Kurz vor Welt-Internetkonferenz: China weitet die Internetsperren aus

Kurz vor Welt-Internetkonferenz: China weitet die Internetsperren aus

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Auf der Welt-Internetkonferenz versucht China seinen Ideen von Zensur und Kontrolle mehr Akzeptanz zu verschaffen.

Pünktlich zum Start der Welt-Internetkonferenz weitet Gastgeberland China die Internetsperre weiter aus. Kritiker glauben, die Regierung wolle das Land vom globalen Internet abschneiden.

China hat seine Internetblockade auf Tausende weiterer Internetseiten ausgeweitet. Künftig sind Cloud-Dienste in China kaum oder gar nicht mehr verfügbar. Das teilte die US-Firma Edgecast am Dienstag mit.

Damit zieht China kurz vor dem Start der Welt-Internetkonferenz internationale Kritik auf sich. Die Sperre sei eine Blockade ohne System und ohne Grund, beklagte Edgecast und ließ seine Kunden wissen: „Wir teilen ihren Frust“.

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Die Zensurexperten von Greatfire.org bezeichneten den Schritt als "Versuch, China vom globalen Internet abzuschneiden". Die Organisation hatte mehrfach angeprangert, dass Chinas Zensurapparat immer ausgefeilter operiere. Teilweise würden Zugriffe auf internationale Internetseiten gezielt verlangsamt, um sie für die über 600 Millionen Internet-Nutzer in China unbrauchbar zu machen.

Absicht oder Zufall? Dass China kurz vor einer weltweiten Internetkonferenz, bei dem das Land Gastgeber sein wird, die Internetblockade ausweitet, sei pure Ironie, so die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. „Chinas Internetmodell ist von extremer Kontrolle und Repression gekennzeichnet“, sagte die China-Expertin William Nee.

Die Konferenz steht unter dem Motto „An interconnected World Shared and Governed by All“ (Eine durchweg vernetzte Welt, geteilt und regiert von allen). Knapp 20 berühmte Persönlichkeiten aus dem IT-Bereich werden erwartet, darunter Alibaba-Gründer Jack Ma. Zudem ist ein Dialog zwischen chinesischen und ausländischen Internet-Größen geplant. Nebenbei werden über 50 in- und ausländische Unternehmen wie Huawei, Samsung, IBM und Microsoft ihre Neuheiten präsentieren.

Ebenfalls zur Konferenz gehören eine Reihe von Foren über die Verwaltung des internationalen Internets, das mobile Internet, die neuen Medien, transnationale E-Geschäfte, die Sicherheit im Internet sowie die Bekämpfung des Terrorismus im Internet.

China will zudem das Konzept der "Internet-Souveränität bewerben, mit dem das Land die Ausweitung der Zensur begründet. Dahinter verbirgt sich die Idee, dass die Internetsphäre eines Landes wie eigenes Territorium zu behandeln ist. Kurz: Dass China mit seinem Internet machen kann, was es will.

Zudem wird das Landversuchen, bei der Gestaltung der internationalen Regeln für das Internet künftig mehr Mitspracherecht zu erlangen. Kritiker fürchten, dass Peking auf diesem Weg auch seinen Ideen der Zensur und Kontrolle mehr internationale Akzeptanz verschaffen will.

Chinas Internet wird seit Jahren stark kontrolliert. Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter sowie Youtube oder Webseiten von Menschenrechtsorganisationen und ausländischen Medien wie der "New York Times" oder die Nachrichtenagentur Bloomberg sind von China aus nicht abrufbar.

Jack Ma Wie ein Visionär Alibaba zum Erfolg führte

Kein Unternehmen hat die chinesische Gesellschaft so tief durchdrungen und verändert wie der E-Commerce-Konzern Alibaba. Verantwortlich dafür ist sein Gründer Jack Ma.

Jack Ma, Gründer des Internet-Konzerns Alibaba.com. Quelle: REUTERS

Die strenge Internetzensur in China hat solche Ausmaße angenommen, dass deutsche Unternehmen Einbußen fürchten. Das ergab eine Umfrage der deutschen Handelskammer. Zensur und Störungen von Tunneldiensten, mit denen die "Große Firewall" genannten Internetsperren in China umgangen werden können, haben zugenommen.

In diesem Jahr hat China die Sperren bereits einmal ausgeweitet. Kurz vor dem 25. Jahrestag des Pekinger Massakers im Juni wurde erstmals der Zugang zu allen Google-Diensten in China gesperrt.

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