Medien: Mutmaßlicher Bombenleger von Boston kann nicht sprechen

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Medien: Mutmaßlicher Bombenleger von Boston kann nicht sprechen

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Erleichterung in Boston: Nach der Festnahme des mutmaßlichen Attentäters herrscht Erleichterung.

Wir haben eine Million Fragen, und diese Fragen müssen beantwortet werden", sagte der Gouverneur des US-Bundesstaates Massachusetts. Der Zustand des gefassten Terrorverdächtigen von Boston ist allerdings weiter ernst.

Der 19-jährige Dschochar Zarnajew habe eine Verletzung am Hals erlitten und sei noch nicht in der Lage zu sprechen, berichtete der Nachrichtensender CNN am Sonntag unter Berufung auf einen Bundesbeamten. Demnach sei der Terrorverdächtige im Krankenhaus intubiert und ruhiggestellt worden. Der Gouverneur von Massachusetts, Deval Patrick, hatte zuvor gesagt, Zarnajews Zustand sei „ernst, aber stabil“. „Wir hoffen, dass der Verdächtige überlebt, denn wir haben eine Million Fragen, die beantwortet werden müssen.“ Zarnajew sei noch nicht in der Lage zu kommunizieren. Der 19-Jährige wird im streng bewachten Beth Israel Deaconess Medical Center in Boston behandelt. Der Beschuldigte wird von einem Pflichtanwalt vertreten.
Zarnajew war am Freitag in einer dramatischen Großfahndung aufgespürt und schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Er hatte sich in einem Garten im Bostoner Vorort Watertown in einem abgedeckten Boot versteckt. Sein älterer Bruder und mutmaßlicher Komplize Tamerlan war zuvor auf der Flucht von der Polizei getötet worden.

Unterdessen hat sich der Vater der Brüder wieder zu Wort gemeldet: Er möchte Ansor Zarnajew möchte seinen getöteten Sohn in der Heimat, im russischen Konfliktgebiet Dagestan im Nordkaukasus, beerdigen lassen. Dafür fehle ihm allerdings das nötige Geld. Er könne auch weder eine Reise in die USA bezahlen noch einen Anwalt. „Leider können weder Verwandte noch Freunde finanziell helfen“, sagte Zarnajew, der sich derzeit in der dagestanischen Hauptstadt Machatschkala aufhält. „Natürlich würde ich gerne meinen Sohn abholen, falls seine Leiche freigegeben wird und ihn hier begraben.“

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Die Behörden bereiten nach der Festnahme die Anklage vor und hoffen auf eine rasche Vernehmung. Davon versprechen sie sich insbesondere Aufklärung über die Motive von Dschochar Zarnajew und seinem ebenfalls verdächtigten getöteten älteren Bruder Tamerlan. Auch die Frage nach Helfern oder Mitwissern der beiden ist noch offen. Die Bundespolizei FBI geht davon aus, dass der ältere Zarnajew-Bruder die führende Kraft der beiden war. Ermittlerkreisen zufolge wird allerdings noch untersucht, ob weitere Personen in das Attentat verwickelt sind. Nach ersten Indizien ist allerdings davon auszugehen, dass die zwei keine Komplizen hatten, wie der örtliche Polizeichef Edward Deveau dem Fernsehsender CNN sagte.

Terroranschlag von Boston Polizei veröffentlicht Fahndungsfotos

US-Präsident Obama hat den Opfern des Terroranschlags in Boston und der Stadt den Beistand und die Solidarität der gesamten Nation zugesichert. Derweil hat die Polizei Fahndungsfotos zweier Verdächtiger ausgegeben.

Das FBI hat Fahndungsfotos von zwei verdächtigen Männern herausgegeben. Sie trugen Rucksäcke und Baseballkappen. Quelle: Reuters

Im Dunkeln liegen bislang die Beweggründe für das Attentat. Sicherheitskreise schließen einen islamistischen Hintergrund nicht aus. So wurde Tamerlan Zarnajew bereits Anfang 2011 vom FBI befragt, nachdem russische Sicherheitsdienste ihn radikal-islamischer Überzeugungen verdächtigt hatten. Das FBI erklärte allerdings, nach einer Überprüfung habe es damals keine Anhaltspunkte für "terroristische Aktivität" gegeben. Tamerlan Zarnajew war im Januar 2012 nach Moskau gereist und hielt sich sechs Monate in der Region auf, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Es sei allerdings unklar, wozu die Reise diente und ob der aus Tschetschenien stammende Verdächtige womöglich Kontakte zu militanten islamistischen Gruppen aus der Kaukasusregion hatte.

Auch für US-Präsident Barack Obama sind viele Fragen offen geblieben, etwa: „Warum haben junge Männer, die hier aufgewachsen sind und studiert haben, zu so starker Gewalt gegriffen?“

Die Brüder werden für den Anschlag auf den Boston-Marathon verantwortlich gemacht, bei dem am Montag drei Menschen getötet und 180 verletzt worden waren. Zudem sollen sie einen Wachmann am Massachusetts Institute of Technology (MIT) erschossen haben.

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