
+++ 14:13 Uhr: Das Weiße Haus hat nach Informationen des US-Fernsehsenders CNN noch nicht entschieden, ob es Fotos des toten Terroristenchefs Osama bin Laden veröffentlicht. Auf den Bilder sei zu sehen, dass Bin Laden eine Schusswunde am Kopf erlitten habe, so der Sender. Bin Laden sei auf den Aufnahmen eindeutig zu erkennen, zitiert CNN US-Regierungsbeamte. Am Montag lief den Angaben zufolge ein Abgleich des Erbgutes des Terroristenchefs mit dem von Verwandten. Der Foto-Beweis sei jedoch so eindeutig, dass dies eigentlich nicht zwingend notwendig gewesen sei, sagte eine CNN-Korrespondentin.
+++ 14: 11 Uhr: Aus Sorge vor Vergeltungsanschlägen nach dem Tod des Terroristenführers Osama bin Laden sind die Kontrollen an den New Yorker Flughäfen am Montag „erheblich verstärkt“ worden. Ein Sprecher der Verkehrsbehörde Port Authority of New York und New Jersey sagte der Nachrichtenagentur dpa, dass die Maßnahmen „kurz nach der Rede von US-Präsident Barack Obama“ im Weißen Haus ergriffen worden seien. Außer an den Flughäfen John F. Kennedy, Newark Liberty und LaGuardia hat die Behörde auch die Sicherheitsvorkehrungen an den Brücken und Tunneln der 15-Millionen-Metropole ausgebaut. Über die Zahl der zusätzlich eingesetzten Polizisten machte der Sprecher keine Angaben.
+++ 14:02 Uhr: Die Hamas-Regierung im Gazastreifen hat am Montag die Tötung des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden verurteilt. Ministerpräsident Ismail Hanija beschrieb den Kommandoeinsatz in Pakistan als eine Fortsetzung der amerikanischen Unterdrückung und des Blutvergießens von Muslimen und Arabern. Die Hamas bete, dass bin Ladens Seele in Frieden Ruhe. Hanija erklärte vor Journalisten, die Hamas habe ihre Differenzen mit der Al Kaida gehabt. Sie verurteile jedoch den Anschlag auf „einen muslimischen und arabischen Krieger“. Die Hamas hat wiederholt erklärt, sie unterhalte keine Beziehungen zur Al Kaida. Ihr Kampf richte sich gegen Israel und nicht den Westen als Ganzes.
+++ 13:42 Uhr: Ein Ideologe der Al-Kaida hat am Montag Vergeltung für die Tötung von Osama bin Laden angekündigt. Der Kommentator, der sich im Netz „Assad al-Jihad2“ nennt, veröffentlichte auf extremistischen Webseiten einen langen Nachruf auf bin Laden und versprach, „die Tötung des Scheichs des Islams zu rächen“. Jeder, der glaube, dass der Dschihad beendet sei, müsse nur „ein bisschen warten“. Militante Webseiten veröffentlichen regelmäßig lange Interviews mit al-Jihad2 über den sogenannten „Heiligen Krieg“, oft äußert er sich auch zu Streitfragen der Glaubenslehre. Die Stellungnahme von al-Jihad2 war die erste vonseiten der Al Kaida, in der das Terrornetzwerk den Tod bin Ladens einräumt.
+++ 13:40 Uhr: Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Tötung des Top-Terroristen rechtlich abgesichert war. Dies machte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin deutlich. Weil die genauen Umstände der Operation aber nochnicht bekannt seien, wäre es für eine abschließende rechtliche Bewertung noch zu früh. Tatsache sei jedenfalls, dass mit Bin Laden „einem der Drahtzieher des internationalen Terrorismus das Handwerk gelegt“ worden sei, sagte der AA-Sprecher weiter. Gegen Bin Laden bestehe ein internationaler Haftbefehl und gegen den internationalen Terrorismus gebe es mehrere Resolutionen des Sicherheitsrats. Al-Kaida sei eine weltweit geächtete und gelistete Terror-Organisation. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums machte deutlich, die Operation gegen Bin Laden in Pakistan habe für den Einsatz der Bundeswehr im Nachbarland Afghanistan keine absehbaren Konsequenzen. Es gebe keinen Anlass, die Sicherheitslage der Bundeswehrsoldaten in Afghanistan anzupassen.
