Korruption in Südkorea: Ex-Präsidentin Park zum Prozessauftakt vor Gericht

Korruption in Südkorea: Ex-Präsidentin Park zum Prozessauftakt vor Gericht

, aktualisiert 23. Mai 2017, 08:24 Uhr
Bild vergrößern

Die frühere Präsidentin von Südkorea muss sich vor Gericht verantworten.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Staatsanwalt erklärt, viele Beweise für die mutmaßlichen Korruptionsvergehen von Ex-Präsidentin Park zu haben. Die Anklage wiegt schwer. Doch vor dem Gerichtsgebäude hat Park noch immer zahlreiche Unterstützer.

SeoulZum Prozessauftakt wegen Korruptionsvorwürfen ist die südkoreanische Ex-Präsidentin Park Geun Hye am Dienstag vor Gericht in Seoul erschienen. Die seit dem 31. März inhaftierte Park stieg zunächst mit Handschellen aus einem Polizeibus und schließlich mit herabgesenktem Blick in das Gebäude. Sie ist wegen Erpressung, Bestechung und Machtmissbrauch angeklagt und könnte bei einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe bekommen. Es wird erwartet, dass das Verfahren mehrere Monate dauert. Parks Unterstützer versammelten sich indes zum Protest vor dem Gericht.

Rund 150 Demonstranten kamen der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge zusammen, um für Parks Freilassung zu protestieren. Auf Schildern waren demnach Forderungen wie „Park ist unschuldig! Lasst sie sofort frei!“ zu lesen. Berichte über einen Gewaltausbruch gab es zunächst nicht.

Anzeige

Im Gericht saß Park neben ihrer langjährigen Vertrauten Choi Soon Sil, die ebenfalls angeklagt ist. Die seit vier Jahrzehnten befreundeten Frauen grüßten sich nicht. Als Richter Kim Se Yun die Ex-Präsidentin zu Beginn des Verfahrens nach ihrem Beruf fragte, gab sie an, keiner Tätigkeit nachzugehen.

Staatsanwalt Lee Won Seok verlas anschließend die Anklage. Vorgeworfen wurde Park darin, sich zusammen mit Choi in staatliche Angelegenheiten eingemischt zu haben und später ihre Position ausgenutzt zu haben. Unternehmen seien dazu gezwungen worden, Bestechungszahlungen zu leisten. Die Staatsanwaltschaft erklärte vorab, ihr lägen mehr als genügend Beweise für Parks mutmaßliche kriminelle Aktivitäten vor. Insgesamt wird ihr und Choi vorgeworfen, 26 Millionen Dollar (23,17 Millionen Euro) durch Schmiergeldbeträge von den größten Firmen des Landes genommen zu haben.

Park hat sich dafür entschuldigt, Choi vertraut zu haben. Sie weist jedoch den Vorwurf zurück, Gesetze gebrochen zu haben. Stattdessen beschuldigt sie Choi, sie hereingelegt zu haben. Diese streitet ebenfalls ab, sich falsch verhalten zu haben.

Die vergangenen Wochen hat Park eingesperrt in einer kleinen Zelle mit Fernsehen, Toilette, Spüle, Tisch und Matratze verbracht. Berichten zufolge hat sie nur selten Besuch empfangen. Im März hatte das Verfassungsgericht in Südkorea Park ihres Amtes enthoben. Das Parlament hatte sie bereits im Dezember suspendiert, nachdem es wegen der Korruptionsvorwürfe zu monatelangen Protesten von Bürgern gekommen war.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%