Korruptionsverdacht: Ermittlungen wegen mutmaßlichem Telefongespräch Erdogans

Korruptionsverdacht: Ermittlungen wegen mutmaßlichem Telefongespräch Erdogans

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Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnet belastende Telefonmitschnitte als „Komplott“ gegen ihn.

Gegen den türkischen Regierungschef Erdogan könnte wegen Korruption ermittelt werden: Es sind angebliche Mitschnitte eines Gesprächs zwischen ihm und seinem Sohn aufgetaucht, in dem er dazu auffordert, Geld wegzuschaffen.

Die türkische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu belastenden Audioaufnahmen eingeleitet, auf denen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan zu hören sein soll. Das berichteten staatliche Medien am Dienstag. In den Mitschnitten, die am Montag im Internet aufgetaucht waren, fordert offenbar Erdogan seinen Sohn Bilal auf, Geld fortzuschaffen, bevor es zu einer Razzia kommt. Ob die offizielle Untersuchung lediglich die Authentizität der Aufnahmen prüfen soll oder ob ihr der Verdacht einer Straftat des Regierungschefs zugrunde liegt, war zunächst unklar.

Das mutmaßliche Gespräch zwischen Erdogan und seinem Sohn soll am 17. Dezember aufgenommen worden sein. Der Chef der oppositionellen Nationalistischen Partei, Devlet Bahceli, nannte die Aufzeichnungen „überwältigend“. Die Staatsanwaltschaft solle gegen Erdogan wegen Korruptionsverdachts vorgehen, forderte er. Der Ministerpräsident solle nicht einmal daran denken zu behaupten, die Aufzeichnungen seien gefälscht. Erdogan hat die Audioaufnahmen als manipuliert bezeichnet.

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Am 17. Dezember war ein umfassender Korruptionsverdacht gegen zahlreiche Personen aus dem Umfeld des Ministerpräsidenten bekannt geworden. Daraufhin tauschte Erdogan mehrere Minister und Staatsanwälte aus, Hunderte Polizisten wurden versetzt. Dutzende Menschen wurden im Zusammenhang mit Schwarzgeldtransfers in den Iran und Bestechung bei Bauprojekten festgenommen. Auch Bilal Erdogan wurde bereits von Ermittlern zu dem Fall vernommen.

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Kurz nach dem Auftauchen der Audioaufnahmen traf sich Erdogan mit dem türkischen Geheimdienstchef. Sein Büro kündigte in einer Erklärung rechtliche Schritte gegen diejenigen an, die für die Aufzeichnungen verantwortlich seien. Unterdessen wurden innerhalb der Opposition Forderungen nach einem Rücktritt des Regierungschefs laut. Die Republikanische Volkspartei erklärte, sie habe die Authentizität der Aufnahmen über „drei oder vier Kanäle“ verifiziert. Sie forderte Erdogan auf, entweder zurückzutreten oder „per Hubschrauber (aus der Türkei) zu fliehen“.

Der Ministerpräsident selbst ging am Dienstag in die Offensive. Er erklärte, türkische und ausländische Feinde versuchten, seine Regierung zu stürzen. Zudem bekräftigte er erneut, dass die Aufzeichnungen gefälscht seien. „Dies ist ein heimtückischer Akt gegen den Ministerpräsidenten der Türkei“, sagte er.

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