+++ 13:10 Uhr: Es sollen gefangene Terrorverdächtige gewesen sein, die die CIA auf Personen hinwiesen, die möglicherweise Bin Laden und dessen Vize, Ayman al-Zawahiri, nach deren Flucht direkt unterstützt hätten. Später erweckte ein Bin-Laden-Kurier die Aufmerksamkeit der Geheimdienstler. Gefangene identifizierten ihn als einen Schützling von Chalid Scheich Mohammed, dem mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom11. September, und als einen von wenigen Al-Kaida-Kurieren, denen Bin Laden traute. Sie deuteten auch an, dass dieser Mann mit Bin Laden zusammenleben und als ein Bodyguard für ihn fungieren könnte. Und sogar einen Namen lieferten sie -aber es war leider nur ein Deckname. So gelang es den Agenten erst vor vier Jahren, die Identität des Kuriers herauszufinden. Vor zwei Jahren machten sie nach diesen Informationen dann Gebiete in Pakistan aus, in denen der Kurier zusammen mit einem Bruderoperierte. Aber wo die Beiden wohnten, blieb immer noch im Dunkeln - dank der intensiven Sicherheitsvorkehrungen des Gespanns, die die US-Geheimdienstler immer stärker davon überzeugten: „Wir sind auf der richtigen Spur.“ Der Durchbruch kam nach den US-Angaben im vergangenen August, als der Unterschlupf gefunden wurde. Es war ein Anwesen in einem Vorort von Abbottabad, etwa 60 Kilometer Luftlinienördlich von Islamabad.
+++ 12:52 Uhr: Die Nachfolger sind laut BBC News schon bereit, den Posten von Osama bin Laden zu übernehmen. Demnach könnte der Arzt Ayman al-Zawahiri nachrücken. Einige Sicherheitsexperten gehen davon aus, dass der Ägypter auch beim Anschlag am 11. September 2001 die Finger im Spiel gehabt hat. Er gilt als einer der Vordenker des Al-Qaida-Terrors. Das FBI hat eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesprochen für Hinweise, die zu seiner Verhaftung führen. Die Berliner Morgenpist schreibt, sein Lebenslauf weise ihn als regelrechten Karriere-Islamisten aus: In Ägypten wandte er sich schon als Jugendlicher dem radikalen Islam zu. Nach dem Abschluss seines Medizinstudiums an der Universität Kairo 1974 machte er sich mit leidenschaftlichen Plädoyers gegen den Westen und für eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Glaubens einen Namen im radikalislamischen Untergrund.
+++ 12:23 Uhr: Im Internet bringen die Menschen ihre Gefühle zum Ausdruck – insbesondere beim Kurznachrichtendienst Twitter und auf Facebook. Hier überschlagen sich die Kurznachrichten, die bisweilen sehr amüsant sind. So schreibt ein User: "So Osama Bin Laden is dead... Amazing what the Americans can do when the Playstation Network is down......", und: "Osama Bin Laden and Voldermort killed on the same day. Coinsidence? I think not." Die Fanzahl der Facebook-Seite „Osama Bin Laden is DEAD“ steigt im Sekundentakt. Aktuell sind es bereits über 270.000.
+++ 12:07 Uhr: Die Erschießung Osama bin Ladens durch US-Kommandos ist nach Auffassung des Vatikans kein Grund für Freudenfeiern. Vielmehr sei zu hoffen, dass der Tod des Al-Kaida-Chefs mehr Frieden als Hass bringen werde, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Montag in Rom. „Ein Christ sollte niemals den Tod eines Menschen begrüßen“, so Lombardi. Bin Laden habe schwere Verantwortung auf sich genommen, indem er Spaltung und Hass verbreitet habe. Das habe zum Tod zahlloser Menschen geführt, wobei die Differenzen zwischen den Religionen ausgenutzt worden seien, um diese Ziele zu erreichen.
