_

Kehrtwende bei Romney: Gesundheitspolitik treibt den US-Wahlkampf an

Quelle: Handelsblatt Online

Wird letztlich die Gesundheitspolitik den Wahlkampf in den USA entscheiden? Während Präsident Obama in die Offensive geht, entscheidet sich sein Herausforderer Mitt Romney überraschend für eine Kehrtwende.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und US-Präsident Barack Obama. Quelle: dpa
Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und US-Präsident Barack Obama. Quelle: dpa

OrlandoDie schlechte Wirtschaftslage ist seine Achillesferse, nun versucht US-Präsident Barack Obama im Wahlkampf mit seiner Gesundheitsreform zu punkten. In die Hand spielt ihm dabei eine neue Studie, wonach künftige Rentner bei einer Umsetzung der Vorstellungen von Obamas republikanischem Herausforderer, Mitt Romney, zu Medicare tiefer in die Tasche greifen müssten. Die Studienergebnisse dürfte Obama am Sonntag auch bei seinem Wahlkampf in Florida, einem potenziell wahlentscheidenden Swing State mit mehr alten Menschen als in jedem anderen US-Staat, für sich nutzen.

Anzeige

Der Studie David Cutlers zufolge muss ein Durchschnittsverdiener, der 2023 in Rente geht, danach in seinem Ruhestand fast 60.000 Dollar (47.000 Euro) mehr für seine Gesundheitsversorgung ausgeben, sollten Romneys Vorstellungen zu Medicare umgesetzt werden. 2030 - also für die heute 48-Jährigen - seien es sogar 124.600 Dollar.

Romney und sein Vizepräsidentschaftskandidat Paul Ryan wollen das mit Gutscheinen abmildern. Obama sagte dazu bei seiner Wahlkampftour durch Florida - einem Staat mit einem hohen Anteil älterer Menschen - er werden Medicare niemals in ein Gutscheinsystem umwandeln lassen. "Ich glaube, das kein Amerikaner in seinen goldenen Jahren der Gnade von Versicherungsgesellschaften ausgeliefert sein darf", sagte er in Kissimmee. Vizepräsident Joe Biden nannte den republikanischen Plan in Ohio "Vouchercare".

Unterdessen machte Romney bei der Gesundheitsreform eine überraschende Kehrtwende. Mindestens zwei Kernpunkte des von der Obama-Regierung vorgesehenen Umbaus des US-Gesundheitswesens will er offenbar beibehalten. In der NBC-Nachrichtensendung "Meet the Press" sagte Romney am Sonntag zwar, er werde die "Obamacare" durch seinen eigenen Plan ersetzen, fügte aber hinzu: "Und selbst in Massachusetts, als ich Gouverneur war, befasste sich unser Plan dort mit Vorerkrankungen und jungen Menschen."

Er werde sicherstellen, dass diejenigen mit Vorerkrankungen Versicherungsschutz bekämen. Dass Versicherungsunternehmen Kunden mit Vorerkrankungen nicht mehr ablehnen und junge Menschen bis zum Alter von 26 Jahren über ihre Eltern versichert bleiben dürfen, sind zwei Eckpfeiler der "Obamacare".

Zwar hatte Romney als Gouverneur von Massachusetts eine Gesundheitsreform durchgesetzt, die der der Obama-Regierung in vielen Punkten ähnelt. Während des Wahlkampfs hatte Romney aber wiederholt erklärt, die "Obamacare" komplett rückgängig zu machen, sollte er ins Weiße Haus einziehen.

weitere Fotostrecken

Blogs

Flattern auf der Stelle
Flattern auf der Stelle

Die SPD feiert pompös 150 Jahre Vergangenheit – und hat keine Zukunft, weil sie sich erst vergessen und dann selbst...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.