Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten: Schiitische Rebellen übernehmen Macht im Jemen

Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten: Schiitische Rebellen übernehmen Macht im Jemen

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Im Jemen haben schiitische Rebellen die Macht übernommen.

Der bitterarme Jemen stürzt immer tiefer in den politischen Abgrund. Nun droht eine Eskalation des Konflikts zwischen Schiiten und Sunniten.

Die schiitischen Rebellen im Jemen haben das Parlament des Landes aufgelöst und die Macht übernommen. In einer im Fernsehen übertragenen Erklärung aus dem Präsidentenpalast in der Hauptstadt Sanaa verkündeten die Huthis, dass das von ihnen geführte „Revolutionskomitee“ interimistisch die Regierung bilden würde. Anschließend soll ein fünfköpfiger Präsidentenrat entstehen und zwei Jahre lang amtieren.

Der dramatische Schritt vom Freitag vervollständigt die Machtergreifung der Rebellen, die bereits vor Monaten eingeleitet wurde. Die aus dem Nordjemen stammenden Huthis hatten im vergangenen September Sanaa und später andere Städte sowie Provinzen unter ihre Kontrolle gebracht und mehr Mitbestimmung in dem mehrheitlich sunnitischen Land gefordert.

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Mit der Machtergreifung könnte nun der Konflikt mit sunnitischen Stammesangehörigen und Sezessionisten eskalieren, die für eine Abspaltung des Südens eintreten. Beobachter befürchten unter anderem auch, dass sich Sunniten dem gefährlichen Al-Kaida-Ableger im Jemen anschließen könnten, um die Huthis zu bekämpfen.

Die Huthis sagten weiter, das Revolutionskomitee werde dafür zuständig sein, ein Parlament mit 551 Mitgliedern aufzustellen. Das Parlament soll dann den fünfköpfigen Präsidentenrat bestimmen. Das Revolutionskomitee ist der Sicherheits- und Geheimdienstarm der Rebellengruppe und wird von Mohammed Ali al-Huthi, einem Cousin von Rebellenführer Abdel-Malek al-Huthi geleitet.

Es sei der Beginn „einer neuen Ära, die den Jemen zu sichereren Ufern tragen wird“, sagte ein nicht namentlich genannter Sprecher im Fernsehsender der Rebellen, Al-Masseria.

In der Ankündigung vom Freitag machten die Rebellen keinerlei Angaben zu möglichen Neuwahlen. Auch das Schicksal von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi wurde nicht erwähnt. Ihn hatten die Huthis kürzlich abgesetzt und in seiner Residenz de facto unter Hausarrest gestellt.

Zuletzt waren alle Gespräche zwischen den Rebellen und den politischen Lagern des Landes gescheitert, unter anderem an den Forderungen der Huthis nach einer größeren Mitbestimmung in der Regierung. Schließlich stellten die Huthis am Sonntag den Parteien ein dreitägiges Ultimatum, um doch noch eine politische Lösung zu erreichen. Andernfalls würden sie die Macht ergreifen.

Der bitterarme Jemen ist seit dem Arabischen Frühling 2011 nie wirklich zur Ruhe gekommen. Nach monatelangen Protesten wurde der langjährige Machthaber Ali Abdullah Salih abgesetzt, sein Stellvertreter Hadi folgte ihm nach. Im damaligen Machtvakuum erstarkte die Al-Kaida im Süden, im Norden hingegen wurden die Huthis immer mächtiger. Beobachter werfen dem schiitischen Iran vor, die Rebellen zu unterstützen.

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