+++12:00 Uhr: Die internationale Polizeiorganisation Interpol warnt nach der US-Kommandoaktion gegen Osama bin Laden vor einem erhöhten Anschlagrisiko. Die Sicherheitsbehörden der 188 Interpol-Mitgliedstaaten seien zu besonderer Wachsamkeit aufgerufen, ließ Generalsekretär Ronald K. Noble am Montag in Lyon mitteilen. Der meistgesuchte Terrorist der Welt sei tot, aber dies sei nicht gleichbedeutend mit dem Untergang von Al-Kaida. Die Terrornetzwerk könnte nach Einschätzung von Interpol mit neuen Gewalttaten beweisen wollen, dass es trotz des Tods von Bin Laden weiter existiert. „Sie werden mit den Terroranschlägen in aller Welt weitermachen“, prognostizierte Noble. Der Kampf gegen Terroristengruppen müsse fortgesetzt werden.
+++ 11:58 Uhr: Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat den USA zur Tötung von Terroristenchef Osama bin Laden gratuliert. „Dies ist ein bedeutsamer Erfolg für die Sicherheit der Nato-Verbündeten und all jener Staaten, die uns in unseren Bemühungen im Kampf gegen den globalen Terrorismus und für eine sicherere Welt unterstützen“, heißt es in einer Erklärung Rasmussens vom Montag in Brüssel. Die Nato hatte die Terrorangriffe gegen die USA vom 11. September 2001 als „Bündnisfall“, also als Angriff auf alle Nato-Staaten, gewertet. Rasmussen erinnerte an Tausende von Opfern des Terrorismus „in vielen unserer Staaten, in Afghanistan und auf der ganzen Erde“. Da der Terrorismus eine direkte Bedrohung der Sicherheit und der internationalen Stabilität bleibe, sei die internationale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung. „Die Verbündeten und Partner der Nato werden ihre Mission fortsetzen, um sicherzustellen, dass Afghanistan nie wieder ein sicherer Hort für Extremismus wird“, erklärte Rasmussen. Die Nato trete weiterhin für Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit ein, „die Osama bin Laden besiegen wollte“.
+++ 11:48 Uhr: Nur wenige Minuten nach den ersten Meldungen lief ein angebliches Foto des getöteten al-Qaida-Chefs ein. In der Bildunterschrift aus den Foto-Agenturen hieß es: „Das Foto zeigt die Leiche von Terror-Chef Osama bin Laden, Pakistan am Montag, den 2. Mai 2011.“ Bild.de schreibt, das Foto ist alt und zeigt nicht Bin Laden. Schon 2008 sei der damalige US-Präsident George W. Bush mit diesem Foto vor die Presse getreten um zu verkünden: Bin Laden ist tot! Vor drei Jahren habe allerdings beides nicht gestimmt: Weder die Nachricht vom Tod Bin Ladens noch das Foto, das den getöteten Terror-Chef zeigen sollte.
+++ 11:36 Uhr: Der letzte Aufenthaltsort des Terroristenführers Osama bin Laden war keine Höhle oder ein Erdloch, sondern ein recht komfortables Wohnhaus. Das zwei Stockwerke hohe Anwesen stehe nur wenige hundert Meter von der pakistanischen Militärakademie in der Garnisonsstadt Abbottabad entfernt, berichteten am Montag britische Medien. Bin Laden hielt sich auf dem einen Hektar großen Grundstück hinter zehn Meter hohen Sicherheitsmauern verschanzt. Abbottabad wurde 1840 als britische Garnison gegründet, so benannt nach dem britischen Major James Abott. 2005 wurden die älteren Teile der Stadt durch ein schweres Erdbeben zerstört. Touristen starten von Abbottabad zu Touren durch die Berge des Karakorum. Die pakistanische Armee hat in dem rund 80 Kilometer nördlich der Hauptstadt Islamabad gelegenen Ort mehrere tausend Sicherheitskräfte stationiert. Abbottabad, nahe der unruhigen Nordwest-Provinz an der afghanischen Grenze, gilt auch als Ruhesitz vieler pensionierter Offiziere. Bin Ladens Entdeckung dort wirft neue Fragen auf über mögliche Verbindungen von Teilen der pakistanischen Sicherheitskräfte zum Terrornetz Al-Kaida.
