Konjunktur: Weltbank warnt vor Immobilienblase in China

Konjunktur: Weltbank warnt vor Immobilienblase in China

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Baustelle in Provinz Hainan (China)

von Matthias Kamp

Zwar leiste der boomende Immobilienmarkt einen wichtigen Beitrag zum Wachstum der chinesischen Wirtschaft, stellt die Weltbank in ihrem jüngsten Bericht zur Konjunkturentwicklung im Reich der Mitte fest. Gleichzeitig jedoch nehme das Risko einer Überhitzung zu, warnen die Ökonomen der Washingtoner Organisation.

Mehr als 1,4 Billionen US-Dollar an neuen Krediten haben Chinas Banken im vergangenen Jahr auf Druck der Kommunistischen Partei ausgegeben – ein Plus von mehr als 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit dem vielen Geld wollen Pekings KP-Führer die Folgen der Krise mildern. Noch immer schwimmt die chinesische Wirtschaft in Liquidität.

„Das viele billige Geld treibt natürlich die Preise, etwa auf dem Immobilienmarkt“, warnte Louis Kuijs, Ökonom der Weltbank in Peking, am Mittwoch bei der Vorstelllung des vierteljährlichen Berichts zur chinesischen Wirtschaft. Die Preise, so Kuijs, könnten ein Niveau erreichen, „bei dem die Dinge ungesund werden.“ Im laufenden Jahr werde Chinas Wirtschaft um 9,5 Prozent wachsen, so die Weltbank.

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Immobilienpreise ziehen um 32 Prozent an

Allein die Kredite an den Immobiliensektor – dazu gehören Darlehen an Käufer von Wohnungen und Häusern, an Baufirmen, aber auch Kredite an Immobilienentwickler – kletterten 2009 um 38 Prozent. „Als Folge sind die Investitonen in diesem Bereich in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres rasant gestiegen“, heißt es bei der Weltbank. Das Preisniveau hat inzwischen schwindelerregende Höhen erreicht.

Auf der Tropeninsel Hainan in Südchina müssen die Käufer bis zu 8000 Euro für den Quadratmeter Wohnraum zahlen. In den 36 größten Städten Chinas stiegen die Immobilienpreise im Januar im Jahresvergleich um 32 Prozent.

Chinas Politiker seien gut beraten, den Markt genau zu beobachten, konstatiert die Weltbank darum in ihrem heute vorgelegten Bericht. Zwar sei nicht klar, inwieweit die Immobilienpreise landesweit überbewertet sind und wie groß die Wahrscheinlichkeit einer negativen Korrektur ist. Fest stehe allerdings, dass Immobilien einen signifikanten Anteil am Portfolio der Banken und Unternehmen ausmachen. „Eine Verlangsamung des Marktes hätte deutliche Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft“, warnt die Weltbank. Schwer treffen würde es außerdem die Finanzen der Lokalregierungen, denn sie speisen sich hauptsächlich aus dem Verkauf von Land an die Immobilienentwickler. In China gehört alles Land dem Staat.

Zwar hat Peking in den vergangenen Monaten eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um den überhitzten Immobilienmarkt abzukühlen. Doch könnten weitere „administrative Maßnahmen“ vorgenommern werden, um das Risiko einer Blase am Immobilenmarkt zu verringern, so die Weltbank. Dazu gehöre eine Erhöhung der Reservesätze für die Banken und eine höhere Mindestanzahlung bei der Inanspruchnahme eines Baudarlehens. „Eine insgesamt striktere Geldpolitik ist ein weiteres wichtiges Instrument“, so die Weltbank.

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