Kim Jong Un: Nordkorea droht erneut mit Präventivschlag gegen den Süden

Kim Jong Un: Nordkorea droht erneut mit Präventivschlag gegen den Süden

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Kim Jong Un

Die kommunistische Führung in Pjöngjang preist ihr Militär: Man sei fähig zu einem „Ultrapräzisions-Blitzkrieg. Die immer neuen Drohungen klingen beängstigend. Doch sind sie auch eine Botschaft ans eigene Land.

Nordkorea stößt neue Drohungen aus. Das Militär sei bereit für einen Präventivschlag, falls Anzeichen einer Invasion durch amerikanische und südkoreanische Truppen zu erkennen seien, erklärte der nordkoreanische Generalstab.

Schon am Montag hatte Pjöngjang mit einem Präventivschlag gedroht. Hintergrund ist das jährliche Frühjahrsmanöver von Südkorea mit seinem Bündnispartner USA, das dieses Jahr mit 317.000 Soldaten so groß wie nie zuvor ausfällt. Seoul und Washington sprechen von einer reinen Verteidigungsübung. Pjöngjang unterstellt hingegen Vorbereitungen für einen Einmarsch.

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Für diesen Fall kündigte die nordkoreanische Volksarmee an, „das Ganze Südkorea einschließlich Seoul zu befreien“. Man sei zu „Ultrapräzisions-Blitzkrieg-Schlägen“ gegen feindliche Ziele fähig.

Fünf spannende Fakten über Nordkorea

  • Wirtschaft

    Nordkorea produziere kaum wettbewerbsfähige Güter. Außerdem herrsche ein Mangel an Devisen und somit auch Investitionsgütern. Die Infrastruktur ist marode, zahlreiche Industrieanlagen sind seit Jahren nicht mehr in Betrieb, schreibt das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite. Allerdings entstanden unter Kim Jong Un 13 neue Sonderwirtschaftszonen.

  • Innenpolitik

    Das Land ist streng zentralistisch organisiert und betreibt einen intensiven Personenkult, um mittlerweile drei Führer. Nordkorea wurde 1948 gegründet, und verfügt formal über Verfassungsorgane wie Parlament, Gerichtsbarkeit und Regierung. Allerdings übt vor allem ein übermächtiger Führer mit einem kleinen Kreis an Vertrauten die Macht aus.

  • Medien, Internet, Handy

    Die Medien sind durchgängig staatlich kontrolliert. Die meisten Nordkoreaner haben keine Möglichkeit auf Internet zuzugreifen, teilweise wissen sie nicht einmal, was es ist. Von den knapp 25 Millionen Nordkoreaner haben gerade mal eine Million Menschen ein Handy: Es gibt lediglich einen einzigen Mobilfunkbetreiber, der zwar ein 3G-Netz anbietet, aber keine Datendienste.

  • Menschenrechte

    Anfang 2014 stellten die Vereinten Nationen einen Bericht über Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Nordkorea vor. Darin heißt es: Nordkorea ist ein totalitärer Staat, in dem als politisch unzuverlässig eingestufte Menschen systematisch ermordet oder als Arbeitssklaven missbraucht werden.

  • Beziehungen zwischen Deutschland und Nordkorea

    Grundsätzlich bestehen zwischen Nordkorea und Deutschland politische Beziehungen, diese sind allerdings auch durch die von der EU und der UN verhängten Sanktionen belastet. Für die ehemalige DDR war Nordkorea einer der wichtigsten Partner des Landes im Ostblock.

Südkorea reagierte mit einer Erklärung des Generalstabs, der Norden solle seine Drohungen und sein „unbedachtes Verhalten“ beenden. Jede Provokation werde mit der Zerstörung der höchsten Führung Nordkoreas enden, drohte auch Seoul.

Der beängstigenden Rhetorik zum Trotz gilt ein großer Präventivschlag Nordkoreas als sehr unwahrscheinlich. Der kommunistische Staat verfügt zwar über Atombomben und Raketentechnologie, und jüngste Tests haben die Weltgemeinschaft in Unruhe versetzt und zu Sanktionen veranlasst. Ein Angriff brächte aber mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ende der Herrschaft von Machthaber Kim Jong Un, weil die USA und Südkorea mit viel mehr Feuerkraft zurückschlagen würden.

Die immer wieder vorgetragenen Drohungen Nordkoreas gelten deshalb eher als Botschaft nach innen: Im Mai steht der erste Kongress der Arbeiterpartei seit 1980 an. Es wird erwartet, dass Kim dies nutzen wird, um wichtige Staatsziele zu verkünden und seine Macht zu festigen.

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