Krieg in Syrien: Türkische Armee beschießt syrische Regierungstruppen

Krieg in Syrien: Türkische Armee beschießt syrische Regierungstruppen

, aktualisiert 10. März 2017, 16:58 Uhr
Quelle:Handelsblatt Online

An der syrischen Stadt Manbidsch stehen sich türkische, Truppen der Assad-Regierung und Milizen einer kurdischen Koalition gegenüber. Syriens Außenminister forderte nun einen Rückzug der türkischen Truppen.

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In Syrien drohen erneut Eskalationen. Türkische Truppen haben mehreren Berichten zufolge syrische Regierungstruppen beschossen - bei den Angriffen habe es Tote und Verletzte gegeben.

AleppoNahe der nordsyrischen Stadt Manbidsch stehen türkische Truppen, Einheiten der Assad-Regierung und Milizen einer kurdischen Koalition eng beieinander. Droht hier eine neue Eskalation der Gewalt?

Die türkische Armee hat im Norden Syriens mehreren Berichten zufolge Truppen der Regierung beschossen. Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, türkische Soldaten hätten am Donnerstag Grenzschutzsoldaten und Verbündete nahe der Stadt Manbidsch mit Raketen und Artillerie angegriffen. Es habe Tote und Verletzte gegeben. Die oppositionelle syrische Nachrichtenseite Enab Baladi berichtete am Freitag von acht toten Grenzschützern.

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Die türkische Armee und mit ihr verbündete syrische Rebellen bekämpfen im Norden Syriens unter anderem die Kurdenmiliz YPG, die mit dem lokalen Militärrat von Manbidsch verbündet ist. Die Türkei sieht in der YPG den syrischen Ableger der verbotenen Arbeiterpartei PKK und fordert, dass die Miliz aus dem Gebiet um die Stadt abzieht. Der Militärrat von Manbidsch hatte vor einigen Tagen eine Zone westlich der Stadt an Grenztruppen der syrischen Regierung übergeben, damit diese einen Puffer zu den türkisch-syrischen Einheiten bilden.

Die YPG ist in Syrien zugleich der wichtigste Verbündete der US-geführten internationalen Koalition im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die US-Armee hatte in der vergangenen Woche erklärt, sie habe ihre Präsenz in Manbidsch verstärkt. Dieser Schritt diene unter anderem dazu, „feindliche Handlungen“ zu verhindern.

Syriens Außenministerium forderte die Vereinten Nationen auf, die Türkei sofort zum Abzug ihrer Truppen und zum Stopp ihrer Angriffe zu bringen, wie Sana weiter berichtete. Die Türkei verstoße gegen Syriens Souveränität und internationales Recht, heißt es in Briefen der Regierung in Damaskus an UN-Generalsekretär António Guterres und den Vorsitzender des Sicherheitsrates. Türkische Truppen kämpfen seit August zusammen mit Rebellen in Syrien gegen den IS und die YPG.

Die Türkei gehörte lange zu den schärfsten Gegnern der syrischen Regierung von Präsident Baschar al-Assad. Sie ist noch immer einer der wichtigsten Unterstützer der syrischen Rebellen. Nach einer Annäherung an Assads engen Verbündeten Russland bemüht sich die Regierung in Ankara zusammen mit Moskau derzeit um eine Stärkung der seit Ende Dezember geltenden Waffenruhe in dem Bürgerkriegsland.

Quelle:  Handelsblatt Online
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