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Krisengewinner Obama: Romneys Schwung in den Umfragen ist vorerst gestoppt

Krisengewinner Obama: Die Stunde des Oberbefehlshabers

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Romneys Schwung in den Umfragen ist vorerst gestoppt

Wirtschaftspolitik

Obama musste die Konjunktur nach der größten Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg auf Trab bringen. Er setzte auf zusätzliche Staatsausgaben von Hunderten Milliarden Dollar, die in Infrastruktur, Abwrackprämien und Steuergutschriften gesteckt wurden. Die Regierung meint, damit Millionen Arbeitsplätze gesichert beziehungsweise geschaffen zu haben und hält neue Ausgabeprogramme für sinnvoll. Er will zugleich den Staatsschulden mit Einsparungen an anderer Stelle begegnen, auch bei Sozialausgaben, setzt aber auch auf Steuererhöhungen für Reiche.

Romney bezeichnet Obamas Wirtschaftspolitik als gescheitert. Weitere Konjunkturmaßnahmen lehnt er ab. Stattdessen will er sich für einen massiven Defizitabbau und die Stärkung freier Marktkräfte einsetzen. Vor allem sollen Regulierungen abgebaut werden, etwa in der Umweltpolitik. Jegliche Steuererhöhungen lehnt er ab.

Bild: dpa

Für Romney ist das ein Problem. Sein Schwung in den Umfragen, der seit dem gelungenen Auftritt im TV-Duell Anfang Oktober unaufhaltsam schien, ist vorerst gestoppt. Seine Berater suchen nun nach einer Rolle, die Romney als bloßer Kandidat im Angesicht der Krise spielen kann. Am Montag sagte er fürs erste alle Wahlkampfauftritte ab, eine Veranstaltung im umkämpften „Swing State“ Ohio funktionierte er kurzerhand in eine Spendenaktion für die Sturmopfer um. Auf einen Imagefilm, wie er bei jedem Auftritt gezeigt wird, wollte sein Team dort aber trotzdem nicht verzichten. Ab Mittwoch will Romney den Wahlkampf wieder hochfahren und in Florida auftreten.

Die Wege von Mitt Romney

  • 12. März 1947

    Willard Mitt Romney wird in Detroit als jüngstes von vier Kindern einer ehemaligen Schauspielerin und eines Konzernmanagers geboren. Der Vater wird in den sechziger Jahren Gouverneur von Michigan

  • 1969

    Der gläubige Mormone heiratet Ann Davis, das Paar zieht fünf Söhne groß

  • 1975

    Romney startet seine Karriere als Unternehmensberater und Firmensanierer

  • 1994

    erster, erfolgloser Versuch, Gouverneur in Massachusetts zu werden

  • 1999

    Der Multimillionär übernimmt den Vorsitz des skandalgeschüttelten Organisationskomitees der Winterspiele von Salt Lake City, die Spiele werden ein Erfolg

  • 2003–2007

    Gouverneur von Massachusetts

  • Februar 2007

    Romney unterliegt im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner John McCain

  • April 2011

    Romney kündigt an, sich erneut um die Präsidentschaftskandidatur in seiner Partei zu bewerben

Obama dagegen ist klar im Vorteil. In der Krise, so heißt es ja, versammeln sich die Bürger hinter ihrem Präsidenten. Mit aller Glaubwürdigkeit kann er deshalb sämtliche Zusammenhänge zum Wahlkampf empört zurückweisen – qua Amt spielt dennoch alles, was er tut, im Wahlkampf eine Rolle. Vom „Oberster-Befehlshaber-Moment“ schrieb deshalb die „Washington Post“.

Am Dienstag, dem Morgen nach dem Sturm, sprach Obama von einer Rotkreuz-Station in Washington aus zu seinen Landsleuten: „Dieser Sturm ist noch nicht vorüber. Dem ganzen Land bricht es das Herz, und meine wichtigste Botschaft an die Betroffenen ist: Amerika steht euch bei.“

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New York und New Jersey erklärte er zu Notstandsgebieten, den Betroffenen sicherte er rasche Hilfe zu. Obamas Krisenmanagement und die Arbeit der FEMA bekommen Lob über die Parteigrenzen hinweg – siehe Chris Christie. Sicher erinnert sich der Präsident auch noch gut an das Versagen seines Vorgängers George W. Bush nach dem Hurrikan „Katrina“ vor sieben Jahren. Bush war heftig dafür kritisiert worden, dass er das überflutete New Orleans zunächst nur aus der Luft begutachtete, und das auch noch erst Tage nach der Katastrophe. Der FEMA wurde damals Komplett-Versagen vorgeworfen.

Obama hat daraus gelernt. Für die kommenden Tage hat er alle Wahlkampftermine abgesagt und wird am heutigen Dienstag ins Katastrophengebiet in New Jersey reisen. Dort will er sich die Schäden persönlich ansehen. Begleiten wird ihn dabei – Gouverneur Chris Christie.

 

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