+++ 11:16 Uhr: Die EU hat die Tötung Osama bin Ladens als „großen Erfolg“ im Kampf gegen den Terrorismus begrüßt. Sein Tod „macht die Welt zu einem sichereren Ort“, erklärten EU-Kommissionschef José Manuel Barroso und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy in Brüssel. Bin Laden sei „ein Verbrecher und verantwortlich für schreckliche Terroranschläge, die tausende unschuldige Menschen das Leben gekostet haben“. Dass er nun getötet worden sei zeige, „dass solche Verbrechen nicht ungestraft bleiben“. Der Schlag der USA sei „ein großer Erfolg in unseren Bemühungen, die Welt vom Terrorismus zu befreien“. Die EU stehe beim Kampf gegen „die Geißel des globalen Extremismus weiter Schulter an Schulter mit den USA, den internationalen Partnern und den Freunden in der muslimischen Welt“, erklärten die beiden EU-Chefs.
+++ 11:12 Uhr: Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat den Tod von Al-Kaida-Führer Osama bin Laden als schweren Schlag gegen den Terrorismus bezeichnet. Die US-Militäraktion gegen Bin Laden in Pakistan zeige, dass der wahre Kampf gegen den Terror außerhalb der Grenzen Afghanistans stattfinde, sagte Karsai vor Vertretern der Bezirksregierung in Kabul. Der afghanische Präsident hat in der Vergangenheit wiederholt kritisiert, dass internationale Truppen sich so stark auf sein Land konzentrierten und gefordert, dass ein stärkeres Augenmerk auf Pakistan gelegt werden müsse, wo zahlreiche Führer von Al-Kaida und Taliban vermutet werden. „Seit Jahren haben wir gesagt, dass der Kampf gegen den Terror nicht in afghanischen Dörfern und Häusern ist. Er ist an sicheren Zufluchtsorten, und heute hat sich gezeigt, dass dies richtig ist.“
+++ 11:07 Uhr: Die indische Regierung hat die Tötung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden in Pakistan als Meilenstein im Kampf gegen den Terrorismus gewürdigt. Gleichzeitig äußerte Innenminister Palaniappan Chidambaram Besorgnis. Dass der Topterrorist „tief im Inneren“ Pakistans getötet worden sei, bestätige Indiens Befürchtungen, dass Terroristen unterschiedlicher Organisationen Zuflucht in dem Nachbarland fänden, sagte er am Montag in Neu Delhi. Indien macht etwa die aus Pakistan operierende radikalislamische Terrorgruppe Lashkar-E-Taiba für die Anschlagsserie in der Finanzmetropole Mumbai verantwortlich, bei der Ende 2008 mehr als 170 Menschen getötet wurden. Zudem wirft Neu Delhi dem Nachbarn seit Jahren vor, Extremisten in Kaschmir zu unterstützen.
+++ 11:04 Uhr: Die ägyptische Polizei hat nach dem Tod von Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden ihre Patrouillen in den Touristenzentren des Landes verstärkt. Ein Sprecher der Polizei in Oberägypten sagte am Montag: „Für uns ist es Routine, dass wir in solchen Situationen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen.“ Die Einsatzkräfte in Luxor und Umgebung seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Auch die Tempel und Ausgrabungsstätten würden stärker als sonst bewacht. Konkrete Hinweise auf mögliche Racheakte islamistischer Terroristen gegen Ausländer lagen der ägyptischen Polizei nicht vor. Terroristen hatten 1997 in einem Tempel in der Nähe von Luxor 62 Menschen getötet - darunter 58 Touristen. Die Sicherheitsmaßnahmen, die nach diesem Blutbad getroffen worden waren, sind zum Teil auch heute noch in Kraft.
