums Leben. Millionen Menschen sind ohne Strom und Wasser. Die Nachrichtenlage bleibt weiter unübersichtlich.

Heftige Nachbeben erschütterten auch am Montag das Land. Ein neues Nachbeben mit der Stärke 6,2 hat den Bahnverkehr in der japanischen Hauptstadt zum erliegen gebracht. Japan Rail, der größte Verkehrsbetrieb des Landes, stellte bis auf vier alle Stadtlinien ein. Und auch diese sind teilweise unterbrochen. Nur 10 Prozent der Züge auf der wichtigsten Ost-West Bahnlinie durch Tokio würden verkehren, berichtete das japanische Fernsehen. Reisende drängten sich in den Stationen und warteten geduldig doch noch einen Platz in einem Zug zu ergattern. Die Warteschlangen reichten oft bis in die Bahnhofshallen. Zugverbindungen zum Flughafen Narita wurden ebenfalls eingestellt.

Noch immer kämpft Japan weiter gegen eine drohende Atomkatastrophe. Einem Fernsehbericht zufolge hat sich einem weiteren Reaktor des Atomkraftwerkes Fukushima I eine Wasserstoffexplosion ereignet. Nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist die Hülle des Reaktorkerns bei der Wasserstoffexplosion im Atomkraftwerk Fukushima nicht beschädigt worden. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Reaktor 2 fällt nach Informationen der Nachrichtenagentur Jiji derweil das Wasserniveau. Die Kühlfunktionen seien ausgefallen, hieß es. Bei der Explosion im Reaktor 3 im Atomkraftwerk Fukushima I wurden der Betreiberfirma Tepco zufolge elf Menschen verletzt. Wenige Stunden hatte die Regierung mitgeteilt, dass nach der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I keine veränderten Strahlenwerte um den Komplex aufgetreten seien. Bei dem Vorfall am heutigen Montag seien sechs Menschen verletzt worden. Trotz der erneuten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I ist nach Angaben der Regierung die Hülle um den betroffenen Reaktor offenbar noch intakt. Es sei unwahrscheinlich, dass eine größere Menge Radioaktivität ausgetreten sei. Die Situation in dem japanischen Katastrophen-AKW bleibt nach den Worten von Japans Ministerpräsident Naoto Kan besorgniserregend. Man tue alles, um Schäden zu verhindern.

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Angeblich geringe Strahlung

Kabinettssekretär Yukio Edano bestätigte neuen Zwischenfall. Die Betreiberfirma Tokyo Electric Power Co (Tepco) teilte mit, die Strahlenbelastung am Explosionsort bewege sich mit 10,65 Mikrosievert deutlich unter dem Grenzwert von 500 Mikrosievert. Edano sagte, der innere Schutzmantel um die Brennstäbe sei intakt geblieben. Am Samstag hatte es bereits im Reaktorblock eins eine Wasserstoffexplosion gegeben, bei der vier Arbeiter verletzt wurden. Danach wurden am Wochenende 180.000 Anwohnern evakuiert, bei 160 Personen wurden höhere Strahlenwerte gemessen. Die japanische Regierung sagte unterdessen eine für Montag geplante dreistündige Stromabschaltung in Tokio und anderen Städten ab. Edano rief alle Bürger stattdessen zum Energiesparen auf. Sollte das nicht reichen, werde die angekündigte Stromrationierung in acht Präfekturen doch noch umgesetzt. Japan muss nach dem Ausfall einiger Atomkraftwerke Ausfälle bei der Stromproduktion kompensieren.

Die japanische Wetterbehörde teilte in der Nacht mit, dass kein Tsunami registriert worden sei. Aufgrund das Nachbebens war eine Tsunami-Warnung herausgegeben worden. Die Bevölkerung an der Nordostküste wurde von Militär und Polizei aufgefordert, sich wegen einer Tsunami-Gefahr an höher gelegene Orte zu begeben. Die meteorologische Behörde teilte jedoch mit, Gefahr einer weiteren tödlichen Welle bestehe nicht. Japan wurde seit Freitag von mehr als 150 Nachbeben erschüttert; das jüngste mit einer Stärke von 6,2 löste am Montag Tsunami-Alarm aus.

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