Kein Strafgericht : Berlin für strenge Klima-Kontrolle

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Kein Strafgericht : Berlin für strenge Klima-Kontrolle

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks erwarten harte Verhandlungen beim Finale des Klimagipfels in Lima. Es muss geklärt werden, wer wie stark den CO2-Ausstoß im Rahmen des Weltklimavertrags drosseln soll.

Die deutsche Regierung pocht auf klare Kontrollregeln für die CO2-Minderungsverpflichtungen von 195 Staaten beim geplanten Weltklimavertrag. „Es kommt darauf an, es auch vergleichbar zu machen“, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Deutschen Presse-Agentur vor ihrer Reise zum UN-Klimagipfel in Perus Hauptstadt Lima. Es müsse Klarheit herrschen, „wie wir das messen und auch kontrollieren können.“ Dies sei ein Verhandlungsteil in Lima.

Der Klimawandel in Zahlen

  • 70.000km²

    Um 70.000 km² – das entspricht etwa der Größe Bayerns – ist der Eispanzer der Arktis in diesem Sommer gegenüber 2007 geschrumpft. 2050 könnte das nördliche Polarmeer im Sommer eisfrei sein.

  • Fast verfünffacht

    Fast verfünffacht hat sich die Zahl der Wetterkatastrophen in Nordamerika seit 1980. In Asien legte sie um das Vierfache, in Europa um das Zweifache zu.

  • Ein Drittel

    Rund ein Drittelsaurer sind die Meere geworden. Folge: Korallen, Muscheln und Fische wachsen langsamer. Bis 2100 könnte die Versäuerung um 150 Prozent steigen.

  • 0,4°C

    0,4°C ist die Erde seit 1980 wärmer geworden. Bis 2100 könnte sich das Klima um rund vier Grad aufheizen.

  • 5cm

    Um 5 cm sind die Meeresspiegel seit 1990 im Mittel gestiegen. Bei einer globalen Erwärmung um zwei Grad werden die Pegel wahrscheinlich um 2,7 m höher sein.

  • 15 Prozent

    Um 15 Prozent sinkt die Reisproduktion bis 2050 in den Entwicklungsländern als Folge der globalen Erwärmung. Bei Weizen werden 13 Prozent weniger geerntet werden.

Bis zur Konferenz in einem Jahr in Paris soll das „Paris-Protokoll“ stehen. Die EU will sich darin verpflichten, als ersten Schritt bis 2020 seine CO2-Emissionen um mindestens 40 Prozent zu reduzieren. Hendricks wird von Dienstag an in Lima für Deutschland verhandeln. „Gleichwohl wird es nicht so etwas wie einen internationalen Klimastrafgerichtshof geben.“ Es gehe aber darum, die übermittelten Beiträge auch in den nächsten Jahren noch nachzuschärfen, wenn offensichtlich werde, dass mit den Maßnahmen das Ziel nicht mehr zu schaffen ist, die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

„Bisher waren es nur die Industriestaaten und einige haben sich nicht dran gehalten, Kanada ist zum Beispiel ausgestiegen“, sagte Hendricks mit Blick auf das Kyoto-Protokoll. Kritisiert wird aber, dass die Länder nach eigenem Gutdünken Minderungsziele festlegen können - so will der größte Klimasünder China erst ab 2030 seine CO2-Emissionen verringern.

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Unklar ist auch, welche Vergleichsjahre genommen werden - die EU setzt auf 1990, was ehrgeiziger ist als das Jahr 2005, das die USA bisher als Referenzjahr für ihre Ziele nehmen: Die USA wollen bis 2025 den Ausstoß von Treibhausgasen um 26 bis 28 Prozent verringern. Hendricks betonte, es gebe einen gewissen Druck. „Es wird öffentlich und überprüfbar sein.“ Das nehme die Länder in die Pflicht. „Das geht nicht einfach nur nach dem Motto „Hey, ich habe mir mal was vorgenommen“.“ Deutschland helfe insgesamt 20 Ländern, das überhaupt auszuarbeiten, „weil man natürlich eine entsprechende Verwaltungs- und Wissenschaftskompetenz dafür braucht“, erläuterte Hendricks.

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