Liberaler Querdenker: Der neue Mann in Obamas Team

Liberaler Querdenker: Der neue Mann in Obamas Team

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Barack Obama holte den Ökonomen Alan Krueger ins Boot. Krueger soll für Jobs sorgen.

von Angela Hennersdorf

US-Präsident Barack Obama hat sich mit Alan B. Krueger einen vielseitigen Arbeitsmarktexperten als Top-Berater ins Weiße Haus geholt. Mit seiner Hilfe soll die Arbeitslosigkeit bekämpft werden. Von den Republikanern gibt es Kritik.

Jobs, Jobs, Jobs – nichts beschäftigt Amerika derzeit mehr als die Frage, wie die hohe Arbeitslosigkeit von 9,1 Prozent gesenkt und die Wirtschaft in Schwung gebracht werden kann. Das Thema dürfte auch die Präsidentschafts- und Kongresswahlen im kommenden Jahr beherrschen. Da erscheint es nur logisch, dass sich US-Präsident Barack Obama nun mit Alan B. Krueger einen ausgewiesenen Arbeitsmarktexperten als neuen Chef seines Wirtschaftsrates ins Weiße Haus geholt hat. Der Ökonom soll Obama helfen, politisch wieder in die Offensive zu kommen.

Der in Livingston/New Jersey geborene Krueger ist ein liberaler Querdenker, ein Empiriker und Mikroökonom, der zwischen der akademischen Welt und der Politik in Washington hin und her pendelt. Der 50-jährige Demokrat, der seit 1987 mit Unterbrechungen an der Princeton University lehrt, hat sich vor allem damit beschäftigt, wie sich arbeitsmarktpolitische Reformen konkret auf das Jobangebot eines Landes auswirken. In einer viel beachteten Studie aus dem Jahre 1994 kam Krueger zum Beispiel zu dem Schluss, dass Mindestlöhne die Schaffung von Arbeitsplätzen nicht zwangsläufig behindern. Diese Arbeit wurde von anderen Ökonomen heftig kritisiert; mehrere Wissenschaftler verfassten anschließend Gegenstudien. Gleichwohl erhielt Krueger 2006 den IZA-Preis des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit, eine der weltweit bedeutendsten Auszeichnungen für Arbeitsmarktforscher.

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Forscher auf vielen Gebieten

Beschäftigt hat sich Krueger auch mit anderen Themen, ‧etwa mit der Terrorismus- und Glücksforschung. In einer Studie zur Ökonomie des Terrors untersuchte er, was Menschen zu Terroristen werden lässt. In einer Fallstudie widerlegte er die These, vor allem Menschen mit wenig Bildung und schlechten ökonomischen Perspektiven seien besonders anfällig. Krueger und seine tschechische Forscherkollegin Jitka Malecková kamen zu dem Schluss, Terroristen kämen eher aus wohlhabenden Familien und hätten oft eine gute Schulbildung.

Gemeinsam mit anderen Forschern entwickelte Krueger auch eine neue Methode zur Messung von Lebenszufriedenheit. Es gäbe Instrumente, mit denen die Politik deutlich mehr zur Hebung des allgemeinen Wohlbefindens beitragen könnte als mit höheren Einkommen, so das Ergebnis der Studie. Dazu gehörten etwa kürzere Pendelzeiten zur Arbeit oder eine bessere soziale Interaktion.

Republikaner sind gegen Krueger

Das Echo auf Kruegers Berufung ins Obama-Wirtschaftsteam ist gespalten. Während führende US-Ökonomen wie Martin Feldstein voll des Lobes sind, gehen die Republikaner auf Konfrontationskurs. Sie streuen genüsslich, wie falsch Krueger gelegentlich mit seinen Konjunkturprognosen liegt. Im Frühjahr etwa lag die Arbeitslosenquote in den USA noch bei 8,8 Prozent; in einem Interview prognostizierte Krueger damals, die Zahl der Arbeitslosen werde sinken. Das Gegenteil war der Fall.

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