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Lars Feld: "Volksabstimmung über Euro-Rettung"

von Christian Ramthun

Der Wirtschaftsweise ist gegen die Abschaffung der No-Bail-Out-Klausel. Er fordert: Die Bürger sollten über die Euro-Abstimmung abstimmen dürfen.

Lars Feld Quelle: Jose Wünsch-Blanco für WirtschaftsWoche
Lars Feld Quelle: Jose Wünsch-Blanco für WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche: Herr Professor Feld, die Regierung will die Ausweitung des Euro-Rettungsschirms EFSF schnell durch den Bundestag bringen. Ist Gefahr in Verzug?

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Feld: Ich kann weder eine schwere Krise für die Realwirtschaft noch einen drohenden Zusammenbruch der Finanzmärkte erkennen. Die Angst vor einem Lehman II halte ich für überzogen. Regierungen und Notenbanken haben aus der Krise nach dem Zusammenbruch der US-Bank gelernt und würden eingreifen, bevor der Interbankenverkehr austrocknet und Kreditinstitute kollabieren. So weit sind wir jedoch nicht.

Brauchen wir dann überhaupt eine Aufstockung des Rettungsschirms von 500 auf 750 Milliarden Euro?

Die volle Funktionsfähigkeit der EFSF herzustellen ist in Ordnung. Nach 750 Milliarden kommt jedoch unendlich! Ich bin gegen eine schleichende Abschaffung des No-Bail-Out-Grundsatzes der EU und die Einführung einer Haftungsgemeinschaft. Und ich teile die verfassungsrechtlichen Sorgen unseres Bundespräsidenten. Mit der Verlagerung finanzpolitischer Kompetenzen auf die europäische Ebene würden wir einen wesentlichen Teil des Grundgesetzes – nämlich die Haushaltsautonomie – außer Kraft setzen. Dafür braucht man schon mehr als nur eine Kanzlermehrheit im Bundestag. Am besten wäre es, der eigentliche Souverän entscheidet darüber in einer Volksabstimmung.

Der Ausgang einer Volksbefragung wäre klar. Welche Alternative sehen Sie zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise?

Das Hauptproblem ist nach wie vor Griechenland. Trotz milliardenschwerer Rettungskredite steigen hier wieder Zinsen und CDS-Prämien. Deshalb bin ich für einen Schuldenschnitt von 50 Prozent in Verbindung mit einer schätzungsweise 20 Milliarden Euro umfassenden Stützung der dortigen Banken. Dann gäbe es auch kein Übergreifen der Krise auf die französischen oder die deutschen Finanzinstitute.

Und wenn Italien der Rettung bedarf?

Norditalien zählt zu den reichsten Regionen Europas. Italien hat auch mehr Strukturreformen durchgeführt als Frankreich. Was dort fehlt, ist eine stärkere Haushaltskonsolidierung, insbesondere des aufgeblähten öffentlichen Dienstes. Aber das können und müssen die Italiener selbst leisten. Ich bin deshalb gegen den Ankauf italienischer und auch spanischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank. Damit entlastet die EZB nur Rom und Madrid von ihren Spar- und Reformzwängen.

Nach den EZB-Interventionen sind immerhin die Zinsen für italienische und spanische Anleihen gesunken.

Aber nur kurzfristig, solange die EZB aufkauft. Viel eindrucksvoller wäre es für die Märkte, wenn sich Frankreich von der 35-Stunden-Woche verabschiedete und Spanien den Kündigungsschutz reformierte. Das bewirkt mehr als jeder Rettungsschirm.

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16 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.09.2011, 02:17 UhrAnonymer Benutzer: August der Starke

    @R. Spalthoff
    Sie sind ein intelektueller, der meint der Souverän ist treufoof, oder ?
    Wissen Sie, wenn man so oft von den Regierungsvertretern belogen,
    betrogen und beschissen wurde, dann wird auch den Einfältigtsen mal
    klar, dass es so nicht weitergehen kann.
    Kohl, Waigel, Eichel, Schröder, Fischer, Steinbrück, Gabriel, Schäuble und viele andere mehr, sind Menschen, die ihre Verantwortung missbraucht haben, in Saus und braus leben und
    meinen, Sie sind die elitäre Oberschicht, die Monat für Monat fürstlich entlohnt wird für die S.c.h.e. i.ß. e die sie verbrochen haben. Aber es wird der Tag kommen, an dem auch diese
    "Oberschicht" zur Rechenschaft gezogen wird. Die alte Masche,
    "die Verantwortung übernehmen " und dann in den gutdotierten
    Altersruhestand verschwinden, wird diesen Kaputten nicht
    gegönnt werden, denken Sie an meine Worte. So nicht, das wird
    bittere Konsequenzen haben.

  • 30.08.2011, 23:50 UhrAnonymer Benutzer: Huehnerauge

    Merkel und Schaeuble sind Putschisten, Volksverraeter und haben einen Meineid geschworen. Sie gehoeren sofort vor ein ordentliches Gericht gestellt, ihren Aemtern enthoben und ihrer immunitaet, die sie nur Nutzen, um dem Volk Schaden zuzufuegen. Schon in der Nacht- und Nebelaktion, die dazu fuehrte, dass der bundespraesident Koehler zuruecktrat, haben sie ihr wahres Gesicht gezeigt. Seither verkommt dieses Land mehr und mehr zu einer Diktatur. Leider ist mit den anderen blockparteien keine besserung in Sicht. Sehen wir den Tatsachen ins Auge, bevor es zu spaet ist.

  • 30.08.2011, 22:09 UhrAnonymer Benutzer: lowabras

    Aus meiner Sicht ergibt sich nur eine Chance zur Lösung, "Steuerboykot"
    Grundgesetz, Artikel 20

    (1) Die bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer bundesstaat.

    (2) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

    (3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

    (4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.!

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