Lula und Brasilien: Razzia bei früherem brasilianischen Präsidenten

Lula und Brasilien: Razzia bei früherem brasilianischen Präsidenten

, aktualisiert 04. März 2016, 12:47 Uhr
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Der frühere Präsident Brasiliens genießt im Volk noch große Sympathien, gerade bei den Armen. Während seiner Amtszeit hat sich das Leben von vielen Brasilianern verbessert.

Quelle:Handelsblatt Online

Ein gewaltiger Korruptionsskandal lähmt seit langem Brasiliens Regierung. Ermittler durchsuchen am Freitag das Haus des früheren Präsidenten Lula. An dem Polizeieinsatz sind Hunderte Sicherheitskräfte beteiligt.

São Bernardo do CampoIm Zusammenhang mit Geldwäsche- und Korruptionsermittlungen hat die brasilianische Polizei am Freitag das Haus des früheren Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva durchsucht. Dabei geht es um den milliardenschweren Korruptionsskandal bei Auftragsvergaben des größten Unternehmens des Landes, des staatlichen Ölkonzerns Petrobras.

An der Operation sind insgesamt 200 Polizisten beteiligt. Lula habe „ruhig reagiert“, als die Ermittler am Morgen bei seinem Haus im Bundesstaat São Paulo erschienen, berichtete die Zeitung „Folha S. Paulo“. Er ließ sich anschließend zum Verhör mitnehmen.

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Ermittler untersuchten Lulas Rolle im Zusammenhang mit Baufirmen im Petrobras-Umfeld, hatte der Leiter einer eigens dafür gebildeten Sonderkommission, Deltan Dallagnol, am Donnerstag mitgeteilt. Er habe in einem Brief an das Verfassungsgericht dargelegt, dass Lula in seiner Amtszeit bis 2010 offiziell Zuwendungen von Bauunternehmen für ein Landhaus und eine Luxuswohnung im Staat São Paulo erhalten habe.

Seine Sonderkommission prüfe nun, ob Baufirmen die Renovierung der beiden Immobilien bezahlt hätten und ob es sich um Geldwäsche gehandelt habe, sagte Dallagnol. Das Lula-Institut des Expräsidenten teilte mit, dieser habe nichts zu verbergen und fürchte die Ermittlungen nicht.
Der Petrobras-Skandal erschüttert seit Monaten die brasilianische Politik. Insgesamt sollen Unternehmer mehr als zwei Milliarden Euro gezahlt haben, um an Aufträge des Staatskonzerns zu kommen. Ein Teil des Geldes soll bei politischen Parteien gelandet sein, auch bei der Arbeiterpartei von Lula und Präsidentin Dilma Rousseff.

Lula genießt in Brasilien noch große Sympathien, gerade bei ärmeren Schichten. In seiner Amtszeit hatten sich die Lebensbedingungen vieler Brasilianer verbessert. Lula hatte erst am Samstag eine erneute Präsidentschaftskandidatur in zwei Jahren in Aussicht gestellt. Notfalls werde er sich selbst als Kandidat vorschlagen, sagte er auf einem Parteitag seiner Arbeiterpartei.

Quelle:  Handelsblatt Online
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