+++ 11:00 Uhr: Auch die Kanzlerin mahnt zur Vorsicht: Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) riefen am Montag zu fortgesetzter Wachsamkeit auf. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Bernhard Witthaut, schloss nicht aus, „dass die verschiedenen Terrornetzwerke den Tod bin Ladens rächen wollen“. Damit erhält die Diskussion um eine mögliche Verlängerung der Anti-Terror-Gesetze in Deutschland neue Nahrung.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat bisher keine Hinweise, dass sich nach dem Tod Osama bin Ladens die Sicherheitslage in Deutschland verschärft hat. Er gehe zudem davon aus, dass mit dem Ende dieser terroristischen Symbolfigur mittel- und langfristig der internationale Terrorismus eine Schwächung erfahre, sagte der CSU-Politiker am Montag in München unmittelbar vor der Abreise in die USA. Dort wolle er mit seinen Gesprächspartnern auch über den internationalen Terrorismus reden. Er könne gleichwohl keine Entwarnung geben, sagte Friedrich. Vielmehr seien die internationale Zusammenarbeit sowie internationale Netzwerke gegen den Terrorismus weiterhin notwendig. Auch die Wachsamkeit der Bürger sei gefordert.
+++ 10:58 Uhr: Die pakistanische Regierung hat den Tod von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden offiziell bestätigt und als Rückschlag für den internationalen Terrorismus bezeichnet. Wie eine Sprecherin des Außenministeriums in Islamabad am Montag mitteilte, wurde die Militäroperation im nordpakistanischen Abbottabad von amerikanischen Einsatzkräften und in Übereinstimmung mit den Richtlinien der US-Politik durchgeführt, Bin Laden dort zu töten, wo er gefunden wird. Der Tod bin Ladens sei ein „wichtiger Rückschlag für Terrororganisationen rund um den Globus“, so die Sprecherin weiter. Gleichzeitig zeige die Aktion die „Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft einschließlich Pakistans“ den Terror weltweit bekämpfen und besiegen zu wollen.
+++ 10:51 Uhr: Twitter war wieder einmal schneller: Den ersten verlässlichen Hinweis auf den Tod des Terroristenführers Osama bin Laden gab es bei dem Internet-Kurznachrichtendienst. Keith Urbahn, ein ehemaliger Mitarbeiter des früheren Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, schrieb in einem Tweet deutlich vor der offiziellen Mitteilung: „Eine vertrauenswürdige Person sagt mir, dass sie Osama bin Laden getötet haben.“ Schon Stunden vorher berichtete ein Twitter-Nutzer live von der Militäraktion im pakistanischen Abbottabad - allerdings ohne zu wissen, worum es geht. „Ein Hubschrauber schwebt um ein Uhr nachts über Abbottabad (ist ein seltenes Ereignis)“, lautete der erste Tweet des IT-Berater Sohaib Athar (Twitter-Name ReallyVirtual). Später berichtete er von einer schweren Explosion und einem Hubschrauberabsturz und dass laut einem Taxifahrer die Umgebung vom Militär abgeriegelt wurde.
+++ 10:40 Uhr: Nach dem Tod von Osama bin Laden hat das Auswärtige Amt am Montag die Deutschen bei Auslandsreisen zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. Die Vereinigten Staaten hatten zuvor ihre Staatsbürger vor möglichen Racheakten gewarnt. Nach Angaben des AA ist nicht auszuschließen, dass auch andere westliche Einrichtungen und Bürger davon betroffen sein könnten. Die entsprechenden Reisehinweise des Amts sollten aktualisiert werden.
