Krieg in Mali: Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen

Krieg in Mali: Terror-Nester bekämpfen statt neokolonial demokratisieren

Deutschland muss mehr Verantwortung übernehmen

Französische Soldaten im Einsatz bei Diabaly, Mali: Statt neokolonialer Demokratisierung sollte die Bekämpfung der Terror-Nester vorrangiges Ziel sein. Quelle: REUTERSBild vergrößern
Französische Soldaten im Einsatz bei Diabaly, Mali: Statt neokolonialer Demokratisierung sollte die Bekämpfung der Terror-Nester vorrangiges Ziel sein. Quelle: REUTERS

Auch die Afghanen sind in der Mehrheit nicht radikal – aber aus historischer Erfahrung zu lethargisch und unpolitisch, als dass sie sich einem Taliban-Regime entgegenstellen würden. Dies, zumal die Demokratisierung seitens des Westens am Hindukusch kaum mit ökonomischem Nutzen einherging. Stattdessen haben militärische Fehlschläge zur Radikalisierung der eingangs moderaten Bevölkerung beigetragen.

Mali ist der nächste Versuch. Die Franzosen, die in Afghanistan desertierten, werden in der Wüste jubelnd empfangen. Das wird nur so bleiben, wenn die Armee die Islamisten zurückzudrängen kann. Angesichts der Weiten der Sahelzone und einer zu vermutenden Guerilla-Taktik der Islamisten wird dies wohl kaum ohne Unterstützung anderer afrikanischer und europäischer Armeen möglich sein. Auch Deutschland sollte Verantwortung für die Sicherheit Europas übernehmen und mehr als zwei Transportflugzeuge nach Afrika schicken – auch wenn geheuchelter Pazifismus im Wahlkampf noch so opportun erscheint.

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Vor allem sollte Europa die Lehren aus Afghanistan ziehen: Statt neokolonialer Demokratisierung sollte die Bekämpfung der Terror-Nester vorrangiges Ziel sein. Statt massiver Bombardements sollte schnell eine schlagkräftige lokale Armee aufgestellt und ausgebildet werden, die die riesigen Gebiete kontrollieren kann. Statt einen Krieg ohne Ende zu riskieren, sollten Europäer und Afrikaner massiv, aber kurz im Land intervenieren.

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Wie sich in Afghanistan zeigt, werden fremde Truppen mit der Zeit nicht mehr als Befreier wahrgenommen, sondern als Besatzer. Besonders, wenn die Islamisten ihre demagogische Kraft entfalten. Umso wichtiger ist es, die Sahara-Anrainer mit handfesten Investitionen langfristig zu entwickeln, bevor es die Islamisten tun. Wer die Armut der Menschen bekämpft, kann sich ihrer Unterstützung sicher sein.

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 23.01.2013, 08:41 UhrQuerdenker22

    Das klingt nach gefährlichen völkerrechtswiedrigen Spiel: Um ein vermeindlich gottesstaatsähnliches Gebilde in Nordafrika zu verhindern, bomben wir gezielt, großflächig und massiv in mehrern fremden Ländern gleichzeitig? Auf welcher Grundlage bitte schön? Das Gas, welches Wintershall fördert, dürfte Beispielsgebend der einzige wahre Grund für Krieg sein. Es ist ein Rohstoff- und Handlskrieg - wie im Grunde alle Krige der letztn 50 Jahre, welche vom Westen ausgingen. Auf Demokratie hat es sich gesch...en. Zumindest Außerhalb der eigenen Landesgrenzen.
    Dass diese Doppelzüngigkeit in Afrika zu einen Abwenden der Ideen des Westen führt - verständlich. Das eine Krise oft mit der Suche nach Gott verbunden ist - vor allem eine moralische Krise - selbstverständlich! Ich vermute, dass sich die arabische Welt in dne nächsten Jahrzehnten zusammen rauft und tasächlich ein Gegengewicht zu USA, Europa und China schafft. Dann können sie ihre Rohstoffe auch selber nutzen. Das werden Kämpfe höchstens radikalisieren und ein wenig verzögern. Verständigung wäre besser!

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