Klimawandel: IWF will Steuern auf Treibhausgase

Klimawandel: IWF will Steuern auf Treibhausgase

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Rauch und Dampf steigt aus den Kühltürmen und Schornsteinen des RWE-Braunkohlekraftwerks Niederaußem bei Bergheim (Nordrhein-Westfalen).

Die Verursacher müssen die Kosten für den Kampf gegen den Klimawandel zahlen - eine Studie des Internationalen Währungsfonds sieht keine andere Chance. Das würde de facto heißen: Steuern auf den Ausstoß von Treibhausgasen.

Wer Treibhausgase ausstößt soll künftig dafür zahlen: Experten des Internationalen Währungsfonds (IWF) hält für Haushalte und Unternehmen eine Gebühr für Treibhausgas-Emissionen für notwendig, wenn die Klimaschutzvereinbarungen des Pariser Abkommens eingehalten werde sollen. Dass es diese Gebühr bisher nicht überall auf der Welt gebe, sei de facto eine versteckte Subvention, die abgeschafft werden müsse, heißt es in einem Bericht des Währungsfonds, der am Montag in Washington veröffentlicht wurde.

Kohlenstoffverbrennung müsse durch Steuern oder ähnliche Systeme einen Preis erhalten. „Das Problem ist, dass der Ausstoß jedes einzelnen Haushaltes und jedes einzelnen Unternehmens, kaum Einfluss auf die Klimasituation hat, der von allen zusammen aber einen großen“, heißt es in dem Bericht. „Deswegen ist ein Preis notwendig, der dazu zwingt, dass über aus dem Klimaeffekt resultierende Forderungen individuell entschieden werden muss.“

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Chronik im Kampf gegen den Klimawandel

  • Montreal 1987

    Regierungen versprechen in einem Vertrag, die Emissionen von für die Ozonschicht schädlichen Chemikalien zu begrenzen. Das sogenannte Montreal-Protokoll befasst sich zwar nicht ausdrücklich mit dem Klimawandel, doch wird es zu einem Modell dafür, wie vom Menschen verursachte Emissionen durch internationale Abkommen eingeschränkt werden können.

  • New York 1988

    Die UN-Generalversammlung befürwortet die Bildung des sogenannten Zwischenstaatlichen Ausschusses über Klimaveränderungen, auch Weltklimarat genannt. Dieser wird von der Weltorganisation für Meteorologie und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen eingerichtet, um das vorhandene Wissen über den Klimawandel zu beurteilen.

  • London 1990

    Der Weltklimarat veröffentlicht seine erste wissenschaftliche Beurteilung des Klimawandels. Demnach nehmen die Treibhausgaswerte in der Atmosphäre aufgrund menschlicher Aktivität zu, was zu einer Erwärmung der Erdoberfläche führt.

  • Rio 1992

    Staats- und Regierungschefs unterzeichnen die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen. Ziel ist die Begrenzung der Treibhausgase. Allerdings legt die Konvention keine bindenden Ziele fest.

  • Kyoto 1997

    Das sogenannte Kyoto-Protokoll wird angenommen. Dieses setzt bindende Emissionsziele für wohlhabende Länder. Die USA handeln den Vertrag mit aus, ratifizieren ihn aber letztlich nicht.

  • Moskau 2004

    Der russische Präsident Wladimir Putin macht mit der Ratifizierung des Kyoto-Protokoll den Weg für das Inkrafttreten frei. Denn die Voraussetzung ist erfüllt: Der Vertrag wird von Ländern unterstützt, die zusammen für mehr als 55 Prozent der globalen Emissionen verantwortlich sind.

  • Bali 2007

    Eine UN-Klimakonferenz einigt sich darauf, bis 2009 ein weltweites Abkommen als Ersatz für das Kyoto-Protokoll auszuhandeln.

  • Kopenhagen 2009

    Der erste Anlauf des verbindlichen globalen Klimaabkommens scheitert. Grund sind Meinungsverschiedenheiten zwischen reichen und armen Ländern, wer wie viel für den Klimaschutz leisten soll.

  • Durban 2011

    Bei UN-Klimagesprächen einigen sich die Teilnehmer, im Jahr 2015 ein für alle Staaten gültiges Abkommen abzuschließen und fünf Jahre später in Kraft zu setzen.

  • Stockholm 2013

    Der Weltklimarat erklärt es für „äußerst wahrscheinlich“, dass menschlicher Einfluss der führende Grund für steigende Temperaturen sei, die seit Mitte des 20. Jahrhunderts erfasst wurden.

  • Paris 2015

    Mehr als 190 Delegationen erarbeiten den Entwurf des globalen Abkommens.

Auf der Klimaschutzkonferenz im Dezember in Paris hatten sich 186 Nationen, darunter die USA, China Japan und die Länder der Europäischen Union, auf das verbindliche Ziel verständigt, die Erderwärmung zu begrenzen, und zwar auf eine maximale Erhöhung von 1,5 Grad Celsius. Die Vereinbarungen von Paris, darunter auch Milliardenhilfen für den Kampf gegen den Klimawandel in Entwicklungsländern, verursacht volkswirtschaftliche Kosten, die es zu bewältigen und zu verteilen gilt.

Klimakonferenz Ist das Klima jetzt gerettet?

Ein erster Erfolg für den Klimaschutz: Nahezu alle Staaten der Welt versprechen, sich gemeinsam für das Klima einzusetzen. Doch ist damit das Klima gerettet?

Gemeinsam wollen sich die 195 Teilnehmer der Konferenz für mehr Klimaschutz einsetzen. Quelle: dpa

Volkswirte und Klimaforscher gehen davon aus, dass eine Erderwärmung um drei Grad Celsius Kosten in Höhe von zwei Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung auslösen würde. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt liegt derzeit bei rund 75 Billionen Dollar. Allerdings ist die Zwei-Prozent-Hypothese umstritten, da die Kosten von Unwettern und Naturkatastrophen nur sehr schwer kalkuliert werden können.

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5 Kommentare zu Klimawandel: IWF will Steuern auf Treibhausgase

  • Tolle kohleaktion von IWF. Sollen tatsächlich 1.550 Milliarden Dollar jährlich für Kohlendioxid von den Kohleverbrennern gezahlt werden? Warum soll denn nicht Deutschland den Kohlestaaten Geld dafür bezahlen, dass diese weniger Kohle verbrennen? Die Deutschen wollen doch auch den Nutzen, das 2 Gradziel dafür erhalten.

  • Wenn wir alle von irgendwelchen Lobbyisten für wünschenswert oder alternativlos verkauften Steuern und Abgaben bezahlt haben, müssen wir uns nur noch mit der unscheinbaren Frage befassen, von was wir eigentlich leben wollen.

  • Herr Müller, Sie sagen da was wahres.
    Wenn man bedenkt, dass die Staaten mit Emissionszertifikaten viel Geld
    machen (Industriekasse) umlegbar auf die Kunden
    Nun auch noch von den Bürgern Steuern abverlangt wird.

    Das sind westliche Werte, die es zu verteidigen gilt.
    Ich schrieb hier schon:
    Zeit der ESSENSMARKEN rückt immer näher. BIER wird als Nahrungsmittel
    gestattet sein, das "Pack" ruhig bleibt.

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