Krieg in Mali: Terror-Nester bekämpfen statt neokolonial demokratisieren

KommentarKrieg in Mali: Terror-Nester bekämpfen statt neokolonial demokratisieren

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Eine deutsche Transall mit logistischer Unterstützung für die französischen Truppen landet auf dem Flughafen in Bamako, Mali.

von Florian Willershausen

Eine Islamisten-Hochburg im eigenen Vorhof wäre tödlich für Europa. Darum ist der Krieg in Mali notwendig, auch für Deutschland. Ein Erfolg kann der Einsatz nur werden, wenn sich eine starke Koalition findet und der Westen aus seinen Fehlern in Afghanistan lernt.

Schon im Kopfkino wirken diese Bilder unglaublich grausam: In Reih und Glied ließen Islamisten ihre Geiseln am Gasfeld in Algerien antreten – um sie reihum per Kopfschuss hinzurichten. Vermutlich würde die Debatte über einen deutschen Beitrag zum Mali-Einsatz der Franzosen hierzulande anders verlaufen, wenn unter den 60 Getöteten auch Deutsche gewesen wären. Da etwa Wintershall in Nordafrika nach Gas bohrt, ist dies kein abwegiges Risiko.

Der Überfall in der Sahara macht uns klar: Wenn radikale Islamisten in der grenzenlosen Sahara ihre apokalyptisch-kranken Kampfestruppen aufstellen, sie dort unbehelligt ausbilden und gen Europa ausrichten, ist das eine Gefahr für den ganzen Kontinent. Algerien und Libyen sind Schlagadern der europäischen Gas- und Ölversorgung, die Sahara eine Drogenroute, von Nordafrika können Terror-Brigaden mit Leichtigkeit übers Mittelmeer nach Europa übersetzen und die Reisefreiheit zum Bombenlegen missbrauchen.

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Frankreich Der Rohstoffkrieg in Mali

Es ist zynisch, den Militäreinsatz in Mali mit Sicherheitsinteressen zu begründen. Tief im Herzen Afrikas will Frankreichs Staatspräsident Hollande die Versorgung seines Landes mit dem Atomkraftbrennstoff Uran sichern.

Ein französischer Kampfflieger des Typs Rafale landet nach einem Einsatz im Mali auf dem Landeplatz von Ndjamena, im benachbarten Chad. Quelle: dpa

Eine langfristige Strategie ist vonnöten

Für die Sicherheit Europas und auch Deutschlands ist eine stabile Sahelzone entscheidender als Afghanistan: Nordafrika ist der Vorhof zur EU, der Hindukusch liegt mehr als 5000 Kilometer von Rhein und Donau entfernt. Angesichts steigender Terrorgefahr sollten Europa und Afrika die Franzosen nicht allein lassen und eine starke Koalition gegen den Terror aufstellen – vor allem aber eine langfristige Strategie entwickeln, wie die Sahelzone stabilisiert werden kann.

Sosehr dies unseren Klischees widerspricht: Anders als in Afghanistan sind Frieden und Sicherheit in der Sahelzone möglich: In Algerien geht es dank der Öl- und Gasexporte wirtschaftlich aufwärts, auch in Libyen läuft die Rohstoffförderung wieder an. Mali und Niger hängen zwar stärker am Tropf der Entwicklungshilfe, doch dort sind vitale Zivilgesellschaften entstanden, die von stabilen Demokratien träumen. Vor allem ist den Ländern rings um die Sahelzone gemein, dass sie einen moderaten Islam leben wollen, den Dschihad, radikalen Islamismus und die Scharia dagegen mehrheitlich ablehnen. Was übrigens selbst die separatistischen Tuareg-Rebellen einschließt.

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