Klimaschutz: Fünf Gründe, wieso die Klimakonferenz ein Erfolg werden könnte

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Klimaschutz: Fünf Gründe, wieso die Klimakonferenz ein Erfolg werden könnte

von Cordula Tutt

Ab morgen verhandeln 195 Staaten in Paris über Schritte gegen die Erderwärmung. Nach etlichen gescheiterten Versuchen, gibt es diesmal Grund zu Optimismus.

Dort in Le Bourget nördlich von Paris, wo sonst die weltgrößte Luftfahrtmesse stattfindet, kommen ab Montag tausende Menschen aus aller Welt zusammen. Die Vertreter von 195 Staaten treffen sich unter der Regie der Vereinten Nationen, um Schritte gegen die Erderwärmung auszuhandeln.

In Zeiten des Terrors sind die Sicherheitsanforderungen für die Abgesandten, Umweltgruppen, Wirtschaftsvertreter und Medienleute enorm. Dennoch ist Optimismus angebracht. Nach etlichen gescheiterten Versuchen der Staaten, den Klimawandel zu bremsen, könnte es dieses Mal Fortschritte geben.

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Auch wenn nicht ganz in Sicht ist, dass die Staaten ihr Ziel erreichen, den Temperaturanstieg im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Doch statt rund vier Grad plus, die Wissenschaftler für ein "weiter so" vorhersagen, könnte der Anstieg auf rund 2,7 Grad begrenzt werden, sagen die Verhandler.

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Fünf Gründe, warum es tatsächlich gelingen könnte, dass weltweit weniger Öl und Kohle verbraucht werden. Dass umweltschonender geheizt und gewohnt wird und dass auch der Verkehr klimafreundlicher wird.

1. Die USA und China machen mit

Beide Länder sind zusammen als Verursacher für fast die Hälfte der klimaschädlichen Gase weltweit verantwortlich. Doch bei früheren Verhandlungen galten die Regierungen beider Staaten eher als Bremser. In den USA galt der Kongress meist als unüberwindbares Hindernis weil dort Skeptiker des Klimawandels stark sind und Mehrheiten für ein entsprechendes nationales Gesetz nicht absehbar waren.

China sah sich in seiner wirtschaftlichen Entwicklung gebremst, die bisher stark auf Energie aus Kohle und Öl setzte. Die Regierungen beider Länder haben sich nun aber bereits zu einem geringeren Ausstoß an Kohlendioxid, dem wichtigsten klimaschädlichen Gas, über die Jahre bereit erklärt. Ein Abkommen von Paris könnte diesmal so verfasst sein, dass Präsident Barack Obama den Kongress nicht bräuchte. Die US-Regierung könnte eine internationale Verpflichtung eingehen und umsetzen, aber keinen Vertrag, der vom Kongress ratifiziert werden müsste.

Chinas Regierung muss etwas gegen Luftverschmutzung und andere Umweltschäden unternehmen und sieht sich inzwischen außerdem als Förderer erneuerbarer Energie.

Aus diesen Gründen schwitzt die Erde

  • Das Bevölkerungswachstum

    Die Anzahl der Menschen auf der Erde wächst jedes Jahr um etwa 70 bis 80 Millionen Personen. Das entspricht fast der Bevölkerungsgröße Deutschlands. Bis 2050 soll laut Schätzungen der Vereinten Nationen die Weltbevölkerung auf knapp 10 Milliarden Menschen angewachsen sein. Dass die Kinder nicht hierzulande oder bei unseren europäischen Nachbarn geboren werden, ist hinreichend bekannt. Vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern in Afrika und Asien wächst die Bevölkerungszahl. Dadurch wächst auch der Bedarf an Rohstoffen, Energie, Wasser und Nahrung.

  • Wirtschaftswachstum

    Trotz Kyoto-Protokoll aus dem Jahr 1992 hat sich der CO2-Ausstoß kaum verringert. Lediglich als 2009 aufgrund der Wirtschafts- und Finanzkrise viele Industriestätten weniger produzierten, sank der Wert der Kohlendioxidemission auf 784 Millionen Tonnen. Schon ein Jahr später lag der Wert wieder bei 819 Millionen Tonnen. Dabei entsteht ein Großteil der Emissionen in nur wenigen Ländern wie China, den USA und der EU.

