Kreditwürdigkeit: Fitch stuft fünf Länder herab

Kreditwürdigkeit: Fitch stuft fünf Länder herab

Nach Standard & Poor's hat Fitch zum Rundumschlag in der Euro-Zone ausgeholt und gleich fünf Länder schlechter eingestuft. Die Agentur senkte die Kreditwürdigkeit von Italien, Spanien, Belgien, Zypern und Slowenien.

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Fitch hatte die Länder bereits im Dezember unter Beobachtung gestellt

Der Ausblick für alle Länder ist negativ: Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Herabstufung in den kommenden zwei Jahren ist demnach hoch. Der Euro gab kurzzeitig seine Gewinne gegenüber der US-Währung ab und fiel auf 1,3178 Dollar - um gleich darauf wieder mit 1,3208 auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember zu klettern.
Die Herabstufung begründete die Agentur am Freitagabend mit der Verwundbarkeit der Euro-Länder gegenüber monetären und finanziellen Schocks. Italien, das mit einer Expertenregierung unter Mario Monti gegen eine immense Staatsverschuldung kämpft, wurde um zwei Stufen auf A-minus von A-plus abgesenkt. Die Abstufung wäre noch schärfer ausgefallen, hätte sich die Regierung in Rom nicht derart klar zu einem Abbau des Defizits und Strukturreformen verpflichtet, erklärte Fitch. Ministerpräsident Monti reagierte betont gelassen. Die Agentur kritisiere Probleme, die nicht unbedingt neu seien - etwa den hohen Schuldenstand im Vergleich zur Wirtschaftsleistung.

Scharfer Gegenwind

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Für Italien, das zuletzt zumindest teilweise Vertrauen an den Finanzmärkten zurückgewinnen konnte und niedrigere Renditen zahlen musste, ist der Zeitpunkt der Herabstufung aber dennoch heikel. Am Montag wagt sich das südeuropäische Land mit fünf- und zehnjährigen Papieren an den Kapitalmarkt. Die Auktionen sollen mit weiteren Langläufern insgesamt bis zu acht Milliarden Euro in die klamme Staatskasse spülen.

Regierungschef Monti will mit Reformen und Einsparungen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Doch konjunkturell bläst der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone ein scharfer Gegenwind ins Gesicht: Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass Italiens Wirtschaftskraft 2012 um 2,2 Prozent schrumpft.

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Spanien bewertet Fitch nun mit A statt AA-minus. Zyperns neues Rating von BBB-minus liegt nur noch eine Stufe über dem Ramschstatus. Die Bewertung für Irland wurde nicht angetastet. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Mitte Januar neun Euro-Staaten herabgestuft und dabei unter anderem Frankreich die Bestbewertung Dreifach-A entzogen. Kurz darauf wurde zudem dem Euro-Rettungsschirm EFSF die Top-Bonitätsbewertung entzogen. Für die betroffenen Länder kann sich die schlechtere Bewertung in höheren Zinsen niederschlagen, wenn dies auch nicht zwangsläufig eintreten muss.

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