Nordkorea feuert erneut Mittelstreckenrakete ab

Längste bisherige Flugbahn: Nordkorea feuert erneut Mittelstreckenrakete ab

, aktualisiert 15. September 2017, 16:22 Uhr
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Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat Zwölf Tage nach einem weltweit verurteilten Atomtest erneut eine Rakete über Japan abgefeuert.

Wieder einmal provoziert Pjöngjang mit einem Raketentest. Zum zweiten Mal schießt das Land nun ein Geschoss über Japan hinweg. Die nordkoreanischen Staatsmedien brüsten sich, Südkorea, Japan und die USA toben.

Nach der Verschärfung der UN-Sanktionen wegen seines jüngsten Atomtests hat Nordkorea erneut eine Rakete über Japan hinweg gefeuert. Die Rakete flog nach Angaben des südkoreanischen Militärs nach dem Start am Freitagmorgen nahe der Hauptstadt Pjöngjang 3700 Kilometer weit - die bisher größte Flugdistanz beim Test einer militärischen Rakete des Landes. Der Flugkörper stürzte nach dem Flug über die nördliche japanische Insel Hokkaido in den Pazifik. Nach ersten Angaben des US-Pazifikkommandos handelte es sich um eine Mittelstreckenrakete, wie sie Nordkorea bereits Ende Juli über Japan hinweg geschossen hatte.

Mit dem Test macht Nordkorea nach Meinung von Beobachtern deutlich, dass das Land trotz des wachsenden internationalen Drucks im verschärften Konflikt um sein Atom- und Raketenprogramm nicht nachgeben will. Der UN-Sicherheitsrat wollte sich nach Angaben der Vereinten Nationen in New York noch am Freitag in einer Dringlichkeitssitzung mit dem neuen Waffentest beraten.

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UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Test scharf und rief die nordkoreanische Führung auf, sich an die UN-Resolutionen zu halten und zu ehrlichem Dialog über nukleare Abrüstung zurückzukehren.

Hanns W. Maull "Die Öl-Sanktionen treffen Nordkorea nicht"

Allenfalls eine Signalfunktion werden die neuen Sanktionen gegen Nordkorea haben, glaubt der Politologe Hanns W. Maull. Das Land sei auf dem Weg zu einer protokapitalistischen Gesellschaft.

Öl-Sanktionen treffen Nordkorea nicht. Quelle: imago

Die USA, Japan und Südkorea reagierten empört und warfen der Führung in Pjöngjang eine erneute Provokation und Bedrohung der Nachbarländer vor. Südkoreas Streitkräfte reagierten mit einer eigenen Raketenübung, bei der ballistische Raketen ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer) geschossen wurden. Präsident Moon Jae In warnte zu Beginn einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats, ein Dialog mit der kommunistischen Führung in Pjöngjang sei in der jetzigen Situation nicht möglich.

„Das ist das zweite Mal binnen weniger Wochen, dass mit Japan ein Vertragspartner der USA direkt bedroht wurde“, hieß es in einer Mitteilung von US-Außenminister Rex Tillerson. „Diese fortgesetzten Provokationen führen dazu, dass Nordkoreas diplomatische und wirtschaftliche Isolation nur noch vertieft wird.“

Atomkonflikt UN-Sicherheitsrat beschränkt Öllieferungen an Nordkorea

Einstimmig beschließt der UN-Sicherheitsrat die Deckelung der Öllieferung an Nordkorea. Eigentlich wollten die USA die Sanktionsschraube noch enger ziehen. Doch Russland und China waren gegen ein striktes Ölembargo.

Der UN-Sicherheitsrat stimmt am Montag in New York über eine Resolution ab, die Nordkorea mit neuen Sanktionen belegen soll. Quelle: dpa

Erst am Montag hatte der UN-Sicherheitsrat den sechsten und bisher größten Atomtest Nordkoreas vom 3. September mit neuen Sanktionen bestraft, ohne dass diese jedoch ein von den USA ursprünglich gefordertes Ölembargo umfassen. Nordkorea hatte nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe getestet, mit der Interkontinentalraketen bestückt werden sollen.

Die neue UN-Resolution sieht eine Deckelung von Öllieferungen an das Land und den Verbot von Textilexporten vor. Pjöngjang erklärte, den Sanktionsbeschluss kategorisch abzulehnen und von seinen Waffenprogrammen nicht abrücken zu wollen.

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