+++ 09:52 Uhr: Der Leichnam des getöteten Al-Kaida-Führers Osama bin Laden ist auf See bestattet worden. Dies verlautete am Montag aus US-Regierungskreisen. Genauere Angaben zum Ort wurden nicht gemacht. Zuvor hatten Regierungsbeamte erklärt, der Leichnam werde gemäß der islamischen Tradition behandelt. Demnach müsse der Tote innerhalb von 24 Stunden beigesetzt werden. Ein Regierungsbeamter, der nicht genannt werden sollte, sagte, es wäre schwierig geworden, ein Land zu finden, das zur Aufnahme der sterblichen Überreste des weltweit meistgesuchten Terroristen bereit gewesen wäre. Die USA hätten sich daher für eine Bestattung auf See entschieden.
+++ 09:50 Uhr: Nach dem Tod des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden befürchtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Vergeltungsschläge. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass die verschiedenen Terrornetzwerke den Tod bin Ladens rächen wollen“, sagte GdP-Chef Bernhard Witthaut am Montag in Berlin. Das ursprünglich von bin Laden gegründete Terrornetz funktioniere seit langem dezentral. „Aktionsfähige Gruppen gibt es in vielen Ländern“, sagte Witthaut. Das zeigten auch der jüngste Bombenanschlag in Marokko und die Festnahmen von drei mutmaßlichen Al-Kaida-Mitgliedern in Nordrhein-Westfalen.
+++ 09:48 Uhr: Regierungssprecher Steffen Seibert ist nicht der einzige, dem das passiert ist: Der Chef des Bundespresseamts verschrieb sich am Montagmorgen beim schnellen Twittern. Auf einmal stand da im Netz: „#Kanzlerin: Obama verantwortlich für Tod tausender Unschuldiger, hat Grundwerte des Islam und aller Religionen verhöhnt“. Nach Bemerken des Fehlers korrigierte sich der Sprecher, löschte die Mitteilung. Das Internet aber hat keinen Radergummi - der Tweet mit dem Tippfehler machte in Windeseile die Runde, wurde von zahllosen Nutzern des Kurzmitteilungsdienstes weitergetragen. „Oha, Herr RegSprecher - das dürfte der „erfolgreichste“ Tweet bisher werden“, meinte ein Twitterer. Jemand meinte, dass Professor Freud gerade versuche, den Regierungssprecher zu erreichen - „es geht um einen Verbrecher“. Andere waren sensibler und meinten, so ein Fehler könne doch jedem mal passieren. Tatsächlich war Seibert in der Aufregung am Montagmorgen nicht der einzige, der die Namen Osama und Obama verwechselte - der US-Fernsehsender Fox blendete gar die Zeile ein: „Obama bin Laden is Dead“.
+++ 09:40 Uhr: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat den Tod von Osama bin Laden als „historische Niederlage“ für die Plage des Terrorismus bezeichnet. „Als Hauptverantwortlicher der Anschläge vom 11. September 2001 war Bin Laden der Initiator einer Hass-Ideologie und der Chef Chef einer Terrororganisation, die Tausende Opfer in der ganzen Welt und vor allem in den islamischen Ländern gefordert hat“, ließ der Staatschef am Montag mitteilen. Frankreich würdige die Hartnäckigkeit der USA bei der zehn Jahre dauernden Verfolgung des Verbrechers und gedenke an diesem Morgen aller Opfer Bin Ladens und ihrer Familien. Nun sei für sie Gerechtigkeit hergestellt. Gleichzeitig warnte Sarkozy, dass das Terrornetz Al-Kaida mit dem Tod von Bin Laden nicht besiegt sei. „Der Kampf gegen die Kriminellen (...) muss ohne Unterlass weitergeführt werden und alle Staaten einigen, die Opfer von deren Verbrechen sind“, kommentierte der Präsident.
