Kim Jong-un: Nordkoreas Machthaber beschimpft Amerikaner als „Kannibalen“

Kim Jong-un: Nordkoreas Machthaber beschimpft Amerikaner als „Kannibalen“

Nordkorea verstärkt nach dem Vorwurf gravierender Menschenrechtsverstöße seine Angriffe auf die USA. Dem Sicherheitsrat soll ein UN-Bericht vorgelegt werden, in dem Pjöngjang schwere Verstöße vorgeworfen werden.

Beim Besuch eines Museums, das an angebliche Kriegsgräuel des US-Militärs während des Korea-Kriegs (1950-53) im Landkreis Sinchon erinnern soll, rief der Machthaber Kim Jong Un zum „uneingeschränkten Kampf gegen die USA“ auf und beschimpfte die Amerikaner als Kannibalen.

Die Koreaner sollten die Kriegsgräuel der USA nicht vergessen, wurde Kim am Dienstag von den Staatsmedien zitiert. „Die Massaker der imperialistischen US-Aggressoren in Sinchon zeigten, dass sie Kannibalen und brutale Mörder sind.“ Der für die Menschenrechte zuständige Ausschuss der UN-Vollversammlung hatte den UN-Sicherheitsrat aufgerufen zu überlegen, Nordkorea wegen Verletzung der Menschenrechte vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen. Nordkorea hatte daraufhin den USA vorgeworfen, hinter der Beschlussvorlage zu stehen, und mit einem neuen Atomtest gedroht.

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Die bisherigen Machthaber Nordkoreas

  • Kim Il-sung

    Kim Il-sung führte das Land von 1948 bis zu seinem Tod 1994 mit einer eigenen Ideologie, die Nordkorea von anderen Staaten abschottete.Er gilt als der Staatsgründer Nordkoreas und wird bis heute als "Ewiger Präsident" verehrt. Sein Sohn Kim Jong-il wurde systematisch als Nachfolger aufgebaut.

  • Kim Jong-il

    Während sein Vater als "Ewiger Führer" verehrt wurde, schreibt die nordkoreanische Propaganda ihm die Attribute "geliebter Führer" und "Sonne des 21. Jahrhunderts" vor. Durch seinen frühen Tod 2011 herrschte er nur 17 Jahre über Nordkorea und machte das Land währenddessen zu einer Atommacht. Überraschend wurde erst ein Jahr vor dem Tod sein drittgeborener Sohn als Nachfolger präsentiert.

  • Kim Jong-un

    Als "Geliebter Führer" wird in der nordkoreanischen Propaganda dargestellt - und er hat mit nur 30 Jahren die Geschäfte in Nordkorea übernommen. Anders als sein Vater konnte er nicht als Nachfolger aufgebaut werden und muss sich seinen Platz in der nordkoreanischen Politik erst erkämpfen: Das macht er, in dem er sich durch hartes Auftreten auszeichnet, aber auch offen Fehler zugibt.

Nach der Billigung einer UN-Resolution gegen mutmaßliche Menschenrechtsverbrechen in Nordkorea baut das Land die Drohkulisse gegenüber dem Westen weiter auf. Pjöngjang werde seine Kampffähigkeit auf „unbegrenzte Weise“ verstärken, um sich den Anfeindungen der USA entgegenzustellen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Donnerstag im Staatsfernsehen. Auch vor einem vierten Atomtest könne man „nicht länger zurückschrecken“.

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Letztere Drohung hatte bereits der Berater des Außenministeriums für UN- und Menschenrechtsfragen, Choe Myong Nam, bei den Vereinten Nationen in New York ausgesprochen. Dort einigte sich das UN-Komitee für Menschenrechte am Dienstag auf eine nicht bindende Resolution, in der der Sicherheitsrat aufgefordert wird, sich wegen der Menschenrechtslage in Nordkorea an den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zu wenden. In dem Papier wird zu gezielten Sanktionen aufgerufen. Diese könnten auch Staatschef Kim Jong Un treffen.

Die Billigung der Resolution bezeichnete das Außenministerium in Pjöngjang am Donnerstag als „schwerwiegende politische Provokation“, die von den USA orchestriert worden sei. Tatsächlich wurde der Entwurf von der Europäischen Union und Japan eingebracht. Allerdings halten es Experten für unwahrscheinlich, dass Nordkorea seine Drohung eines weiteren Atomtests wahr macht, da dies nur weitere internationale Kritik hervorrufen und die Bemühungen um Investitionen ausländischer Unternehmen und eine Belebung der maroden Wirtschaft untergraben würde.

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