Massenproteste: Deutsche Unternehmen fliegen Expats aus Ägypten aus

Massenproteste: Deutsche Unternehmen fliegen Expats aus Ägypten aus

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Brenzlige Lage: Demonstranten protestieren auf dem Tahrir-Platz in Kairo.

Ausländern wird die Lage in Ägypten zu brenzlig: Die USA ziehen Botschaftsmitarbeiter ab, Touristik-Unternehmen sagen ihre Reisen ab. Die Arbeit kommt in den Niederlassungen deutscher Unternehmen fast völlig zum Erliegen. Viele fliegen ihre Expats aus - im Land wollen sie trotzdem bleiben.

 Mit dem friedlichen Protest Hunderttausender Menschen in Kairo hat der Machtkampf in Ägypten heute eine neue Dimension erreicht. In Sprechchören und auf Transparenten verlangten die Demonstranten auf dem Tahrir-Platz erneut den Rücktritt von Staatspräsident Husni Mubarak. Die Opposition wollte am achten Tag der Proteste eine Million Menschen auf die Beine bringen, um Mubaraks Rücktritt zu erzwingen. Nach Informationen des Senders Al-Dschasira war dieses Ziel bereits am Mittag erreicht.

Für Vertreter ausländischer Staaten und internationaler Unternehmen wird die Lage langsam zu brenzlig: Die Bundesregierung rät dringend von Reisen nach Ägypten ab. Das US-Außenministerium hat heute den Abzug aller nicht unbedingt für die Arbeit der US-Botschaft notwendigen Mitarbeiter aus Ägypten angeordnet. Die großen deutschen Reiseveranstalter werden bis Mitte Februar keine Urlauber mehr nach Ägypten bringen. Reiseverträge werden von den meisten Anbietern aktiv gekündigt, wie der Deutsche Reiseverband (DRV) heute mitteilte.

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Deutschlands Reiseriese  TUI sagt alle Reisen nach Ägypten mit Anreise bis einschließlich 14. Februar ab. Das Auswärtige Amt weist in seinem aktualisierten Sicherheitshinweis darauf hin, dass es aufgrund der Lageentwicklung auch in den Tourismusgebieten zu Versorgungs-engpässen und logistischen Schwierigkeiten kommen kann. „In Anbetracht der Situation können wir nicht sicherstellen, dass es für unsere Gäste nicht zu Leistungseinschränkungen kommt“, kommentiert Ulrich Heuer, Leiter TUI Krisenstab, die Entscheidung. „Aktuell ist die Situation in den Tourismusregionen am Roten Meer nach wie vor ruhig und die Versorgung der Urlauber gewährleistet.“ Aus diesem Grund müssen Urlauber, die sich derzeit am Roten Meer befinden, ihren Urlaub nicht vorzeitig abbrechen.

Das bedeutet, dass Abflüge gestrichen werden und betroffene Urlauber ihr Geld zurückbekommen. Wollen sie stattdessen andernorts Urlaub machen, müssen sie neu buchen. An eine Evakuierung aller deutschen Touristen, die sich derzeit in Ägypten aufhalten, ist aber weiter nicht gedacht.

Bei den internationalen Unternehmen vor Ort ist die Lage teils sehr angespannt. "Der gesamte Zustellverkehr ist in Ägypten zusammengebrochen", heißt es bei der Deutschen Post DHL gegenüber wiwo.de. Bei dem Autozulieferer Leoni aus Nürnberg, der in Kairo ein Werk mit 4000 Mitarbeitern, fällt die Produktion im Werk fast komplett aus. "Zur Zeit ist nur ein Fünftel der Belegschaft im Einsatz. Wir versuchen, die Menschen mit einem eigenen Busdienst abzuholen", sagte ein Leoni-Sprecher zu wiwo.de.

Dennoch halten gerade deutsche Großunternehmen weiterhin an ihrem Engagement in dem nordafrikanischen Land fest. Metro steht trotz der Plünderung von Märkten immer noch zum politischen System in Ägypten: "Ägypten befindet sich auf einem weitreichenden Modernisierungskurs. Die politische und wirtschaftliche Öffnung des Landes hat die hohen Wachstumsraten ermöglicht," heißt es von Seiten des Waren-Riesens. Auch der Münchner Elektronikkonzern Siemens will sich nicht aus Ägypten zurückziehen: "Wir glauben weiter an den ägyptischen Markt und warten erst einmal ab, wie sich die Lage dort entwickelt, bevor wir irgendwelche Schlüsse daraus ziehen," sagt ein Siemens-Manager. Die zwanzig deutschen Mitarbeiter hat seiner Kairoer Niederlassung hat Siemens allerdings ausgeflogen.

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