Krise in der Ukraine: Krim-Annektion wird ein teurer Spaß für Putin

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KommentarKrise in der Ukraine: Krim-Annektion wird ein teurer Spaß für Putin

von Florian Willershausen

Der Anschluss der Krim wird Russland viel Geld kosten – mangels einer funktionierenden Wirtschaft war die Halbinsel für die Ukraine ein Fass ohne Boden.

Sicherlich werden die Krim-Bewohner diesen Sonntag in einem Referendum für den Anschluss an Russland stimmen. Längst laufen in Moskau die Planspiele, wie die Integration der Halbinsel praktisch zu bewältigen ist. Schon in wenigen Tagen könnte die Krim mit ihren 2,4 Millionen Einwohnern als 84. föderales Subjekt in die Russische Föderation aufgenommen werden. Und selbst wenn der Kreml dies hinauszögert und die Krim als Faustpfand gegen die EU-Annäherung missbraucht: Russlands Präsident Wladimir Putin dürfte – um mal eine abgegriffene Floskel zu bedienen – die Sektkorken knallen lassen. Würde er vielleicht auch gern, doch vom legendären Krimsekt wird auf der Krim selbst nicht viel zu finden sein.
Der Krimsekt ist das bekannteste Produkt, das auf ein funktionierendes Wirtschaftssystem auf der Krim schließen lässt. Doch weder der Zar noch die Sowjets haben jemals an den markenrechtlichen Schutz des Schaumweins gedacht – und so braut ihn seit dem Zerfall der Sowjetunion jeder Winzer den Krimsekt, wo und wie er will. Die wichtigsten Sektfabriken für den roten Brut finden sich heute in Odessa und in Kiew. Auf der Halbinsel selbst ist nur mehr das Weingut Massandra geblieben, das Ende des 19. Jahrhunderts mit der Massenproduktion des Krimsekts begann, weil es Zar Nikolaus II. so nach Krimsekt dürstete. Heute ist das Gut eher eine Attraktion für Touristen.
Überhaupt ist der Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Krim. Jalta ist traditionell ein beliebter Badeort; die landschaftliche Schönheit und kulturelle Highlights wie das Museum der Jalta-Konferenz ziehen durchaus auch europäische Gäste an.

Krim-Krise 1500 Bewaffnete sollen Russland-Referendum schützen

Noch wartet der Westen auf ein Einlenken Moskaus in der Krim-Krise. Doch die Geduld geht zu Ende. Am Sonntag sollen 1500 Bewaffnete das umstrittene Russland-Referendum auf der Krim schützen.

Die Bundesregierung gilt nicht unbedingt als Verfechter harter Strafmaßnahmen gegen Russland. Doch das Vorgehen des Kremls in der Krim-Krise dürfte auch Merkel bald keine andere Wahl mehr lassen. Quelle: REUTERS

Mehr als drei Viertel der Besucher kommen allerdings aus der Ukraine – und etwa 15 Prozent aus Russland. Sofern nicht eine Welle des von Putins Medien erzwungenen Patriotismus die russischen Touristen auf die Krim treibt, dürfte dieser Sommer eher mau werden: Gäste aus der Ukraine werden sich künftig wohl seltener auf die Halbinsel verirren. Der Tourismus ist auch der Grund, weshalb die Krim mit 6,2 Prozent eine relativ niedrige Arbeitslosigkeit aufweist – deutlich unter dem ukrainischen Landesdurchschnitt von knapp acht Prozent (2013). Doch die Tourismusbranche zahlt nicht gut.

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19 Kommentare zu Krise in der Ukraine: Krim-Annektion wird ein teurer Spaß für Putin

  • Jaja, die Krim wird teuer für Putin - und demnächst lesen wir hier dann hoffentlich, wie teuer der Ukraine-Beitritt für die EU wird - das heißt: nicht nur für die EU, sondern damit ja besonders für deutsche Steuerzahler.

