Konjunktur: Chinas Wirtschaft schwächelt auf breiter Front

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Konjunktur: Chinas Wirtschaft schwächelt auf breiter Front

Chinas Wirtschaft bereitet Sorgen: Nahezu alle Konjunkturdaten blieben im Juli hinter den Erwartungen. Der Druck auf Regierung in Peking steigt weiter.

Chinas Wirtschaft hat im Juli in fast allen Bereichen geschwächelt und damit die Sorgen vor einem immer stärker nachlassenden Wachstum geschürt. Industrieproduktion, Anlageinvestitionen wie auch der Einzelhandel schnitten nach Angaben des Statistikamtes vom Mittwoch schlechter ab als erwartet.

Die enttäuschenden Konjunkturdaten erhöhen den Druck auf die Regierung in Peking, weitere Schritte zu ergreifen, um einen noch schärferen Rückgang der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft hinter den USA zu verhindern. Die chinesische Notenbank hat die Landeswährung bereits abgewertet, um den heimischen Exporteuren das Leben zu erleichtern. Zuletzt waren die Ausfuhren des Exportweltmeisters überraschend stark um 8,3 Prozent gefallen.

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Angst vor Währungskrieg Börsen rutschen nach Yuan-Abwertung ins Minus

Die chinesische Zentralbank hat die Landeswährung am Mittwoch erneut auf Talfahrt geschickt. Der Yuan fiel auf ein Vierjahrestief. Die asiatischen Börsen rutschen ins Minus, der DAX stürzt ab.

Chinas Zentralbank hat den Yuan mit einem erneuten Eingreifen auf Talfahrt geschickt Quelle: REUTERS

Das Wachstum der Industrieproduktion hat sich in der Volksrepublik im Juli auf 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat abgeschwächt. Im Juni lag das Plus noch bei 6,8 Prozent. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 6,6 Prozent vorausgesagt. "Diese Art von Daten untermalen nur die negative Einschätzung, die jeder über die Wirtschaft hat", sagte Louis Kuijs, Chinas Chefökonom der Royal Bank of Scotland. Damit werde es sehr schwer, das offizielle Ziel von sieben Prozent Wachstum in diesem Jahr zu erreichen - bereits dies wäre das schlechteste seit einem Vierteljahrhundert. Experten gehen angesichts der jüngsten Daten davon aus, dass es 2015 möglicherweise nur für 6,5 Prozent reicht.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Auch die Anlageinvestitionen - etwa in neue Fabriken - fielen zuletzt schwächer als erwartet aus. Sie legten von Januar bis Juli um 11,2 Prozent zu. Das ist das geringste Plus seit fast 15 Jahren. Experten hatten mit 11,5 Prozent gerechnet. Der Einzelhandel meldete ein Umsatzplus von 10,5 Prozent für Juli, womit die Prognose von 10,6 Prozent knapp verfehlt wurde. Die Autoverkäufe gingen um 7,1 Prozent zurück, obwohl Händler Preise senkten und andere Rabatte boten.

Nach den jüngsten Konjunkturdaten hat die chinesische Zentralbank die Landeswährung Yuan zunächst am Dienstag mit fast zwei Prozent so kräftig abgewertet wie noch nie. Am Mittwoch wurde dann der Mittelwert des Währungskurses noch niedriger festgelegt. Der Yuan fiel daraufhin auf ein Vierjahrestief. An den Märkten sorgt die Furcht vor einer Abkühlung der chinesischen Wirtschaft für heftige Verluste. Der Dax rutschte zwischenzeitlich unter die Marke von 11.000 Punkten.

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