  • Automobile

    Während Carsharing und der öffentliche Nahverkehr in Ländern wie Deutschland in Zeiten hoher Benzinkosten viele Anhänger findet, ist der weltweite Trend eindeutig ein anderer. Immer mehr PKW fahren über den Globus. 2010 wurde erstmals die Eine-Milliarde-Marke geknackt. Besonders viele Autos pro Einwohner werden in Monaco und den USA gefahren.

  • Kohle, Kohle, Kohle

    Der seit Mai 2012 stetig ansteigende Ölpreis hat dafür gesorgt, dass Kohle wieder an Attraktivität gewonnen hat. Die Wiederauferstehung der Kohle ist für die Umwelt eine Katstrophe. Laut BUND sind Kohlekraftwerke mehr als doppelt so klimaschädlich wie moderne Gaskraftwerke. Die großen Dampfwolken aus den Kühltürmen der Kraftwerke machen ein anderes Problem deutlich: Mehr als die Hälfte der eingesetzten Energie geht meist als ungenutzte Wärme verloren.

  • Abholzung

    Das Handout der Umweltschutzorganisation WWF zeigt die illegale Abholzung eines Waldgebietes in Sumatra (Indonesien). Jährlich gehen knapp 5,6 Millionen Hektar Wald verloren. Die fortschreitende Abholzung von Regenwäldern trägt entsprechend mit zur globalen Erderwärmung bei. Denn die Wälder speichern Kohlendioxid.

  • Rindfleisch

    Rinder sind wahre CO2-Schleudern. Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch in Brasilien erzeugt genauso viel klimaschädliches Kohlendioxid wie eine 1.600 Kilometer lange Autofahrt. In diese Rechnung fließen mehrere Faktoren ein. Zum einen können auf dem für die Rinder genutzten Weideland keine Wälder mehr wachsen. Zum anderen scheiden Rinder das klimaschädliche Gas Methan aus. Laut WWF sind in Deutschland fast 70 Prozent der direkten Treibhausemissionen auf die Ernährung mit tierischen Produkten zurückzuführen.

  • Wegwerfgesellschaft

    Nicht nur Unmengen an Verpackungsmüll produzieren die Deutschen. Wir schmeißen auch jede Menge Lebensmittel weg, pro Kopf etwa 100 Kilogramm pro Jahr. Auch diese Verschwendung wirkt sich massiv negativ auf das Klima aus.

  • Flugzeuge

    Flugzeuge stoßen CO2, Stickoide, Wasserdampf, Ruß, Sulfat und andere Partikel aus und verpesten so die Umwelt. Die größte Klimawirkung hat laut atmosfair.de das reine CO2, das immer beim Verbrennen von Benzin oder Kerosin entsteht. Außerdem die Bildung von Schleierwolken und Kondensstreifen, der Aufbau vom Treibhausgas Ozon in einem sensiblen atmosphärischen Stockwerk sowie der Abbau von Methan.

2. Die Technik hat Riesenfortschritte gemacht

Wenn es darum ging, umweltfreundlichere Energie zu nutzen und die Industrie sauberer zu machen, fühlten sich Entwicklungsländer früher regelmäßig von den Industrieländern bevormundet: Ihr wollt uns an der Entwicklung (und der Verschmutzung der Umwelt) hindern, die ihr selbst schon hinter euch habt, so lautete die Kritik. Der Umbau auf grünere Arten der Produktion war schlicht unerschwinglich in vielen Weltregionen. In den Industrieländern wurden erneuerbare Energien mit hohen Subventionen unterstützt.

Nun sind aber Sonnenkollektoren, Windräder und andere Technologien viel effizienter geworden, durch hohe Stückzahlen sind die Preise gesunken. Für Länder, die zum Beispiel ihre Energieversorgung erst ausbauen, sind erneuerbare Energien eine Option geworden.

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