    "Bundeskanzlerin Angela Merkel hat geäußert, dass das ukrainische Übergangskabinett bereits in der nächsten Woche ein Abkommen mit der Europäischen Union unterschreiben solle. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble äußerte zusätzlich, dass die Pleite des Landes dabei kein Problem sei." (ShortNews)

    Tja - ER muss es ja nicht bezahlen ...

  • Wieder einmal ein wunderschön einseitiger Artikel.

    Wenn die Krim in Zukunft Russland einiges kosten wird, sollte vielleicht auch die Frage gestellt werden, wieviel denn die Urkaine demnächst Europa kosten wird. Immerhin hat die EU schon mal so eben 11 Milliarden Euro als Notfallhilfe unter der Tür durchgeschoben.

    Außerdem: Die Trinkwasserversorgung der Krim wird sich wohl auch, wenn denn Ukraine wirklich so dumm sein sollte,die Leitungen zuzudrehen, über die Meeresenge von Kerch organisieren lassen. Der Bau einer Brücke jedenfalls ist ja bereits in Planung.

    Und was den Tourismus betrifft, so ist die Vermutung durchaus nicht abwegig, dass die möglicherweise ausbleibenden ukrainischen Touristen durch russische ersetzt werden können.

    Schließlich sollte in Zukunft auch der dreistellige Millionenbetrag entfallen, den Russland als Pacht für seinen Flottenstützpunkt Sewastopol an die Ukraine jährlich überweist.

  • Nach / 1,95583 für Deutsche und New York Times` simpler Grafik "Europe`s Web of Dept" zu den Schulden der EU- PIIGS und allem was danach geschah die Frage: Was ist "ein teurer Spaß und teuer für wen ?" Nun, wir auch wir Deutsche, werden sehen.
    Als jemand der in UdSSR Zeiten für Sovfracht regelmäßig Getreide von USA, Südamerika zu den UdSSR Häfen an Ostsee und am Schwarzen Meer gefahren hat steht für mich fest: Man kann dem Russischen Volk nicht Schritt für Schritt durch nachvollziehbare fiese Maßnahmen seitens des "Guten Westens" das nehmen was ein Teil seiner Identität, geostrategischen Überlebenschance mit bedeutet. Nun, man liest jetzt viel, die bekannten Größen kommen aus ihren Löchern und drohen, ihre Art wie speziell im bekannt seit Jahrzehnten. Man ließt die Biographien dieser US- EU- EZB- IWF-...
    Mächtigen bis hin zu Geburt und Religion und man weiß Bescheid.
    Es läuft immer nach dem gleichen Schema ab doch man scheint diesmal zu ahnen, man hat hier den Bogen überspannt. Drohungen?
    Warum macht man wohl noch nichts außer drohen ? Trotz allem Lamentieren, ein einfacher älterer Mann der sich heute gern an die Zeiten u. a. in Leningrad und Odessa (was für schöne Städte) erinnert, wünscht dem Ukrainischen Volk und dem Russischen Volk von Herzen alles Gute für die Zukunft, zu leben in vernünftigem Wohlstand mit Bestand der nationalen geschichtlichen Identität. Nicht überraschend die tonlosen Stellungnahmen unsrer 2. Dame,
    überraschend jedoch das derzeitige Schweigen unserer SPD- Altkanzler und seiner Freunde aus vergangenen Zeiten. Auch kein Mucks von NSA- BND Größen für die man als einfacher Seemann noch während des "kalten Krieges" Augen und Ohren vor Kronstadt- Leningrad, Odessa- Krim aufhalten sollte.
    Wie schrieb einst ein Weiser: "Der Krug geh solange zum Brunnen bis er zerbricht." Unseren Opa Pauli der für des Großdeutsche Reich vor der Krim Blut ließ können wir leider nicht mehr zur derzeitigen Situation befragen. Sotschi wie geplant, Gold steigt.

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