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Klimagipfel in Cancùn: Mit dem Klimawandel leben

von Cordula Tutt

Warum die Zeit großer Konferenzen zum Umweltschutz vorerst vorbei ist. Ein Kommentar von Cordula Tutt.

Eröffnung der Quelle: dpa
Eröffnung der Weltklimakonferenz in Cancùn Quelle: dpa

Bolivien mauert noch, doch zu Beginn der zweiten Woche der Weltklimakonferenz im mexikanischen Cancùn ist ein, wenn auch kleiner, Erfolg absehbar. Die Regenwälder in Südamerika, Afrika und Asien sollen besser geschützt und möglichst wieder aufgeforstet werden – mit Hilfe reicherer Länder, die dafür jährlich Geld als Anreiz bieten sollen. Das REDD-Programm würde den Schutz des Waldes belohnen, wenn messbar der Ausstoß von klimaschädlichem CO2 sinkt. Bolivien kritisiert den Marktmechanismus des Programms, andere meckern, Hilfe für die Regenwälder sei wenig erfolgversprechend, wenn kein allgemeines Abkommen fürs Weltklima zu Stande komme.

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Viel ist es also nicht, verglichen mit dem Aufwand solcher Mammutkonferenzen. Von den größeren Zielen der Vereinten Nationen – einem weltweiten Nachfolgevertrag  fürs auslaufende Kyoto-Klimaabkommen etwa - haben sich ohnehin alle prominenteren Beteiligten vorerst verabschiedet. So ließ Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) am Montag vor seinem Abflug nach Mexiko wissen, denkbar sei immerhin, dass sich die Delegationen aus rund 190 Nationen einigten, die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken. Doch weil niemand konkret wird, was er selbst und andere tun müssen, ist das schöne Ziel eher fern.

Zwei Gründe sind entscheidend, warum es nicht voran geht. Der Klimawandel trifft jene Länder besonders stark, die selbst (noch) weniger schädliche Abgase produzieren. Und umgekehrt. Außerdem geschieht der Klimawandel langsam, über Jahrzehnte hinweg, so dass sich wachstumshungrige Gesellschaften und ihre Regierenden noch einige Jahre für ungestrafte Klimasünden ausrechnen. Es ist die klassische Tragödie der Gemeinschaftsgüter: Was schert mich, wenn der Dorfanger im nächsten Jahr abgegrast und brach liegt? Dieses Jahr werde ich darauf noch die doppelte Menge Kühe wie vom Bürgermeister empfohlen sich fett weiden lassen. Altruismus, als uneigennütziges Handeln, mag in der Familie alltäglich sein, als prägender Teil der Wirtschaft ist solches Tun nicht etabliert.

Bleibt den Ländern, vor allem national oder mit gleich Gesinnten wie innerhalb der Europäischen Union voran zu gehen und darauf zu hoffen, dass selbst gesetzte Klimaziele zugleich wenigstens einen Innovationsschub für die eigenen Industrien bringen. Dieser eher marktwirtschaftliche Ansatz hat Stärken und Schwächen. Wirtschaftliche Anreize können gezielter und wohl sparsamer eingesetzt werden. Doch eine Schwäche solcher Alleingänge liegt darin, dass nicht alle Regierungen einen spürbaren Preis für Klimaschäden verordnen werden. In Deutschland könnte die Basis für energieintensive Industrien bröckeln. Gerade aufstrebende Riesenreiche wie China und Indien, aber auch die Vereinigten Staaten von Amerika, wollen bei der Selbstbeschränkung nicht mitmachen. Erneuerbare Energien, die zudem wie in Deutschland oft reichlich subventioniert sind, könnten den Jobverlust nur schwer ausgleichen. 

Die unschöne Wahrheit ist, dass keiner weiß, wie der Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids in den kommenden Jahren und Jahrzehnten um 80 oder noch mehr Prozent sinken soll. Die Selbstverpflichtung der Europäer, den Ausstoß des Treibhausgases nicht nur um die versprochenen 20, sondern um 30 Prozent zu verringern, ist zumindest ein Schritt, der mühsam, aber im internationalen Wettbewerb wohl nicht mörderisch sein wird.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.12.2010, 12:33 UhrAnonymer Benutzer: Wolfgang Bieber

    Es könnte der Eindruck entstehen, dass es in Cancún nicht um gemeinsame Lösungen für den Klimawandel, sondern primär darum geht, Finanzierungsbeiträge festzulegen und institutionelle Fragen zu regeln. Doch ohne Zugeständnisse der Schwellenländer scheint ein Gelingen unmöglich: http://bit.ly/efMC4q

  • 08.12.2010, 08:50 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Der Deal ist der:
    - die Amis basteln "Finanzprodukte" wie CO2-Zertifikate und investmentfonds, die in "Öko"-Produkte investieren
    - die Chinesen produzieren die "Öko"-Produkte
    - Deutschland kauft mit unseren Steuergeldern (direkt/indirekt) die chinesischen "Öko"-Produkte (Windmühlen, Solaranlagen, etc.).

    Die Amis und die Chinesen pfeifen auf die Klimaerwärmung (die neuerdings "Klimawandel" heißt, weil es wohl keine Erwärmung gibt), und freuen sich auf das große Geld.

    ich finde, wir sollten ebenfalls auf die Sache pfeifen und endlich kapieren, dass wir Adolf und den Kaiser überstanden haben, und auch eine theoretisch mögliche Klimaerwärmung wird uns nicht umbringen. Paranoide Angsthasen werden zwar weiterhin die Hosen nässen, und dafür gibt es eben Kundschaft: unterbelichtete, grünliche Pisa-boomer, welche die Wissenschaft anbetet (die uns in den 30 Jahren eine gute begründung für den Holocaust brachte und in den 70ern die neue Eiszeit "mit Sicherheit" vorhersagte).

  • 07.12.2010, 21:11 UhrAnonymer Benutzer: Sehr komisch

    Zuerst mal Danke für die beiden vorherigen Kommentare, die absolut richtig und nachvollziehbar sind. Es gibt auch eine Menge weiterer Ungereimtheiten bei der ganzen Klimahysterie.

    Da ist z.b. der Klimawandel an sich. Der betrifft immer ganz stark diejenigen, die nichts dafür können und komischerweise nie diejenigen, die ihn angeblich verursachen. Schon merkwürdig, dass sich das Wetter in diesem Punkt so traumhaft ideologisch verhält.

    Und dann sind da die Unmengen an Meteorologen, Physikern und vielen anderen, die wissenschaftlich belegen, wie viel ein Spurengas wie CO2 zur Erderwärmung beitragen kann - und damit CO2 aus der Verantwortung nehmen. Diesen Personen wird aber bis heute eine angemessene Präsenz in unseren Medien verwehrt und das gilt gleichermaßen für das Fernsehen, Radio und Printmedien, inkl. ihrer Online-Auftritte.

    Allein das stinkt dermaßen zum Himmel, dass die CO2-Story eine Lüge sein muss. Und spätestens wenn man berücksichtigt, dass der Handel mit Zertifikaten in die billionen gehen könnte und einige wenige Leute sehr reich machen wird, d.h. noch viel reicher als sie eh schon sind, dann sollte auch der Letzte verstehen, dass es sich bei der menschengemachten Erderwärmung wie bei vielen anderen Themen um eine bloße Erfindung handelt.

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