+++ 09:24 Uhr: Außenminister Guido Westerwelle hat den Tod des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden in Pakistan begrüßt. „Dass diesem Terroristen sein blutiges Handwerk gelegt werden konnte, ist eine gute Nachricht für alle friedliebenden und freiheitlich denkenden Menschen in der Welt“, sagte der FDP-Politiker am Montag in Berlin. Bin Laden sei einer der „brutalsten Terroristen der Welt“ gewesen, der das Leben von mehreren tausend Menschen auf dem Gewissen habe. Der Kampf gegen Extremismus und Terrorismus sei aber nicht beendet. Es sei nicht auszuschließen, dass es zu Gegenreaktionen der Anhänger bin Ladens komme. „Umso wichtiger ist es, dass wir uns als wehrhafte Demokratie erweisen“, sagte Westerwelle. Der Außenminister verteidigte den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. „Wir sind nicht in Afghanistan gewesen, um einen Mann zu bekämpfen, sondern wir sind in Afghanistan, weil wir verhindern wollen, dass Afghanistan wieder ein Rückzugsgebiet für den Terrorismus auf der ganzen Welt wird.
+++ 08:47 Uhr: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat den Vereinigten Staaten zum Tod Osama bin Ladens gratuliert. Israel teile die Gefühle der Amerikaner „an diesem historischen Tag“, sagte Netanjahu am Montag in seinem Statement. Er beglückwünschte US-Präsident Barack Obama und die amerikanischen Soldaten, die an der Operation beteiligt waren. „Das ist ein Sieg, ein überwältigender Sieg für die Gerechtigkeit, für die Freiheit, für die Werte aller demokratischen Nationen, die entschlossen und Seite an Seite gegen den Terrorismus kämpfen“, sagte er.
+++ 08:04 Uhr: Die US-Botschaft in Berlin ist erleichtert über den Tod des Chef-Terroristen Osama bin Laden. „Dies ist ein Sieg für alle Menschen weltweit, die in Frieden und Sicherheit leben wollen“, sagte Botschaftssprecher Bruce Armstrong am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Die Amerikaner in Deutschland seien mit ihrem Land nach wie vor sehr eng verbunden und hätten die Terroranschläge vom 11. September 2001 nicht vergessen. „Dieses traumatische Erlebnis kommt durch die heutige Nachricht zu einem Schluss. Es ist in gewisser Weise ein neues Kapitel“, so Armstrong. Die US-Regierung hat ihre diplomatischen Vertretungen weltweit in Alarmbereitschaft versetzt. Sie befürchtet, Terroristen könnten Vergeltungsanschläge verüben. Der Botschaftssprecher in Berlin wollte sich dazu nicht äußern. Sicherheitsmaßnahmen kommentiere er grundsätzlich nicht, erklärte Armstrong.
+++ 08:02 Uhr: Osama Bin Laden, der meistgesuchte Terrorist der Welt, ist tot. Das sagte US-Präsident Barack Obama in einer Fernsehansprache am Sonntag in Washington. Eine US-Spezialeinheit habe den al-Kaida-Chef bei einem Gefecht in Pakistan getötet. "Der Gerechtigkeit ist Genüge getan", sagte Obama. Die Leiche des Terroristen sei in den Händen der Amerikaner. Der pakistanische Geheimdienst ISI bestätigte die Angaben. Bin Laden sei in der Nacht bei einer gemeinsamen Operation amerikanischer und pakistanischer Sicherheitskräfte in der Stadt Abbottabad, rund 100 Kilometer nördlich von Islamabad, getötet worden, sagte ISI-Chef Ahmed Shuja Pasha im pakistanischen Fernsehen. Auch ein Sohn Bin Ladens und drei seiner Wachleute seien ums Leben gekommen. Die drei Ehefrauen des Top-Terroristen, sechs weitere Bin-Laden-Söhne sowie vier enge Mitstreiter wurden den Angaben zufolge festgenommen. Namen wurden zunächst nicht bekannt.











