Maut: Niederlande führen Kilometersteuer für alle ein

Maut: Niederlande führen Kilometersteuer für alle ein

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Stau auf einer Autobahn bei Amsterdam (Niederlande)

Als einer der ersten Staaten weltweit stellen die Niederlande die Finanzierung des Straßennetzes radikal um: Die Regierung beschloss die Einführung eines satellitengestützten Mautsystems.

Mit dem neuen Modell soll die von jedem Fahrzeug zurückgelegte Kilometerleistung berechnet werden. Je Kilometer werden mindestens drei Cent fällig. Im Gegenzug werden die Kfz-Steuer und eine 25-prozentige Abgabe auf Neuwagen gestrichen.

Hauptziel ist die Verringerung schädlicher Abgase und eine Vermeidung der täglichen Staus – die Küste um Amsterdam, Den Haag und Utrecht gilt als eine der stauträchtigsten Verkehrsregionen Europas. Dafür wird die Gebühr nach Wagenklasse, Motorisierung und Tageszeit gestaffelt. Der durchschnittliche Kilometerpreis soll bis 2018 auf 6,7 Cent steigen. Die Politik erhofft sich, dass die Bürger ihr Auto seltener benutzen und häufiger auf Busse, Bahnen oder das Fahrrad umsteigen.

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Bedenken, die künftig in jedem Fahrzeug installierten GPS-Systeme würde die Privatsphäre verletzten, trat die Politik entgegen: Die Daten seien rechtlich und technisch geschützt und würden nur an die Steuerbehörde gefunkt, hieß es.

T-Systems unter den Bewerbern

In Europa ist die radikale Umstellung einzigartig. Singapur ist bisher das einzige Land, in dem ein dem niederländischen Konzept vergleichbares Kfz-Steuersystem gilt.

Im Vergleich dazu nimmt das deutsche Kfz-Steuermodell keine Rücksicht auf die tatsächliche Kilometerleistung. Egal ob ein Pkw nur am Sonntag genutzt wird oder jährlich 100.000 Kilometer unterwegs ist – der Halter zahlt den gleichen Betrag. Eine verbrauchsorientierte Steuer gibt’s nur auf Sprit.

Eine Maut nach Schadstoffen gibt es in Deutschland nur für Lastwagen ab zwölf Tonnen. Auch das System des deutschen Betreiberkonsortiums Toll Collect ist satellitengesteuert – diesen Umstand nutzt die Deutsche Telekom als Toll-Collect-Miteigentümer für sich: T-Systems gehört zu einem der Bewerber in den Niederlanden.

Das Tochterunternehmen hat sich um den Auftrag für die so genannten On-Bord-Units beworben. Dieses im Fahrzeug eingebaut Gerät bestimmt per Satellit seine aktuelle Position und teilt diese dem Rechenzentrum mit. Anhand der Daten wird die für die zurückgelegte Strecke angefallene Maut berechnet.

Ob T-Systems allerdings zum Zuge kommt steht längst noch nicht fest. Die Ausschreibung läuft noch bis Anfang 2011. Anschließend soll das Projekt im Laufe des Jahres 2011 mit 20.000 Fahrzeugen beginnen.

Ende 2012 startet das Mautsystem zunächst für Lastwagen, ab 2013 für Pkw. Spätestens 2016 soll das System für alle acht Millionen Fahrzeuge laufen – also auch für Motorräder.

Falls sich der erhoffte Effekt von weniger Abgasen und weniger Staus doch nicht einstellen sollte, soll an der Gebührenschraube gedreht werden. Bis 2018 ist jedoch sowieso eine jährliche Steigerung vorgesehen.

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