Kim Jong Un: Nordkorea bestätigt jüngsten Raketentest

Kim Jong Un: Nordkorea bestätigt jüngsten Raketentest

, aktualisiert 22. Mai 2017, 06:32 Uhr
Bild vergrößern

Das Standbild eines Videos, welches vom nordkoreanischen Fernsehsender KRT am 15.05.2017 ausgestrahlt wurde, zeigt Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un auf einem angeblichen Testgelände für Raketen. Nordkorea hat nach Medienberichten am 21.05.2017 erneut eine Rakete abgefeuert.

Quelle:Handelsblatt Online

Trotz angedrohter Sanktionen hatte Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un am Sonntag erneut eine Rakete getestet, das bestätigte das Land am Montag. Die USA hatten einen Militärschlag schon früher nicht ausgeschlossen.

SeoulNordkorea hat seinen jüngsten Raketentest bestätigt. Staatschef Kim Jong Un habe den Start angeordnet und den Test überwacht, teilte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Montag mit. Bei der Mittel- bis Langstreckenrakete habe es sich um ein Modell namens Pukguksong-2 gehandelt. Ziel sei gewesen, die technischen Kennzahlen des Waffensystems zu bestätigen und die Anpassungsfähigkeit des Geschosses unter unterschiedlichen Kampfbedingungen zu bestimmen.

Das Geschoss ist eine Land-Version einer U-Boot-Rakete. Feststoffraketen können weit schneller abgefeuert werden als Flüssigstoffraketen, weil sie nicht vorher betankt werden müssen. Eine solche Betankung, etwa über Kraftstoff transportierende Lkw, kann mit Satelliten erkannt werden und könnte im Ernstfall als Warnung dienen. Südkorea und die USA hatten das Geschoss vom Sonntag zuvor als Mittelstreckenrakete beschrieben. Der südkoreanische Stabschef hatte angegeben, die Rakete sei Richtung Osten rund 500 Kilometer weit geflogen.

Anzeige

Vor einer Woche hatte Pjöngjang bereits eine Rakete abgefeuert, die so hoch und so lange wie noch nie zuvor in der Luft war. Experten gehen davon aus, dass sie Ziele wie Hawaii oder Alaska erreichen könnte. Nordkorea hatte auch diesen Test als Erfolg gewertet und zudem erklärt, die Rakete könne einen nuklearen Sprengkopf tragen.
US-Außenminister Rex Tillerson sagte am Sonntag, es sei noch zu früh, um zu bewerten, ob der internationale Druck auf Nordkorea Wirkung zeige. „Hoffentlich bekommen sie die Botschaft, dass der Pfad, ihr Atomwaffenprogramm fortzusetzen, nicht der Weg zu Sicherheit und sicherlich nicht zu Wohlstand ist“, sagte er dem US-Fernsehsender Fox News. Die fortlaufenden Tests seien enttäuschend und verstörend.

Die USA hatten erst vor wenigen Tagen den Flugzeugträger „USS Ronald Reagan“ zu Patrouillenfahrten in die Gewässer nahe der koreanischen Halbinsel geschickt. Das Schiff soll sich nach Berichten südkoreanischer und amerikanischer Medien gemeinsam mit der „USS Carl Vinson“ an Übungen im Westpazifik beteiligen.

Die „Carl Vinson“ wurde nach neuen Raketentests durch Nordkorea Ende April in die Region entsandt. Auf längere Sicht soll die „Ronald Reagan“ den Berichten zufolge die „Carl Vinson“ dort ablösen.

US-Präsident Donald Trump drohte mehrfach mit Alleingängen im Streit um das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas. Auch schloss er einen Militärschlag nicht aus. Pjöngjang wirft den USA vor, durch ihre gemeinsamen Militärmanövern mit Südkorea einen Angriff vorzubereiten, was beide Länder aber bestreiten.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%